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Der Orden Bne Briss · 1929-12-01 · Nr. 12 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 12 - Dezember
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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FQhrerproblem und unabhängig von der sozialen Schichtung ihi|er Mitglieder, und cjje ^gesellschaftliche Stellung, die die Leigen einnehmen, haben sievjsich durch die werbende Kraft dei Ordensgedankens und jdurth den Versuch, eine Gemeinschaft sittlich hochstehender Menschen zu sein, geschaffen. Diß wir diese in allen Schichten der Gesellschaft finden, ejurfte -im Zeitalter der Demokratie und in einet Vereinigung jüdischer Männer wohl'keinemjWiderspruch begegnen.' I Versuchen wir im Gegenteil eine Herabminderung unseref sozialen Leistungen durch erhöhjte Anstrengungen auf geistigem unjd sittlichem Geriete auszuj;leichent wie es uns_die Geschichte der Völker zu allen; Zeiten gelehrt hat. Nur so werden wir die Zeichen der Zeit verstehen und ihnen am besten Rechnung tragen. * -l-c- Jüdische zinsfreie Darlehnsgesellschaft. »Hebrew free Loan soöiety«. BrI Expräsident Georg 1’ürk Eugen Fuchs-Loge, Pljauen i;V. —entnimmt der Mai-Nummer 1929 B'nai B’rith- Mfagazine^) folgende bemerkenswerten Ausführungen, die er gejkürzt wiedergibt: j »Jüdische zinsfreie Darlehnsgesellschaft«. Es ist keine Utopie, sondern Wirklichkeit in Dollar-Amerika. Sie wird aifch genannt »Bank of anotherj chanc'c* frei übersetzt :_»Ba$k dir letzter Es i< t nlchr ein: Möglichkeit«. V niemand so ganz u iten durch, daß diese Bank ihm "Summe von 500!> zinsfrei leihen würde, gleichgültig, ol> es sich um Mann odtr Frau handelt, gleichgültig, welcher Rasse, Religion' oder Farbe det Entleiher angehört.! Seit '37 Jahren haben juejen, Katholiken, Protestanten Weiße. Geibe oder Schwarze, At gehörige der gehobenen undder untersten Schichten bei fast einet halben Million Darlehnsfällen dije bedeutende Gesamtsumme von 10 377 464 S erhalten. | Im Jahre 1S92 habe» 5 j idische. Menschenfreunde diese Bynk gegründet mit Einern Grundgedanken, der Sich auf bih isfhe lÜeberlieferung stützte. Um bedürftigen Handwerkern und kleinen Geschäftsleuten helfen, wurde ein 'Fonds von 96 $ gesammelt, ein be- ■.cbeidenes! Grundkapital, das sich ins weite dehnte. Das jetzige Kapital beträgt 442 000 S, während im Jahre 1928 1 124460 $ acfsge'ich^n »Werden, .wovon rrur 1 112 S, also 1"0 nicht zilrückgezhhlt wurde. Iin einzelnen hat die Gesellschaft 1928 getätigt: Tausend Darlehns:älle in Höhe von 5 bis 500 $. Ijen größten Umfang hatten d e Darlehen 25 S =[1998, ä 50 * 2579, 500 S =’ 837 Fälle. kleinen wöchentlichen Be- 4 i Die ä 100 S —j 961, a inslosen Darlehen sind trögen rückzahlbar, je nach de r persönlichen Lage des Entleihers; ifiach Möglichkeit gilt als Regel für Rückzahlung: j 5 S wöchen lieh bei 100 $ 10 S „ „'200 S 12,50 ^Q; Jederj def glaubhaft nach ihm so ichneile Rückzahlung wünschte I Erleichterung. Da „ 300 S „•500 $ reisen kann, daß seine Lage nicht gestattet, erhält die gelas Kapital 3 mal umgesetzt wird undjman möglichst.viel helfen will, wird allen Entleihern nahegelegt, möglichst in weniger;ils 12 Monaten zurückzuzahlen. . An den Darlehnssucher wird keine Frage über sein bisheriges Leben, Tiber den Zwecjc der Geldentnahme gerichtet. Ein bestimmter Teimih für die Rückzahlung wird nicht fest- . *> y«rgl.Page Diogenes: by E. E Feinberg. gelegt. Alle Angestellten müssen jeden Darlehnssucher mit Höflichkeit behandeln.-Sobald der Kreditnehmer 2 Namen von New Yorker Geschäftsleuten als Bürgen genannt hat, wird er gebeten, rach 2 Tagen wiederzukommen. Inzwischen werden die Angaben geprüft, der gewünschte Betrag gezahlt. Wird nur ein Bürge gefunden, werden nur 50$ geliehen. Auf dem Scheck selbst ist nicht vermerkt, daß es sich um ein Darlthn handelt/ die üblichen Zahlschecks finden Verwendung. An der Wand der Kasse sind zwei Sätze in englischer und hebräischer Sprache, die wohl sonst in Jeeiner Bapk der Welt zu finden sind. »Free loäns of weekly instalments« Zinsfreie Darlehen auf wöchentlich^ Rückzahlung, und »From $ 5 to 500, when funds are sufficietit« «= Von S 5— 500, wenn genügend Geld vorhanden, — Worte, die unzähligen verzagenden Herzen neue Hoffnung gegeben haben. Im Direkterzimmer steht auf einem Marmorblock folgende Inschrift: »If Thou lend money to my people, to' the poor by three, Thpu shalt not lay upon him i’nterest«, auf deutsch: »Wenn-du den Armen meinfts Volkes Geld borgst, sollst du keine Zinsen auferlegen.« I Die Gesellschaft hat ein eigenes,; schönes, würdiges Gebäude, das im Innern den Eindruck ei|ner kleinen Bank macht. Im letzten Jahresberiäit des Präsidenten der Gesellschaft finden sich die bezeichnenden Worte: »(Unter den schwierigsten Verhältnissen finden wir immer Berge von Ehrlichkeit und Ozeane von Dankbarkeit. Der Zweck unserer Gesellschaft ist jetzt -wie am Anfang: statt Almosen zu geben, Bedürftigen Geld zu leihen und anständigen Menschen beizustehen, deren Charakter und Selbstachtung ihpen nicht gestatten, Almosen anz'unehrr.en, die aber ein Darllehn aufnehmen, das sie zurückzahlen" können. 1 tseit Bestehen der Gesellschaft beweisen die regelmäßigen Berichte, daß das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Menschen keine ideale Traumsehnsucht, sondern durch . die Tatsachen durchaus begründet sind. Die Statistiken beweisen, daß 98°'« aller. Darlehen von den Entleihern zurückge-ahlt, nur ca. 2° » von den Bürgen in Anspruch genommen wurden. Das Vermögen der Bank ist entstanden durch Spenden feicher Juden. Dazu kommen Spenden von dankbaren Dar- ' lehnsnehmern, denen es später besser ging. Interessant ist, daß alle Spenden original der Bank verbleiben, da die laufenden , Verwaltungskosten durch regelmäßige Zuwendungen des Verbandes jüdischer philanthropisdterGesellschaften gedeckt werden, j ln New York hat die Darlehusgesellschaft noch vier Filialen. Sie ist stolz darauf, daß in den letzten Jahren ähnliche Gesellschaften im ganzen Lande gegründet wurden. 1 Die Darlehnssueher entstammen allen sozialen Klassen, (nicht nur der unteren östlichen Seite New Yorks, wo Armut kind Not traditionell sind, sondern auch den sogenannten ' vornehmen Stadtteilen, allen Kreisen der Handarbeiter, An- ■ ' gestellten, Kaufleuten, den geistigen und geistlichen Berufen. Ein bekannter christlicher Novellist lieh mehrfach 500 $ in der Zeit, in der er an seinen Novellen arbeitete. Unzählig sind die Fälle, in denen kleine Geschäftsleute in Zeiten von Geschäftsstockung durch Darlehen vom Bankerott gerettet wu-den. Wenn irgend etwas in den Vereinigten btaaten eine flamnlende Verneinung engherziger Anschauung über Juden ist, sö ist es die segensreiche Tätigkeit! der jüdischen zinslosen Darlehnsgesellschaft, f der ich eine Entstehung in Deutschland wünschen möchte. Eine Idee, ' wundervoll und ideal genug, um von.unserem Orden propagiert zu werden. Bemerkung der Redaktion: Wann möglich sein, ein sojsdiönes Werk zu schaffen? *LL 244 — wird es in Deutschland

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