Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1930-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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der Kinder zu leginnen, aber er hat diesen Weg abgelehnt, — er mußie, wie er lächelnd sagt, eist die »Uniform«, den jüdischen Rahmen schaffen, der die Alten, mit den J ingen vereinigt. Sollten die Kinder mit jüdschert Wissen über die Eltern spotten, die hier und da in alter Gewohnheit noch zur Messe ginget? r So wächst die Bewegung unter der zielsicheren Leitung des gan: vor seiner hohen sittlichen Aufgabe erfüllten, liesoroenen Führers, unbeschwert von politischen oder d Jgmatischen Elementen. Allmählich führt er sie Briefe an Es isr eine vc den O.B.B. Vorträge. n jeher heiß umstrittene Frage, ob überhaupt und weiche Art, von Verträgen in den Logen gehalte t werden sollen je nach der verschiedenen . Ein; telfung wünscht ein Teil der Brüder Vorträge ans allen Gebieten des Wissens, ein anderer nur so che aus der jüdischen Gefühls- und Gedankenwelt und ein dritter möglichst gar keine. Alle bringen nach ihrer Ansicht durchschlagende Gründe für den von ihnen vertretenen Standpunkt bei. Die ersten sind der Meinung, daß die Loge auch in geistiger Beziehung eine erzieherische Aufgabe zu erfüllen.-tat-' Sie'soll die Brüder mit dem Rüsrzeug ausitatten, das sie befähigr, im Kampfe für die Le bens- und Gläubensideale der zur Gemeinschaft, errichtet Betstätten, verfaf t Atjdachtsbücher, regelt die Ritualien. Hier und da1 zeigt man ihm mit Stolz in der Synagoge ehe-Trora, obwohl man sie noch nicht zu lesen v< rstefit, in einer, anderen hat man erst den Schrein für die Thora aufgestellt, aber man schmüdct ihn zijn Sabbat mit Blumen, wie man es in der Ki-che gesehen j Auch Zwistigkeiten gibt es manchmal zu schlichten'. pEs kommt ein asthkenasischer Jude zum jGottesdienst. Er erregt Anstoß durch seine heftigen, dem portugiesischen Marranen ungewo inten und unziemlicherscheinenden Bewegungen beim Beten;! Bastos erklärt: Dieser Jude nimmt die V orsd ritt, mar müsse Gott dienen mit allen Gliedern des Körpers,} noch wörtlich. Stört ihn nichtrr ginnte sidi unglücklich, krank fühlen, wenn er anders beten müßte.' So heilt Bastos den Diffei enz« ffekt unter den Seinen. — Aber der milde, itets hilfsbereite Mär#i wirdhart und abweisend, ’renr ihm ein unerbetener Rat kommt, wenn ihm ein Orthodoxer strengere Formen vorschlägt. /Er predigt die Religion der Liel>e, des gegenseitigen Sichverstehens, die ewigen Gesetze reinster Menschlichkeit, die das Göttliche im ludentum sind und schaltet menschliche Willkür und Gewissenszwang aus. Er, der nach schweren äjjßeren und inneren Kämpfen den Weg zum Gotte; seiner Väter gefunden hat, ist der geborene Pädagoge, der Liebe mit Strenge paart, und dazu berufen isr, in unwissenden, seelisch unklaren Menschen den göttlichen Funken zu entzünden und in der freien Republik Portugal ein glüddidies Geschlecht aufrechter, bewußter Juden zu erziehen. 15000 ' Mairarfen sind bisher seinem Rufe gefolgt auf 60000 schätzt er die in systematischem Arbei: noch zu gewinnenden. Das Aufsehen, das die Marranenfrage in der christlichen Welt hervorgerufen hat, spiegelt sich in den Berichten eines polniskhen Journalisten Wieder,' dör von der Ueberraschurig des portugiesischen Volkes durch das plötzlicheÄuftauchen von8000C0<!>' »portugiesischen Bürgern jüdischer spricht Es wäre müßig, sich angesichi Nation der lität« mairanischen Bewegung in Prophezeiungen zu ergehen. Aber es ist ein beglückendes Bewußtsein, daß es einen Mann gibt, der, unbeirrt von irdischen Hemmungen, den Weg zu den Höhen der Mens hheit weist, und daß die sittliche Kraft seiner Persönlichkeit genährt wird von den uralten,| ewig neuen Wahrheiten des Judentums. Möge er auf seinem Wege die Bewunderung, das Verständnis und die Mitarbeit der gesamten jüdischen We t finden)! Juden Führer der Außenstehenden zu sein, ln" kleineren Orten wird es oft an der'Möglichkeit fehlen, an anderer Stelle geeignete Vorträge zu hören, so daß die Löge diese Aufgabe übernehmen muß. ln d^n großen Städten mit ihrem ungeheuren Angebot an iBildungsmöglichkeiten liegjen die Verhältnisse natürlich anders, aber veranstaltet inan einmal eine Umfrage, wieviele Brüder von diesem \ erteil Gebrauch machen/ so wird man über die verschwindend geringe Anzahl erstaunt sein. Das berufliche Leben, das infolge der schwierigen Wirtschaftsverhältnisse die Zeit eines jeden vollkommen in Anspruch nimmt, die gesellsdiafrlichen Ver-; pflichtüngen, die gegen den eigenen besseren Willen so manchen Abend besetzen, die Nptwendigkeit, für die berufliche Fortbildung zu sorgen,.die weifen -11 31»