Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6727475-6029149-6074827--2353-4868949- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I Der Orden «in England. Votr.Br. Rudolf Leszy.nskj. Vor etwas mehr als zwanzig Jahren kam ein deutscher Bryder der Monte iore-Loge,T Stegmund Bergei, der Begründer des Orient-Distriktes, nach London und rief dort die erste englische Loge ins Leben. Von -den wenigen Männern, die damals allen Schwierigkeiten und An eindungen zum Trotzdem Rufe des Ordens folgten, lebt einer, Br. Bentwich, heute in Palästina, die anderen noch lebenden sind d^r frühere Obe-Rabbiner der por-- tugi,esis'?hen Gemeinde in London Dr. Gaster, ein bekannter Gelehrter, rnd Dr. M. Epstein. Statistiker, Schriftsteller und Kaufmann, einer der führenden Köpfe der Londoner Judenheit. Der Bedeutung der führenden Persönlichkeiten entsprach die Entwicklung der Londoner Loge keineswegs. Von Anfang an standen die »Prominenten« der englischen Jud mheit dem- Logengedanken und der Loge selbs: ablehnend mit kaum verhüllter Feindseligkeit gegenüber. Man hat die Loge mit einem auf einen sehe n überfüllten Omnibus aufsteigenden Fahrgast verg ichen. Die englischen Juden glaubten, alle etwa möglichen Organisationen oder Institutionen zur Zusan menfassung der Juden und zum Zwecke sozialer Hilfe und Erziehung bereits geschaffen zu haben. - Was sollte die Loge da noch tun? Die Notwendigkeit der Loge in einem Lande fast ohne Antisemitismus wurde nicht so klar erkannt wie in Deut idiland. Der englische Jude konnte, so weit er nicit überhaupt’aus Zurückhaltung und Individualismus auf Gemeinschaftsarbeit verzichtete, in Freimau erlogen eintreten, und er tut es auch heute noch, er konnte Einlaß in englische Klubs und Gemeins haften aller Art finden, ohne als Jude irgend eine Zurückweisung zu erfahren. D^r jüdische Order war ein Fremdkörper, künstlich auf englischen Boten verpflanzt, er gedieh nicht recht. Es kam hinzu, daß nuwenige Jahre nach der Gründung der Loge der K das soziale Werk, dajs vor Brüder ieg ausbrach, noch beder Kreis der neuen nahm, Zeit hatte, zu it zu schaffen. Zwar brachte der Krieg neue Pfllhten: die Fürsorge für jüdische Internierte und Ge: •sofort in Angriff wachsen und Gemeinsamke angene, aber er störte das Aufkommen des brüderlichen Gefühls: viele Juden, auch Brüder, waTen Deutsche oder stammten aus deutschen Familien. Man hegte Argwohn, die Kriegspsychose verbitt ert'e Menschengegeneinander. So konnte erst etwa 10 Jahren, sich der Lc gengedanke in England langsam und stetig durchsei zen. nach dem Kriege, seit In diesem Dezennium wurde eine Reihe von Logen in England neu gegründet: in Leeds, Manchester. Glasgow, Edinburgh, Liverpool, und Harrowgate. Audi Mißerfolge blieben nicht aus: eine kleine Loge in Southport erwies, sich als (picht lebensahig und mußte aufgelöst werden. Eine Eigeni ümlichkeit des englischen Logenlebens besteht darin, daß Frauenlogen als eigentliche Logen mit Freibrief und Ritual anerkannt sind. In London sind ron den Schwestern:der Schwesternloge nur etwa 30„ Angehörige von Btüdern. Seitdem die englischen Logen im Jahre 1927 zu einem eigenein Distrikt zusammei|gefaßt sind, entsenden die Frauentagen auch eine Delegierte in das englische Genetalkomitee. Zur Zeit gibt es, die Schwesternlogen eingeschlossen, 11 englische Logen. Eis würde zu weit fijhren, im einzelnen die Logeriatbeiten zu schildert^ . Die folgende Aufstellurg, die nicht erschöpfend ist, dürfte dennoch interessieren. Es handelt sich um “Institutionen, die te Is den Logen ihre Entstehung mit verdanken, teils vort ihnen unterstützt werden. Erziehungswerk. | Vorlesungen an der Universitätl <Liverpool-Loge> Vor esungen für Niefitjuden (London-Loge) Heb ew College (Glasgow) I . Studentenhilfe (Edinburgh) .Jugenderziehung (London und Glasgow) Bonim-Bewegung (London: eine Bewegung von Jugendlieben, bei deren Aufnahme jeder, ein feierliches Gelöbnis zun Judentum abzulegen hat) Jüdi;<her Knabenklub (Leeds) Talmud 'Thora (Leeds) Beklimpfjjng christlicher Mission (Liverpool) G e si u n d h e i t s d i c n s t. Geskjndheitsorganisation (London) Reksnvaleszentenheim für Kinder und Jugendliche (Leeds) Jüdische Klinik (Leeds Frauentage) Per enlcolonie (Manchester Praueiloge) Gte mei.ndcarbeit, — Gemeindezentrum (Gemeindehaus^ (London und Manchester) Sch ichita (Leeds) Gemeindebibliothek (Manchester) Jüd scher Klub (Leeds) Frauenhilfe (Leeds Frauenloge) Büro für soziale Arbeit (Manche ter Frauenloge) Sot S t i g es. Friedensbewegung und Völkerbun 1 Jüdische Schiedsgerichte Unterstützung der Jerusalem.ßibltathek (Liverpool) Ralpstina-Katastijophenhilfe (Harriiwgate) Daß die Tatsache einer solchen Tätigkeit, wie sie dpe Logen entfaltet haben, nicht ohne Eindruck in dfer jüdischen Oeffentlichkeir bleiben konnte, ist 70