Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1930-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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If . Im eres von Santa Maria' la Bianca, als Synagoge im XIII. jahrftundert gebaut, seit 1405 christlidie Kirdie. Toledo. raschtj in dieser Schau verschwenderischer Fülle, die Gründlich' keit eines ethnographischen Museums C mit den Mitteln moderner Reklame wirkungsvoll vereinigt, unsere bescheidenen Symbole zu erblikken: Menorah, Tefillin, Mesusoh, Thora-Mäntelchen, eine Megilioh-Esther, — und ejinige Scheiben Mazzes, mit der Erklärung: »Dies ist 'das Brot, <pan azimo [" ungesäuertes Brot) das Jesus bei letzten Mahldie peinliche seiner erwacht zugestutzten Bahnhöfen, * vie auf den Gürteln der eingeborenen Soldaten und Polizisten wahmeh’fflen kann. In ungetrübter Farmonie leben hier die beiden Stämme nebeneinander. So waren wohl auch die ahdalusischen Städte Spaniens, Cordoba, Granada, von heiterem geschäftlichem Leben erfüllt, als die iberische Halbinsel noch nicht die Schrecken der Inquisition kannte. Heute sind die$£ einst blühenden Städte^ entvöß ert, hart halb der Schritt des Wanderers durch menschenleere Gassen, und der Fremdenstrom, der die gigantischen Ausstellungen in Barcelona ind Sevilla auch in die Provinzstädte leiten 'sollte n, Jst bisher ausgeblieben. -Für den Spanier gibt es demnach heute keine Judenfrage irgendwelche! praktischen Bedeutung, sie weckt in ihm höchstens einige historische Erinnerungen, wenn er vo ■ einem Historienbild von . man nach Portugal kommt. Die Lissaboner Gezeit genossen hat«. Es Erinnerung an die Missionstätigkeit der mit reichen Mitteln ausgestatteten Kirche bei den jüdischen Kindern in Palästina, eine Gefahr, auf welche die palästinensische Großloge im vorigen Jahr aufmerksam gemacht hat. j . j Wir dürfen hiermit abschließend iagen, daß in Spanien wohl einzelne Judeji unter dem Schutze ihrer Ursprungsländer unbehelligt leben, daß aber von einem jüdischen Gemeinschaftsleben, jüdischer Kultur, Kunst oder Wissenschaft nicht die . Rede sein kann*. wenrt nicht etwa mit einer Aenderung der politischen oder wirtschaftlichen Verhältnisse sich neue' Möglichkeiten erschließen. i Ganz anders stellt sich das Bild dar wenn Valdes oder der Inquisit onsszene Gpys oder dem Autodafe in Toledo irr Prado steht, und diese Museums-Reminiszenz v :rbindet sich mit dem beglückenden Gedanken at die Zeit der spanischen Großmachtstellung, wem er in, kostbarer Vitrine in der Ausstellung in i Jevilla die Urkunde sieht, die in hebräischer und ar «bischer Schrift die Uebergabe Granadas an, Isktella die Katholische zum Ausdruck bringt, der letzten Stätte, an der Mauren und Juden nebeneinander ungestört ihrer Eigenart leben konnten. So wirc es uns auch verständlich, daß in dem . Missionsp alast der Ausstellung in Barcelona, in dem die tätigkeit der einzelnen der Juden gewidmet ist. eltumspannende Missionskatholischen Orden dargestellt wjrd, ein Schrein den Sitten und Gebräuchen Man ist zunächst übermeinde, die über 1000 Seelen zählt, (wird von Prof. M osesBensabat Amzalak geführt. Geborener Portugiese, einer alten sefardisdieni Eamilie entstammend, entfaltet Amzalak eine umfassende publizistische Tätigkeit. Er ist gleichzeitig Professor der Nationalökonomie an der Lissaboner Universität, Mitbegründer der dortigen Handelshochschule, Herausgeber der größten Tageszeitung »O Seculo« und auf der anderen Seite fruchtbarer Forscher der jüdischen Vorgeschichte Portugals. Die von ihm geleitete Revista de Estudös Hebraicos bringt zahlreiche Arbeiten aus seiner Feder und seine an Hebraicis überreiche Bibliothek enthält viele Unika, die weitere interessante Veröffentlichungen erwarten lassen. Von tiefer Liebe zum Judentum erfüllt, hält er die Beziehungen zum Weltjudentum durch - 26