Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 12 - Dezember
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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mahnungen aber ist: wenn jüdische Männer aus Li€be zu ihrem Judentum -ihr Maaser „geben, so treiben sie mit dieser schlichten Geste — das Ein» fache ist das Merkmal des Wahrhaften — eine wirksame Propaganda. Wir sind anders als die Andern— Die jüdische Sonderart 'aber in nicht» jüdischer Umgebung zu wahren, erforderte zu allen Zeiten schwerste Anstrengungen, so lange es eine jüdische Geschichte gibt. Moses, der große Lehrer und Begründer, hat ein für allemal den rechten und alleinigen ^Veg gezeigt. Von Aegypten führte er sein Volk zum Berge Sinai^ nicht Menschen rechte werden dort verkündet, sondertj die jüdische P-f I i c h t zur besseren, höheren, girieren Mensch» lichkeit. Nur die jüdische Sonderleistung auf diesem Gebiet sichert unseren Bestand und unsere Ehre. Unbeschadet aller Bestrebungen, auf Grund der allgemeinen Menschenrechte Gleichberechtigung für die Juden zu erringen,- es gibt in diesem Mühen keine bessere Hilfe und keine stärkere Wehr als die gute jüdische Tat. An dieser Erkenntnis und ihrer Durchführung aber mangelt es vielfach.. Noch ein anderes fehlt uns: der Sinn für das Opfer. Unser Leben verrinnt. Wir aber 'müssen begreifen, daß wir es nicht blindlings hinschwinden, es uns nicht willenlos nehmen lassen dürfen, son» dem daß wir es aus eigenen Stücken bewußt und wollend und damit frei h i n g e b e n sollen. In klaren Grenzen verkörpert das Maaser den Inbegriff der drei Worte unserer Logendeyise. Denn Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht begreifen in sich als gemeinsame Wurzel die Hingebung, die Hingabe an den Menschenbruder und weiterhin an alles und jedes, was uns angeht in der endlichen uns erfüllenden und durchdringenden Welt, undj damit)jund darüber hinaus die liebevolle Hinwendung zum Unendlichen, Unsagbaren, Geheimnisvollenj Freiwillig, denn der Sinn des Opfers ist die Freiwilligkeit, gebe jeder sein Maaser! . tn der Tagung der Generalkomitee-Sitzung vom .^4. 11. 29 ist folgende Entschließung angenommen worden: Angesichts der Schwere der Zeit erachtet es die Groß« löge für die Pflicht einer jeden Loge, die Brüder auf die besondere Verpflichtung eines Ben Briss zur Wahrhaft« machung freiwilliger Wohltätigkeit <Zedokoh> im Sinne des altjüdischen Maaser hinzuweisen.! Stanislaus Stückgold. Der Maler Stanislaus Stückgold ist kein Anfänger, den man erst empfehlen muß. Er ist schon über 60, und bereits vor vielen Jahren hat der französische Maler Piccasso bei einer Ausstellung des Pariser Salon von ihm gesagt: »Der interessanteste aller der Maler, die hier sind, ist Stanislaus Stückgold.« DiePresse aller Länder, »Journal de Paris, Matin, Temps, Ere nouvel, Popolo Romano, London News« und zahlreiche andere Zeitschriften haben Besprechungen über ihn gebracht, viele Kunstsammlungen und Museen, darunter der Louvre, Werke von ihm angekauft. Aber Rembrandt hat man verlassen, gerade in seinem Alter, gerade als er sein Bestes schuf. Stückgold gehört nicht zu jenen mittelmäßigen Künstlern, die diese oder jene Zeit kopieren, sich an alte . Schulen halten oder neu geschaffenen, modernen nach- Stanislaus Stückgold heit, Urkraft sind, und heutiger Zeit v fr ' rrv laufen. Er gräbt nach der ewigen "Wahrheit| nach den ewigen Potenzen, die Religiosität,! Gottj Der Geist vergangener Zeit ist sein Lehrer. j i Als Kind der Muiik zu geneigt, hat er später er kannt, daß er eigentlich mehr in Farben wie in Tönen träumte. Nach dem Wunsche seines Vaters wurde ef jedodjt Ingenieur, selbstverständlich, um nach beendeten* tefhf nischem Studium zuni Pinsel zu greifen. So ist Musik und Architektur in seiner Malerei. die - Pracht Sein Selbstbildnis Unerhört ist seiner Farben. Sein Blau ist bekannt, es ist die wahre Offenbarung seelischer Tiefe von glühend religiöser Sehnsucht. Aber nicht nur in Blau, in Rot, in Gelb, in Grün zaubert er jene Welten hervor, die uns verborgen sind, jene Welten, in denen - 238 —