Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6727475-6029149-6074827--2357-4868953- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
II Wohffahrtseinrichtunge i Diese (karitativen Weri -weil sie dem Geiste der sich infolge der Glaubensgemeinschaft Als nach dem K judenfeindliche Hetze und dem im Jahre Abwehrverband <Ant Izu schaffen machte, Präsident wieder auf Juden gegen die ant und Verleumdungen veröffentlichte er einen Charakter und Geschi 191 die größten der Welt sind ke sind höchst vollkommen, er Brüderlichkeit entstammen, j emeinsamen beiden in Ihrer i rntwickelt hat. ..'.'«' iege auch in Amerika eine verstärktem Maße einsetzfe, 3 vom Orden begründeten -Defamation League) viel da erschien der ehemalige c em Plan, um die bedrohten Loge und Mvsikpflege Zu einem „Schalil Von Br, Dr. N. Ehr« nr semitischen Verdächtigungen schützen. Im Juli 1919 tiefschürfenden Aufsatz über der Juden und ihre Rolle c ite auf dem Gebiete der Kultur und Ein Jahr später scharte *r um sich Staates und der Kirche, Vertreter d«r Universitäten, der Presse und des Handels zu einer (lammenden der Zivilisation, die Führer des Kundgebung gegen den Geist der Diese Protestaktion leitete er durdi über »Antisemitismus in Amerika« Unduldsamkeit. einen Vortrag ein, in welchem er die Veröffentlichungen Henry Fords als lasterdi geißelte, dfe als absurdes Taft erlassene haft, unchristlich und unamerikanis »Protokolle der Weisen von Zion Machwerk bezeichnete. Eine von Proklamation gegen den Lügenfeldzug der amerikanischen Antisemiten wurde von 116 hervorragenden christlichen I^rsönlichkeiten, darunte" der Präsident Woodrow Wilson als erster, unterzeichnet. abiend". eich, Frankfurt a. M. Im‘November vorigen Jahres hat Br. Artur Holde in diesen Blät ern die Notwendigkeit der Musikpflege innerhalb der Logenarbeit eingehend begründe! und zugleich gangbarb Wege der praktischen Verwirklichung aufgezeigt. ^chon jet2t kann von einemsehr geglückten Versuch berichtet werden, der die damals gegebenen Anregungen in die Tat umsetzte. Durch gemeinsame Initiative der drei Frankfurter. Logen kan Ende März ein Kompositionsabend zustande, drr d?m Schaffen des jüdischen Tonkünstlers Heinrich Schalit <Jesaia-Loge, Münf chen> gewidmet war- Die beispielhafte Art, wie bei dieser Veranstaltung Musik sich in den Dienst des Logengedankens stell.e, und umgekehrt der /Logengedanke für di« . Mnsik fruchtbar gemacht wurde, scheint uns sa sehr über eine nur lokale Bedeutung hinauszugr« ifen, daß eine Besprechung an dieser Stelle gered tfertigt isT. Der ideelle Gewinn des Abends liegt zunächst in der Erkenntnis, d;iß dije Loge als Piotektorin jüdischer Musik einer wertvollen, für die Entfaltung jüdischen Lebtns wesentlichen Aufgabenkreis vorfindet. Der Begriff »Jüdische Musik« ist sehr umstritten. Mus k vor» Juden ist nicht ohne weiteres jüdische Mu: ik. Ebensowenig kann die Verwendung jüdischei Motive als entscheidendes Merkmal betrachtet w :rderj. Es gehört dazu, daß das Charakteristische des jüdischen Stammes, der jüdischen Geisiigkeit in daskünstlerische Objekt einströmt und von ihm wieder ausgestrahlt wird. Wir wissen, daß es i n Altertum eine solche Musik gab Ebenso sicher sjeht aber fest, daß das meiste, was später und noch heute segelt, die Bezeichnung nicht dieser Flagge Teil nur zum historischen Bei es Lebendigen, der Loge eine unter oder verdient. Sache der wissenschaftlichen Forschung ist es, hier Klarheit zu schaffen Wertvoller aber als die Auseinandersetzung mit griffen erscheint uns die Förderung cc wo es Äich bietet. Hier erwächst bedeutungsvolle Verpflichtung. Denn vielfache Anzeichen deuten darauf hin, daß sich eine Art wesenseigener jüdischer Musik wieder zu formen beginnt. In Rußland existiert eine Komponilstenschule, die bewußt eine Regeneration jüdischer l|dusik anstrebt. Geachtete, auch im allgemeinen Musikleben anerkannte Musiker sind ihre Vertrejer- . Auch In Deutschland lassen sich ähnliche Bestrebungen feststellen. Hier steht Heinrich Schalit mit in der ersten Reihe Der 1886 in Wien geborene Komponist ging , keineswegs von jüdischer Musik aus. Er betätigte sich in den üblichen Fermen abendländischer Musik, schrieb Klavierstücke, Lieder, Kammermusik. 1906 erhielt er für ein Klavierquartett den österreichischen Sta'atspreis für Komposition. In den letzten Jahren aber dringt in sein Schaffen deutlich das spezifisch Jüdische ein. Er wählt Textö jüdischen Inhalts, er schöpft aus den Quellen des syrjagogalen oder volkstümlich-jüdischen Melodienschatzes. Seine Tonsprache, die neuromantische Bestandteile mit moderneren Tendenzen verbindet, durchsetzt sich mit psalmodierenden .Wendungen, die an Vorbeterrezitative erinnern Das Ekstatische, Hymnische des kultischen.Gesanges wird vorherrschende Ge- 74 1