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Der Orden Bne Briss · 1930-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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heutige jüdislche Meist tr auf fiesem Gebiete zu leisten vermögen. 3. Alfred Gro' te : »Synagogen«-Kirchen in Schlesien. Der junge Verein »Jüdisches Kfuseum« E. V. in Breslau versendet zagleidi mit s« inem ersten Jahresbericht dieses Schriftchen, in dem einer de besten Kenner des ältesten Syna^ogenbaues, der Pfleger der K jnstdenkiiäler Schlesiens, ein bisher kaum beachtetes Gebiet erf»rscht. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf einige schlesische Kirchen! die als Umbauten einstiger Synagogen au beti achten sind. Viele von der) altschlesischen Synagoge i sind spurlos verschwunden, aber an' drei Orten Ist es Grctte gelungen, noch deutliche Restje aufzuw^isen lind bis z j einem t gewissen Grade eine Rekonstruktion der ein itigen Geistalt zu versuchen. Bei der Salvatorkirche in Oe s, heute {noch »Judenkirche* genannt, zeigt der Grundriß xstaunlidit Uebereinstimmung mit der Altneuschul in Präg/ er läßt! auf den Typus des zweischiffigen, sechsjochig en Hallepraumes schließen, der den meisten mittelafterlid en Synagogen eigentümlich ist. Wie: dieser Bau in Oels, so ist auch St. Barbara in Striegau aus r Synagoge des 14. Jahrhunderts entahrhunderts wird nach Verdaß die Synagoge in eine ersd Jossen. Sehr Tag: gefördert werd auf diese Weise, ähnl < ln deutsch-christliches viele luden als Verfecl kein Zrifall sein, sende; Menichen von seiner Und :G e r e c h t;i g kc nur verhältnismäßig gezogen fühlen, Sondein Reiteln zu Märtyr ^Vn sich konservativ, immer die Kraft au •ufgezwungenen Kamj>f wie in Spanien, jüdisches Kulturgut ingegangen'fst. .. r Dr. A. G a 11 i n e r. hter der Gerechtigkeit. Es dürfte rn hängt wphl mit der dem jüdischen e I i g i o n eingegebenen Friedensits liebe Zusammen, daß sich nicht Juden ziim Anwalts beruf hinauch namentlich in politisch bewegten n einer höheren Idee geworden'sind, haben sie wohl den Mut, nicht aber j gebracht, den ihnen sittlich oder sozial mit dem; nötigen Nachdrude zu, der Umgestaltung eirei standen. Schon Mitt<: des 15. treibung der Juden verordnet, christliche Kirche zu verwandet^ sei zu Ehren des Hoch-1 würdigen Gutes und 1er heiliger* Barbara. Wenn auch stark verändert, weist dod der heutige Zustand noch bedeutsame charakteristische Rest: des alten Baues auf, der in einer anderen Prager Syn igoge, der jaus dem 13. Jahrhundert| stammenden Pinchas-i ynagoge sein Vorbild gehabt haben., mag. Am schwierigs en gestalte! s'd> die Untersuchung bei! det; St. Adalbert-Kirch e in Jauer. Auch hier ist dokumentarisch die Umwandlung dec einstigen Synagoge in eine Kirche belegt. Aber die heul ige Gestalt! c'n achteckiger Raum, istj doch für einen Synagjgenbau des1 14. Jahrhunderts so überend, daß1 sie nur aus dem unmittelbaren Einfluß einest er Baues vom Geister Parier erklärt werden könnte, ursprünglichen Fundamente [scheinen hier vom Verf. nicht untersucht worden zu sein, vielleicht ergäbe sich , dabei ein anderes Resultat. '! | Jedenfalls ist n it dieser Studie für die Erforschung jüdischer Kunstdenkmi iler in Deutschland ein nettes Gebiet wc hl möglich, daß weitere Ergebnisse zu daß gezeigt werden kann, wie auch führen. Eine solche in ihrem Leben von leiser Tragik beschattete Kämpfernatur - hat nur ein Nichtju le„ sehr fein de n Schwingungen der jüdischen Esyche nadig :hend, ans Licht gezogen: Gerh. Herrn. Mos ar »Der ßNrfruhr des schiefen Calm* <Safari-V»lag Berlin). Ein historischer Roman, dem aber nichts Trodc Des anhaftet, der .vielmehr von Eigenfarbe lebend — seinen Reiz aus (gewissen gut erkannten Kontrastwirkungen zielt: Revolution von 48 u id selbstdurchlcbte , Gegenwart auf der einen, idyllisches Klei i stadtleben in den Residenzen Bernburg-Dessau und sch >n damals blutig verlaufene soziale Kämpfe auf der anderm Seite. . Dazwischen Hofluft — Gemisch von Politik, Kun;t. Liebes- und Intriguenspiel, militärischem Regime — und bürgerliche Welt, insonderheit vertret; n durch die seit langem an gesehene Bernburger Judenschaft In ihr spielt nun der alte Calm als Träger des Volksur willens die Hauptrolle und mit ihm zugleich, wenn auch nur in Blitzlichtern sichtbar, die von allen darin vorkommerden historischen Figuren die berühmteste: Richard Wa rner. Pie vielfachen P. radelen zwischen beiden, dem Kultur- und dem Volk revolutionär, von denen der ejne durch; Sinn uiid Klarg seines Werkes, nämlich, des »Ri : n z i«, das dumpf brütenc Gewissen des andern aufstache It und zur Flamme entfachlt, sind Mostars eigenste, sehr gif dcliche, dep jüdischen Les x ganz besonders in Bann schlag tnde Idee. Zweimal treffen sich die Beiden, aber während Calm, der jüdische Lohgerber,, der in Wagners Werk die Leidensgeschichte des jüdischen Volkes ganz :1s Aucdrudc seiner eigenes Stimmung , zu erkennen vermein , diesem zur Flucht verhil t — es war die Zeit nach dem E rande des Dresdner Opern - -hauses und Wagner konnte, wej en seiner Häßlichkeit keine Gnade vor den Gönneraugen de? degenerierten Fürste i Alexander'Franz finden — versa;l umgekehrt dieser sich ihm, als er selbst ein Brandstifter, ha b wahnsinnig in Leipzig an des Herrn Kapellmeister Wagnets Türe klopft . . . . — »Undank war immer Loges Lohn*. Diese sich nun gegen Wagner selbst richtenden Worte könnten auch über dem tragischen Ende eines sehe n halb vergessenen Realpolitikers unserer Zeit,stehen, d:r vor 10 Jahren der'Rache eines Nachkriegsfanatikers zum Opfer fiel: Hugo Haase. Ihm hat jetzt Sohnesliebe <in J J. Ottens Verlag, Berlin- Frohnau) ein G ed e n k b ü.c h .ei n gewidmet, das man eine abgekürzte Zeitchronik nem en kann und das an Hand von Tatsachen, Motiven, Redet , Briefen, Bildern 'Haases . umfassende Persönlichkeit als .die eines: jüdischen Deutschen ' von besonderer Geistesschärfe, .Be edsamkeit, Lieberzeugungstreue und Herzenswärme ins hc liste Licht rückt. Was, er, schon in junget^ Jahren ein beruf mer Anwalt der Be - .. drängten, damals in Ostprei ßen mit verschiedenen politischen Vorkriegsprozessen verknüpft, später; ich Kriege, den er wiederholt zu verhindern versuchte, und.'noch in 'den ■Wirren nachher geleistet hat — srine Reichstagsreden waren ja berühmt — das gehört, jede »eite des Büchleins zeigt es schlagend, weit Ober Parteiliches, Nationales, Jüdisches hinaus der Menschheitsgeschichte, die sie ille umfaßt, an. ' Dr. Richard Elb, <Dresden). Brüder denket bei c er Darreichung von Spenden auch an jlie Großloge!

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