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Der Orden Bne Briss · 1930-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 3 - März
Date
1930-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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uns erscheinen soll. Wenn z. B. gesagt werden soll, daß der Gottesbe te dem Bileam auf eben die Art gegenübertritt, gegenübergetreten ist. *ie BifeatP , seiner Eselin so geschieht das dadurch, daß in beiden Fällen fumer wieder dieselben <:um Teil recht seltenen) WEndungen gebraucht .werden. Dieses »Formgeheimni; des biblischen Stils*, das entdeckt« hatte <ich zitiere Rosenzweig), hat Roserzweig wieder in einem be* deutenden Aufsatz <»t)as Formgeheimnis der bi* blischen Erzählungen», Veröffentlicht im «Kunstwart» vom Februar 192S), meine Auffassung weiter* bildend, dar,gelegt. 4. Am merkwürc igsten bezeigte sich unsere VC echselwirkung in dei Fragen der Wiedergabe der sprachlichen Eigen ümlichkeiten.* Zu meinem ersten Entwurf] hatte Rc senzweig geschrieben: >£s ist ja erstaunlich deutsci,- Luther ist dagegen fast. nun;u ceutsdi?« Er begann bald, qann immer nachdrücklicher, bekämpfen. So schrieb er, 16 Verses im 2. Genesis» r< produziert hatte: »Diese jiddisch. Ob erst nur hindeutend, dieses -zu deutsch« zu als ich den Schluß des Kapitel nicht genau inneren Infinitive würd: ich alle wiederzugeben suchen. Also: magst e«sen du, essen. Aber das hängt damit zusammen daß ich, wenn ich über- Luther hinausgehen würde, ihn in der Hebraisierung der Syntax zu übertreffen suchen würde. Sie, bei enthebraisierter Syntax, im Atifgraben des hebrä» ischen Gehalts des eirizel len Worts.« Ich sah ein, daß sein Streben nach syntaktischer Nachbildung, natürlich unter der ander »bestimmten Gesetzbarkeit der deutschen Sprache,' brreditigt war, und machte es mir zu eigem Einige Zeit später, als wir schon tief in'der gemeinsamen i Arbeit staken, kam ich in ejnem Brief, gelegentlich eines kleinen Aufsatzes von mir über Karl Eugen Neumanns Buddha* VE crk. auf die Verschiedenheit zwischen den Grund* Sätzen zu sprechen, die Rdsenzweig in meiner Jehuda* Halevi-Uebersetzung angc wandt hatte, und denen, von denen ich bei diesem Versuch, die Schrift zu übersetzen, ausgirig Darauf antwortete Rosen» zweig <am H: August 192>): »Sie vergessen immer noch, daß Sie mich befiehlt haben, auf die ,-gründ» lichste Art. durch Arbeit meinerseits*. Aber in VC ahrheit hatten wir einarder bekehrt. 5. Rosenzweig! hatte richtig erkannr, daß für mich eine der wesentlichen Aufgaben der Schrift» Übertragung »cfäs Aufgraben des hebräischen Gehalts des einzelnen Worts« war. -Ich war im Lauf jenes zehnjährigen Nachdenkens zu der Einsicht gelangt, daß man von geblichen Bedeutungen de die man in den Wörterbüchern findet, zurückgreifen en abgeschliffenen an» biblischen Vokabeln,. ( muß auf ijtre sinnlichen Urbedeutungen, soweit sie : aus hebräiiehef und <mit Vorsicht) sonstiger semi {rischer Etymologie zu erschließen sind,- immer be» , achtend, djafr fdie sog. Synonyma einer Sprachi: i untereinander in ihrem sinnlichen Gehalt, oft heftiy differieren' daß aber auch cjie einander entsprechen» den Begriffe verschiedener iSprachen sich in vieler Fällen keifieswegs -.sinnlich] decken, ja daß gerade in diesem Vuseinandergehn' die Eigentümlichkeiten] ider Volksoaraktere sich Besonders deutlich bild*| ha ft bekurden,- freilich audh dies berücksichtigend, daß in der Uebertragung dije sinnliche Urbedeutung ines Wores nicht überall in gleicher Stärke, und irgends ungebührlich stark hervortreten darf. Rosenweig ging nun auf jene; meine Tendenz zum »Aufgrabeijj« nicht bloß eip, sondern gerade in diesem Berieich entfaltete siih sein selbständigster ünd produktivster Anteil. "Es waren vor allem die kultischen und theologischen Bezeichnungen, die er aus den]-Zustand der Verwaschenheit, dem sie ahheimgefaljlen sind, durch Wiederherstellung der charakteristischen Grundfarbe zu befreien suchte, wobei er in einzelnen Fällen mit Recht nicht von di;r wirklichen Etymologie, sondern von der in d?r Bibel geltenden Volksetymologie ausging, Für s^ine Funde setzte er sich leidenschaftlich ein, zu» * wpilen so fjanatisch, daß ich — wie in andern Belangen, so hU£h hier — als mahnender Grenzwart dejr deutschen Sprache oder gar als Anwalt des veirstehenso]Ienden Lesers fungieren mußte. Aber da|s Fechtet] gegeneinander war doch nur eine sehr sekundäre Erscheinung, das Eigentlichste unsrer Arbeit warj ein gemeinsames Ringen um die Adäquatheit, d^m bedeutsamerweise an den höchsten unjl entscheidenden Punkten ein gemeinsames Erringen folgte, innerhalb dessen mitunter nicht mehr ausruforschdn war, was dem Denken des einen, wajs dem dös andern entstamn!tte^ •— I Als ich Rosenzweig das.Ietjzte Stüde des Buches »Inj Anfang« <in der ersten Fassung) gesandt hatte, erhielt ich von ihm dieses Gedicht: aller A n!sng Ende sei. id i.ibs erj.ihren. . .ins L eben“ schrieb ich, Schreibpfliehtfrei, - ■ knapp zwei Jahren wäre.' .ahm die rargewillre Hand, :ie lyrtgewiilte Hange srjnd, so hiieb mir nur die Schnji. hei ist Gesc Wir llrta\ lind - 43 — Doch Anfang ward Jies Ende mir: ich geschrieben, in - ich Janh es. Lieber, Dir reib gehnehen . ' ■ idrieben It ort tion Anbeginn, die bürgt für Endes Sinn, so begann Die Schrift.

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