Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1930-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Reibe von Artikeln zur Topographie Palästinas, die.in wissenschaftlichen Zeitschriften und Saromelschriften veröffentlicht worden sind." Wir bringen die J lusführungen von Br. Press mit Zusatzbemerkungen voi Br. Horoyit : - Frankfurt a. M.- und möchten damit die Diskussion über die vorliegende Frage als abgeschlossen betrachten. ' Die in der Dczemjber-Nummer der Mitteilungen veiöffentlichten Ausführungen der Brüder Prof. Dr. Josef Horovitz-Frankfurt a.fM. unq Dr, Walter Fisehel-Jerusalem über die jüdisch-arabische Frage s«nd trotz oder, richtiger, wegen ihrer strikten Objektivität nicht geeignet, dem Leser der Mitteilungen, der der Palästina-Frage zumeist fernsteht, aber darüber unterrichtet sein möchte,, ein klares Bild davon zu geben, was eigentlich in .diesem Lande vorgeht. Die genannten Ausführungen scheuen sich, c as Kind hei Einern wahren Namen zu nennen Für uns Ji den. handelt es sich hier nicht um eine einfache »Aufbauarbeit«, sondern um den Aufbau eines völkerrechtlich gesicherter jüdisch-nationalen Fleimes an der Wiege unseres Volkes t nef an der Quelle der Kultur der Menschheit. Es ist dies ein Problem von weiYesttragendeJ historischer Bedeutung, vert der Beachtung nicht nur sei'ens eines jeden Menschen, der Sf.h zum jüdischen Stamm bekennt, sondern auch seitens der gesamten Kulturwelt. Es handelt, sich um eine messianisef e Schöpfung des jüdischen Genius und des internationalen 1 Gerechtigkeitssinnes, wie sie in der Weltgeschichte nicht oft viederkehrt und wiederkehren kann. Haben die Juden das moralische Recht, trotz der neuerdings eingetretenen verän jenen politischen Verhältnisse im nahen Orient mit Nathdri ck. auf det vollen Realisierung der Balfour-Deklaration zu btstehen? Ich. möchte diese Frage mit gutem Gewissen bejal en. Die Juden haben anvcder Eroberung des Landes einen recht aktiven Anteil genommen, während die hier lebenden Araber sich hierbei ganz passiv verhalte« haben. - Durch die Abtrennung des Ostjordanlandes von Palästina und die Bildung eines rein arabischen Staates daselbst'^ ist ^ueh den. Wünschen der Araber Genüge getan. Während der dreizehn Jahrhunderte, die die Araber das Land bewohnen, wurde de: sen alte Kultur bis auf den Grund vernichtet Die. Grenzen der Wüste wurden im Osten wi* im Süden weit nach dem Innern des Landes .verschoben; das Gebirge -wurde überall' scines Waldschmuckes beraubt und seine Terrassen wurden zerüört, die alten Wasserwerke, vernichtet und die C^uelJeh i eFStopft,, das Tru htbare Jordantal und die Küstenebtne versindet und versumpft. Die grassierende-Malaria und; epi ionische Krankheiten, die Aussaugung'der Bauern durct diefeudalen Großgrundbesitzer und Erpressungen durch'dic Beamten haben die Bevölkerung in Not,'Elend und Unwisser heit verseucht und stark dezimiert. Palästina glich fast einr Wüste, bis eine kleine Gruppe von jungen Leuten aus' j erüsalem yor 50 Jahren in den Sümpfen des Nahrel-Andsoia nördlich von Jaffa die erste jüdische landwirtschaftliche Siedlung gründete. Seitdem datiert der ununterbrochene heroisch: Kampf ^jtr jüdischen Kolonisten gegen widrige Naturkräfte und die Verteidigung von Gut und Blut gegen eine diebisde und räujierische Nachbarschaft. Sie haben Sümpfe getrocknet, Sandwüsten in wogende Getreidefe'der und blühend*«! ruchtgärten und Steinwüsten in grünende Weingärten verwandelt. Die Malaria hat viele Opfer gefordert, in Hedera in der Scharon-Ebene raffte sie das erste Siedlergeschlecht hin, die Trachbma hat Verwüstungen in den Augen, der Kinder sngerichtetJ aber mit der unserer Passe eigenen Zähigkeit hielten nicht nur die ersten Pioniere a|uf id tapfer aus. sondern immer neue Siedler kamen in’s Land und setzten mit demselben Eifer und mit derse ben heiligen und aufopferungsvollen Begeisterung die Wiedergeburt des Landes der Väter fort. Der edelmütige Baron Edmond Rothschild verschiedene Kolonisationsvereine und Privatleute haben zählige Millionen zu dessen Restituierung investiert. Welchen Nutzen haben die arabischen Bewohner i des Landes aus der jüdischen Kolonisation gezogen? . Sie verlauften den'Sumpf-, Sand- und Steinboden, der höchstens afs Weidegebiet für die armseligen Herden 10dl armseligerer Fellachen und Halbnomaden gedient hatte, um'hohe Preise, das Land wurde allmählich dank der 'Opler an jüdischem Geld und jüdischem Leben saniert, viele tausende von arabischen Arbeitern aus den Dörfern fanden ^n den jüdischen Koloifenlohnende Beschäftigung und lehnten hierbei die ■ modernen Wirtschaftsmethoden, ihre landwirtschaftlichen Produkte fanden auf den einheimischen Märkten guten Absatz, in deii Krankenhäusern und Polikliniken derj jüdischen Kolo,- nien wurden sie von den jüdischen Aerzten und Sanitätern liebevoll behandelt und oft vor dem sicheren Tode oder vor Erblindung gerettet. In den Araberdörfern in der’ Ni he der jüdischen Kolonien nahm der Wohlstand zusehends :u, die elenden Lehmhütten machten .guten Steinhäusern Ziegeldächern Platz, die vernachlässigten Felder wurden . fruchttragende fflanzungen verwandelt. ■ Konnte ' sich so die Balfour-Deklaration nicht bloß die historischen Ansprüche des jüdischen Volles auf däs Lah seiner Väter, sondern auch auf seine neuerdings erworbenen Rechte als Wiederbeleber dieses Landes stützen, so hat die Verheißung, die von 52 Staaten ratifiziert worden ist, dem Lande einen Segen gebracht, wie es ihn seit Iden alten Zeitc n nie erlebt hat, Jüdisches Kapital, jüdische Injtelligenz und d e körperliche Arbeit einer idealisierten jüdischen Jugend haben hier in wenigeh Jahren Kulturwerke geschaffen, die die Au - merksamkeit der gesamten Kulturwelt auf sim gelenkt haben! Weitere großel Landflächen wurden urbar gemacht und grefe industrielle Unternehmungen begründet. Di« Rutenbergschert Elektrizitätswerke am Jordan-Jarmuk, die gay: Palästina mit JJdit und Kraft versehen sollen, gehören zu den großartigste! Setypfungen noderrer Technik. Tel-Awiv, die einzigartig: jüdische Stadt, vor 20 Jahren auf einer nackten Sandfläche ani| Strande des Mi teimeeres gegründet, mit ihren Schuleij, Tagest Zeitungen, periodischen Zeitschriften und Buchverlagsanstaltenl , ihren Banken, Fabriken, Geschäftshäusern und ihrem Aus steilungsgrund, ioren Hotels, Badeanstalten etc. kann denl amerikanischen Los Angelos am Ufer des Stillen Ozeans arj die! Seite gesteht werden. Von den Schöpfungen der geistiger Kultur will ich hier absehen, weil dieselben einstweilen noch keine gemeinsamen Berührungsflächen mit der arabischen Kultu . geschaffen haben. Dagegen hat der fortgesetzt: soziale Kampl deif jüdischen Arbeiterschaft auch den arab sehen Arbeiter sodial gehoben und gefördert. Welchen Anteil haben die Araber, in d:ren Besitz sid grqße Reichtüm^r konzentrieren, an dem Aufblühen des Landes gekommen? Sie haben weder eine Handelsbank noch ein größeres industrielles Unternehmen begründe!, weder soziale noih kulturelle ^Anstalten ins Leben gerufen. Die Regierung unterhält für sic auf Kosten sämtlicher Steuerzahler Schulen und Krankenhäuser. Die Mittel zur Errichtung einer landwptschaftlichen Schule, in der die arabische ugend erzogen cirtd in den modernen Methoden der Landwr rtschaft unterwiesen wird, hat die Regierung aus dem Nachl iß des jüdischer Philanthropen (yadourians Bagdad genommen. Objektiv betrachtet, bat also die arabisc ie Bevölkerung von der jüdischen Einwanderung und Kolöni;ation in jeder - 32 i