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Der Orden Bne Briss · 1930-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 3 - März
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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von Quellen, die dem Historiker kaum vertraut Laien unbekannt und selbst dem sind. Aus einejr Fülle teligions-; gesetzlicher Gutachten des Mittelalters, in welchen Pilger* Fortbau der jüdischen^ Jugend, seien diese Schriften des Philanthropins zur eifrigen Lektüre empfohlen. Es kann dann mit Sicherheit erhofft werden, daß sich wie bisher auch fahrten nach dem Heiligep Lande, oder deren Pläne erwähnt : weiterhin die idealgesinnten Menschen finden werden, die den! gegenwärtigen Führern und Mitarbeitern durch tatkräftige! Anteilnahme helfen, die Zukunftsaufgaben des Philanthropins j zu erfüllen. H. Falkenberg <T. J. L.> werden, gelangt er zu dem Ergebnis, daß jdie Sehnsucht nach den heiligen Stätten und die Bereitschaft, die Mühseligkeiten und Gefahren der Reise zu überwinden, in jüdischen Kreisen außerordentlich groß war!— während doch der Lare fast nur von christlichen Pilgerfahrten weiß. Uebjtr zahlreiche Er* scheinungen auf dem Geb|ete der schönen Literatur berichtet Lotte Brrschak in der gewoKiten feinsinnigen und sadi* kundigen Weise. | Freunde der Anstalt praktischer Pädagogik, furt a. M. 1929. _! Es gibt nicht viel Erz reiches und erfolggekröntes Realie bedeutsamer . pädagc gischer Führer , und zurückblicken können, am Main, das jüngst das Philanthropin _t'_*_Dl.-..- J: Schrift »Bausteine p führen in Wort und Bild Stehens sowie das pädagc Gegenwart auf das lebendig Goethes Denkspruch : der Gründer fortsetzten upjl daran sich berauscheni, stehen blieben, ihrer Zeit und der zukünftigen begriffen und danach ' Ziel Arbeit bestimmt haben. ehrfurchtgebietende Gestalt' B. bis auf den Tag fortsetzen. nicht einseitig auf die Verj angenheit zurückschauten . und, sondern den Sinn Entwicklung, und Weg dei* pädagogischen Man braucht nur an ztorei von ihnen zci denken, die der . jüngsten Vergangenheit a^geiören und apch dem gegen« wärtigen Geschlecht noch unvergessen sind, an die vornehme, rwalds und - än die impulsive. faszinierende. Persönlichkeit A; Ilers. Beide standen ihrer Zeit als pädagogische Führer vor , kugen, beide waren stets die »Neuen«, Vorwärtsdrängendei Ein Blick in die »Bausteine praktischer Pädagogik« zeigt, daß die Gegenwart gleich ihnen aufs glücklichste bestrebt ist, »am 1 räftigen Neuest sich zu stärken und zu freuen.« Das Werk teigt, wie Leiter und Kollegium in dem Gären der Gegenwart für den Sieg neuer pädagogischer Ideen kämpfen un 1 sie lebendig auszugestalttn suchen, damit das Philanthro iin auch in : der Zukunft ein Bild ständigen Aufwärtsschreit ms zu höheren Zielen biete. Allen Brüdern, aber darjter hinaus lallen, die Anteil nehmen an den Fragen der Erziehung, Aufbau und Das Philanthropin, Jubiläums - Nummer 1S04—1929, herausgegeben von ehern, »chülern und Schülerinnen für alle Frankfurt a M. 19$ — Bausteine 125 Jahre Philanthropin. Frankehungsaristalten, die auf ein so Wirken und auf eine so stolze Mitarbeiter u Frankfurt in (elendigster Blüte! die Feier seines 125 jährigen Bestehens begeien konnte. * Die Jubiläums-Numm :r der Schul: eitschrift »Das Philanthropin« und die von det l gegenwärtigen Leiter und dem Lehrerko legium herausgegebene größere ■aktischer Pädagogik« lie Zeit des Werdens und Entmische Wirken und Schaffen der ste vor Augen. »Am guten Alten — in Treue halten r— am kräftigen Neukn — sich stärljen und freuen — wird niemand gereuen!« der) als Leitwort gewählt ist, zeigt den Geist der Arbeit an, der von der Gründung an bis auf den heutigen Tag am Philanthropin geherrscht hat und herrscht. In einer Zeit entstandet, in der Moses Mendelssohns Einfluß im deutschen Judentum wirksam zu werden begann, hat das Philanthropin nieiials diesen Geist verleugnet, sondern in lebendigem Wirken verkörpert. Aber das Große die>er Erziehungsanstalt ist, laß die Männer, die das Werk Armand Lunel: Nicolo-Peccavi oder Weltgeschichte in Carpentras. Aus dem Französischen v. Lina Frender. Welt-Verlag, Berlin. Es muß ein in'der Zeit Liegendes sein, das die heutige Generation, und nicht bloß die jüdische, veranlaßt, sich auch ‘ ohne besondere Jubiläumszahl — denn 30 ist keine, wird r nur gern künstlich dazu gemacht — mit der unseligen D r e y - jfus» Affäre zu beschäftigen. Aber wer ist die heutige; Generation? Nicht Jugend allein, die sich mit dem Ungestüm einer neuzeitlichen Gerechtigkeitsliebe für den so schwer heimgesuchten Menschen und Juden Dreyfus ins Zeug zu legen versucht, Männer sind es vielmehr, die, auf der Höhe iihrer Jahre Rückschau haltend, am Borne eigener'Kindheitserinnerungen verweilen, ohne daß damit immer Tendenzen, wenn auch durchaus edler Art, verknüpft sein müssen. Liegt für uns schon ein Reiz darin,, rein durch den Schauplatz ganz nahe an die damaligen Geschehnisse herangeführt zu werden. So daß wir erkennen, wie es zu jener Zeit in Frankreich politisch aussah und um die Juden bestellt war — so erst fedit, wenn der Autor selbst Persönlichkeit genug ist, nicht pur eine aus Forschung, Ueberlieferung, Erlebnis fesselnd gestaltete Lebensgeschichte hervorzuzaubern, sondern mit dem wehmutsvollen Lächeln des Dichters einen Schleier gemütstiefer Behaglichkeit über die sonst so ernste Atmosphäre zu breiten. Es ist wirklich der im vollen Sinne des Wortes tragikomische Leben sroman eines schon durdi den Großvater katholisch gewordenen, schließlich durch die Stimme ejes Blutes — dies der ihn zum Wahnsinn treibende Zwiespalt — wieder zurückgewonnenen Renegaten drunten it{> Carpentras, jenem südfranzösischen Flecken unweit Avignon, wo nicht nur Dreyfus nach der Begnadigung als berühmter Zeitgenosse lebte, sondern wo damals der Autor selbst seine Jugendjahre im großväterlichen Hause verbrachte. Aus der Provence stammend Jsl er jetzt Gymnasiallehrer in Monaco und neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit — daher wohl seine Vorliebe für alles Urkundliche, sein Erforschen alter Chroniken — ein Literat, ein Dichter. Darum ist ihm auch in diesem mit Recht preisgekrönten Werke das Wagnis gelungen, zusammen mit Dreyfus selbst di s »Affäre« in den Hintergrund zu schieben, das Stoffliche, dzs Zeitgebundene wie das Zeitlose mit seinen vielfältigen ur d tiefen jüdischen Problemen aber umso mehr hervortreten zu fassen, Aus dem Zusammenprallen verschiedener, in der Kleinstadt erst recht fühlbarer Welten erklingt ein Satirspiel, da» uns ergötzt, belustigt, rührt und das uns zugleich brüderlich mit dem verbindet, der es, zwischen zwei Generationen stehend, aus Wahrheit und Dichtung erschuf. Dr. Ri di. Elb. »Liebe in Chartres«, Roman von Nathan Asch, Verlag Rütten und Loening, Frankfurt a- M. i Nathan Asch, der Sohn Scfaalom Aschs und auch der Erbe seines Geistes, hat bisher einen Roraän im Deutschen erscheinen lassen: »Als die Firma verkrachte«. Asch wählte sich ein soziales Problem, ein Problem, das ^für.die Angestellten des amerikanischen Unternehmens bisher - 64

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