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Der Orden Bne Briss · 1930-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 3 - März
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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einer Akademie für Wissenschaft des Judentums, ist inzwischen der Absicht Hei mann Cohens weit entfremdet worden. Das Forichungsinstitut, das in Berlin als Keimzelle der zu;ünftigen Akademie entstanden ist, verfolgt unmittelbar und zunächst andere Zwecke, Zwecke, von deren Berechtigung man durchaus überzeugt sein kz nn, ohne deswegen doch unter den heutigen Umstä iden ihre Dringlichkeit zuzugeben. Das Gesicht d :r Welt sieht heute so aus, daß man sich wohl wird tntschließen müssen, manches an sich Wünschenswerte auf — nicht bessere Tage, sondern bessere Jahrhunderte zu vertagen.« <Zweistromland S. 33>. Nichtsdestoweniger hat Franz Rosenzweig sich. von der Akademie nicht zurückgezogen, seine Be« Der Denker Franz Rosenzweig. Von Br. Eduard ^trauss» Fra ikfurt a. M. Ziehungen zu ihr nicht ver gestanden, wo immer sie ihr die Einleitung zu He Schriften zur Verfügung wohl und K^enschlidiste, PorcAntm/J Persönlichkeit und Schaffen können. Er hat ihr aupi für die Festgabe zum zeh Aufsatz geliefert, der Cohen anknüpft, aber du leitung eine intensive Beiei Es ist sein stilles Dc)l liehe Größe, die sich auch Akademie ausdrückt! Lieber Franz Rosenzweigs philosophisches Werk sich in ihrem Gegensatz sprechen und ihn als Philosopi en | kennzeichnen — die Berichte dieser Zeit sollen es gewiß tun. Aber dem, der den Menschen miterleben durfte, fällt das schwer. Ihm ist die denkerische Haltung so unablösbar von allem1 Vorher und Nachher dieses wirklichen Daseins, daß ihm jede Sonderbetrachtung fast wie ein entseelendes Herauspräparieren erscheint. Ueber sein Philosophieren hat Rosenzweig selber gesagt: »Jeder soll einmal philosophieren. Jeder soll einmal vom eigener punkt rundherumschauen A>er nicht Selbstzweck Das Bud Ziel, auch kein vorläufiges, antwortet werden, statt daß zu dem Denken des .Idealismus, den Hegels gewaltiger Systembaü vollendet hat. Ihr ganzes Geheimnis .besteht darin, daß sie die wirklich verstreichende Zeit, diese Stunde, dies Heute und Jetzt in aller Einmaligkeit ernst nimmt. Sie ist ke n »zeitjoses Erkennen«. Sie will nicht ein wanddloses ^Vesen erfassen, sondern die Wirklichkeit. wandelnde, eugnet, Sondern zu ihr ihn verlangte. Er hat mann Cohens jüdischen gestellt, das Lebendigste was je über Cohens wifd gesagt werden noch vor Jahresfrist ijährigen Bestehen einen wiederum’, an Hermann ch seine kraftvolle -Ein» chtung erfährt. deTrum und seine sitt« in seinem Verhalten zur schreitende,. begegnende Das neue Denken macht damit die Stand« und Lebens« diese Schau ist ist kein erreichtes Es muß selber ver« es sich selber trüge oder von anderen seiner Art ge tragen würde Diese Verantwortung geschieht am In dem Werk, das ein. S) umschließt und dem es auf V pllständigkeit wirklich eine einer »Sterns ankommt, hat Rosenzweig gewandt, die er selber in leuchtenden Darstellung des lösung« das neue Denk« meint er mit Recht, daß sich dz was an Erneuerung des Denjkens von dem Buch Methode des gesunden Methode des Wissenschaft Menschenverstandes zur ichen Denkens/ denn es Alltag des Lebens«, stem der Philosophie Methode anganz durch« der Ern nennte Von ihr rin das konzentriere, mit ihr die Abkejir von. dem k lealistischen Denkstil zu vollziehen./ dije Art, wie er geführt hat, bleibt unser Gew Die Methodle des neuen Denkens kennzeichnet dieses neue Denken nennt Feuerbach, Vorgänger und An« ausgehen, kann. Er versichert, nicht erfunden zu haben un f Cohen, Eugen Rosenstock als reger. Aber ihmi ist die Aufgabe zuteil geworden, im entscheidende« Augenblick u nserer geistigen Lage diese Methode gewußt und k. ar anzuwenden und djese Aufgabe aus» nn und sein Ruhm. kann »warten, ^eiterleber, es hat keine* fixe Idee, es weiß: kömmt Zeit, kommt Rat!«, Der Zeitlich-- keit dieses Denkens entsf rieht es nun, daß es1 für die "Darstellung der drei Zeiten; drei Arten des Sagens verlangt: für die V’rgangenheit ein Erzählen, für die Gegenwart die W< diselrede, für die Zukunft chorisdies Sprechen. Das z Iso ist das Entscheidende: 'an die Steife zeitlosen Denkend tritt zeitgebundenes Sprechen, an die Stelle des denkerisch-einsamen Monologs <auch geschrie >ene , Bücher # sind solche »Monologe«, die Briefferm steht inmitten) der fragende und antwortende Dialog, in dem Erfahrung gemacht wird und in dem man »mit dem Eigenen vom Anderen abhängig is .« Wehn das idealistische Denken mit Begriff und Beweis'* gearbeitet hat, so ( .arbeitet das neue Denken als eine erfahrende Philosophie, mit der richtigen Nennung der Dinge, und es gelangt erst am Ende, statt die Erkenntnistheorie mit der Wahrheit, die währ ist, voran» züsetzen, zur Wahrheit, die als trahr bewährt s e i n w i 11. Es gibt hier keine Reduktionen mehr: es ist nichts »eigentlich« etwas, anderes — etwa Wesen oder Idee oder ,S jbstanz — sondern ganz und gar nur Dieses und jmes und Das,- das »un- 51

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