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Der Orden Bne Briss · 1930-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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fährdung des Kontingente der Heiratsfähigen ist eine soldie Abwanderung ßatürlkh von doppeltem Gewicht, Weldiel Bedeutung sie für die jüdische Bevölkerungsbilan^ hat, gebt aus folgender Rechnung hervor: Zahl der jüd. Todesfälle in Preußen 1927 <ohne Totgeborene!) „ „ Geburten hus rein 1 jüdischen Eben 3729 5697 „ „ unehelichen Geburten: mit jüd-Mutter 291 4020 1 D e f i z i t: 1677 „ „ ’ Geburten aus M schehen. in _Preußetj 1927 . das [sind 41°/, des Defizits. - ' 694 Von diesen 694 iGeburten entfallen auf Mischehen mit jüdischem V^ter 424j. Nimmt man an, daß wenigstens der j idisch-mannliche Partner statt der jüdi'scheEheJiatteeingehen können, sten Wünsch hierzu gehabt hätte, man fjerner, daß nach den vorhandenen Statistiken die: Kinderzahl pro Ehe in rein jüdischen Ehen etw^ dreimal so hoch ist wie die Gründe hierfür hat Hanauer egt*) —j, so kann mit gewissem Recht behauptet I werden, j daß der Geburtenausfall durch Mischehen' etwa dem Sterbeüberschuß entspricht, daß alsp durch [Wegfall oder starke Ein». Schränkung der [Mischehen der Ausgleich der Bevölkerungsbilanz I wenn akidt nicht erreicht, so doch sicher ganz wesentlich erleichtert wäre. Wir wollen mit dfcsen Erwägungen die Be-" deutung der Mfs&ehe für! die jüdische Bevölkerungs¬ Mischehe eine reir falls er den err und berücksichtig in Mischehen — ausführlich dargel bewegung nicht übertreiben- Wären heute' die Mischehen völlig beseitigt und die fraglichen Ehepartner restlos rein jüdischen Ehen zugeführt, so würde sieh [zwar zunächst eine nicht unerhebliche .Geburtensteigen mg " ergjeberi, das Problem des anormalen Altersaufbaus und des daraus zwangsläufig resultierenden Bevölkerungsrückgangs wäre aber dadurch ebensowenig gelöst, wie bei den zur Zeit wirksamen wirtschaftlichen Komponenten der Geburtenrückgang aufgehalten Wenp wir also auch Koralnik in seiner Bagatc llislerun^ des Mischebenfaktors nicht auf die Dauer werden könnte folgen können, recht, daß die so hat: er darin doch zweifellos Mischehe - für die Entwicklung der jüdischen Bevölcerungsbilanz nicht ausschlaggebend ist, und d^ß sie für das allgemeine Problem des G< :burtenridcgangs nicht verantwortlich gemacht werden kann. (Sie ist eine Nebenerscheinung, und selbst als solche ist sie kein jüdisches Spezifikum,. ebensowenig wie der Austritt. Das ergibt sich aus der folgenden Gegenüberstellung für 19j27 <pro 1000 der Bevölkerung): ■ *> Allgemeines statistisches Archiv, Gustav Fischer, Jena. Berlin Preußen. ._ Evan- Juden gfiischj Deutschland Äe Mischehen 4,0 3,1 2,9 2,0 2.7 | 1.9 08 3.5 Austritte (nachAbi7Ug der Übertritte) 1.3 10.8 0.9 3.2 zusammen: 5,3 13.9 3,8 5,2 2,5 5.4 Man sieht, daß zwar die Mischehenquote bei der evangelischen Bevölkerung etwas niedriger ist, daß dagegen die Austritte eine vielfach größere Bedeutung haben, so daß die Ausfallserscheinungen zusammen für die evangelische Bevölkerung in Deutschland um etwa 50 v/0 höher sind als für die Juden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Aus tritte vom Evangelischen Kirchenbundesamt nur »soweit amtlich bekannte aufgenommen worden sind, sodaß also die tatsächlichen Verhältnisse wahrscheinlich noch weit ungünstiger liegen. — Die Austritte aus der Kirche erfolgen fast ausschließlich unter Uebergang zur Religionslosigkeit, d. h. seitens proletarisch-sozialistischer Kreise. Hierdurch erhellt auch, weshalb die Austrittsquote bei der jüdischen Bevölkerung so viel niedriger ist: das Fehlen der proletarischen Grundlage wirkt sich hiet einmal günstig aus. Abschließend muß also festgestellt werden, daß der Bevölkerungsverlust durch Mischehe, Taufe und Austritt nicht nur kein spezifisch jüdisches Problem ' ist, sondern, als Ganzes betrachtet, bei der nicht jüdischen Bevölkerung sogar weit mehr in die Er scheinung tritt als bei den Juden. *\ II. - Wir haben den ersten Teil unserer Aufgabe erfüllt: die Untersuchung, ob und inwieweit eir spezifisch jüdisches Bevölkerungsproblem besteht Das Ergebnis unserer Prüfung wird zugleich für die Beantwortung der zweiten Frage,, mit der wir uns beschäftigen wollten, bestimmend sein. Ist da; jüdische Bevölkerungsproblem nur ein etwas ver> zerrtes Abbild der allgemeinen deutschen und europäischen Populationsfragen, so wird sich mit der Unlösbarkeit der letzteren auch .die Aussichtslosigkeit einer jüdischen Bevöllrerungspolitik et» geben. Tatsächlich haben unsere Untersuchungen eirwandfrei erwiesen, daß die nicht-jüdische Bevölkerung den gleichen nach wuchsVerringernden Einwirkungen unterliegt wie die Juden. Diete haben. lediglich einen gewissen zeitlichen Vo - Sprung. Bei den rassemäßigen bezw. konfessionellen Ausfallserscheinungen bietet sich en ähnliches Bild, nur 'daß sich hier sogar die Juden zurzeit noch in der besseren Position befinden. 4

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