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Der Orden Bne Briss · 1930-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 4 - April
Date
1930-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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^elb:tversiändlich. Heute sind die zuerst als über» Jüssig empfundenen Logen ein notwendiger Bestand» teil der Organisation der englischen Judenheit; In allen sozialeh Fragen werden sie von den jüdischen Gemeinden |um Rat gefra ft, überall zur Mitarbeit herangezogep. Wenn sich trotzdem die Anziehungs» kraft der Lojgen auf weirere Kreise des englischen Judentums nicht in vollen Maße ausgewiikt bat, $o ist das auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Zunächst fehlt es an «iner straffen Organisation der Logen überhaupt. .v Nut^ einmal im Monat kommen die Brüder zus|flimen. Nirgends existiert ein eigenes Logenheim, t tein Nachrichtenblatt vermittelt den Gedankenausi ausch der Brüder unter» einander. Von der Grol löge wurden die Logen in der Provinz bisher kau n besucht. Eine Ordens» literatur ist1 nicht geschliffen. Der Großsekretär Mr. Taylor, ein hervorragender Organisator,. übt sein Amt pur im Nebenberuf aus und ist gleich» zeitig noch fpr andere jüdische Organisationen tätig. Alle diese Mängel sind den englischen Logen wohl bekannt, und man will ven uchen, Abhilfe zu schaffen. Vielleicht könnten die kontinentalen Distrikte deh englischen Brüdern man hen Hinweis geben und manche Hilfe leisten. Lieber den Weg, c en die Entwicklung der englischen Logen nehmer soll, ist man sich drüben nicht ganz klar. Bisher hat män versucht, unter d§n Kandidaten so strenj; zu sichten wie nur irgend möglich, und die Zahl ron nur ca. 200 Brüdern der London|>Loge sagt n dieser Hinsicht genug. Daß man an die vorne imsten und die reichsten Kreise, die jüdischen Lo ds und Millionäre, kaum herankommfcn wird, versteht sich von selbst. Es ist auch nicfyt beabsichtigt das Scheckbuch als Maß» stab für die Logenfähigkeit anzuerkennen. Aber darüber, daß der Kreis der Logenbrüder erweitert werden muß, ist man sich einig. Vor allem muß die Jugend herangezogen werden. 4 Der Besprechung dieser Logenprobleme diente eine Zusammenkunft der englischen Logenbrüder, die auf dert 22. und 23. Februar d. J. nach London einberufen war und zu cer unser Deutscher Distrikt einen Delegierten entsan Die Veranstaltung vollsten Tagungen des Ordens vor einer größeren Oeffentlichkeit. Den An ’ang bildete ein Festgottes» dienst in ,der St Johns >Wood-Synagoge, in der der Chief»Rabbi Hertz rinen Appell an den Orden it hatte. gehörte zu den-eindruck» richtete, den verfolgten jJaubensbrüdern in Rußland beizustehen. Es folgt«: .eine Einladung der* Del?» gieitcn in dem gastlichen Hatjse des Präsidenten der London»Loge Mr. Schwab, lam Abend in einem - vornehmen Hotel Londons ein Empfang durch den Großpräsidenten Bk Daiches ahne Ansprache mit' wenigen Darbietungen Die Verhandlungeni m nächsten Tage standen auf hoher Stufe und zeici» neten sich durch diszip ihierte Haltung der Redrer* und Rednerinnen angei ehm au^. Drei Reden bi» sonders: des alten Rabbi vGaster, des ,Dr. Epstein über das Thema »Das Ziel! des Ordenswerkrs und die Stellung des Ordens j.in der englischst!» disdaen Gemeinschaft* und des Professors Dr. Brodetsky: »Probleme jder^ Erneuerung« erregten einen Sturm der Begeisxrung I Der deutsche Delegierte sprach über »the international aspect cf the Order«. Erfreulich w; ir die gr«j>ße Anzahl jugendlicher Teilnehmer, die weitau^ in der Mehrzahl " waren. , Den Abschluß d<r Tagung bildete ein vo 4 —500 Personen besucates Dinjer, an welchem be deutende Vertreter der englischen Judenheit, Mitglied des Parlaments Friedensrichter, Gemeinde vörsteher etc. teilnaht nen, und das sida czu einet begeisterten Kundgebi ng für seitens Fremder gestaltete. Ein Gedanke b thetrschtir die Seelen aller, die an der Veranstaltung teilrsahmen: der Orden ist eine Notwendigkeit Das Judentum', in seiner Existenz drüben wie bei uns bedroht, findet im Orden eine seiner stärksten Stützen. Wie Tropfen roter Flüssigkeit m einer j Gefäß voll Wasser, so führte ein Redner aus, sic i allmählich auflöst und spurlos verschwindet, so öst sich das Juden tum seit dem Falle de- Ghettomauern auf, wenn nicht Sammelbecken, veie der Orden eines ist, ge schaffen werden, um Juden juc, Pflege jüdischer Ideale zusammenzuschl eßen. So wirkt der Orden allein durch seine Ex stenz. ^Vas? die Synagoge vielleicht nie mehr wird sein können, ein Zentrum jüdischer Bestrebungen — aud im Mittelalter war diese Aufgabe dem Lthrhaus Vorbehalten — soll der Orden sein oder v -erden, eine Plattform öffentlich-jüdischer Diskussion, ein Clearinghouse jüdischer Ideen, eine der Mögbokeiten, |wie man die jüdische Gemeinschaft über die trennenden Grenzen der Staaten hinweg auf Ipr Grundlage jüdischer und allgemein menschlicher I< lealezus, immen^chließen kann den Orden auch 7t c

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