Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 12 - Dezember
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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I l . - . .. * Br. GroßprSsjdent fragt, ob der Form zugestimmt I würde, daß den Logen die Besdtäftigyng mit der Frage | nahegebracht wird. ~ ' | Br. Hör o v itz - Fra nkfut t : Mit einer solchen; Empfehlung ist nicht viel gedient. Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Not^ ist es Pflicht des einzelnen Bruders den Maasergedanken durchzuführen. Es handelt sich ja nicht um eine Zwangsmaßnahme, sondern um etwas Freiwilliges. Es j wird geklagt, daß Nachwuchs'für die Logen nicht gewonnen | werden kann. Wenn wir ein großes Ideal im Anschluß an die alte Tradition vor,- unsere Logen hinstellen; dann wird . auch neue Gewinnung von Brüdern -möglich sein. Nach weiteren Ausführungen wird der Resolution fast ^einstimmig zugestimmt. - Sie lautet: *> Resolution zum Maaser. - j ' Angesichts der Schwere der Zeit erachtet es die Großlöge für die Pflicht eifier jeden Loge," die Brüder auf die besondere Verpflichtung eines Ben Briss zur Wahrhaftmachung freiwilliger Wohltätigkeit <Zedokoh> im | Sinne des altjüdischen Maaser hinzpweisen l ■ ,.; Maaser-Propaganda.; . Von Br. Richard Tuteur - Frankfurt a. M. Angesichts der Bestrebungen, möglichst alle Logen unseres Distriktes für eine Maaser-Propa-; ganda zu gewinnen-, scheint es angebracht, auf den i praktischen Versuch hinzuweisen, den die Marcus- 1 Horovitz-Loge, Frankfurt a.M., unternommen hat, I und über die dabei gemachten Erfahrungen zu be- | richten. Schon kurz nach ihrer Gründung wurde i in der Aussprache nach einem Referat über den I alten Brauch des Zehnten aus der Loge heraus 1 der Antrag gestellt, jeder Bruder solle in-feierlicher, bindender Form zu der Ausübung dieser alten jüdischen Sitte verpflichtet werden. Der Vorschlag •fand in dieser Fassung keine Mehrheit, aber wirkungslos verhallte er nicht. Denn Bemühungen, die etwa vier Jahre später darauf zielten; die wohlhabenden Mitglieder zu größeren finanziellen Leistungen für die Loge heranzuziehen, führten wiederum auf den Weg der Maaser-Propaganda. Es wurde die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft versucht ^bestehend aus Angehörigen des Beamtenrats und den Obmännern der sozial tätigen Ausschüsse) mit der Aufgabe, durch geeignete Maßnahmen sämtlichen ' Brüdern immer wieder einzuschärferi: dje Zugehörigkeit zur Loge schließt eine ernst zu nehmende Verpflichtung in sich, für ihre guten Zwecke namhafte Geldopfer zu bringen. Darüber hinaus sollte sie eine feierliche Form finden, die den Brüdern die freiwillige Ausübung des Maaser nahe lege. Mehr schien nach den vorliegenden Er-! fahrungen nicht erreichbar. *• Die Schaffung einer derartigen Arbeitsgemeinschaft für erhöhte jüdische Wohltätigkeit <Maaser> wurde von der Loge gutgeheißen und zwar ohne \ 4. Richtlinien für Schwesternvereinigungen wird nach den Ausführungen von Frau Anna Lewy- Slettin und Frau Eschelbadier-Berlin auf die März-Sitzung [vertagt. 5. Verschiedenes. , , ' Br. Großpräsident führt aus, daß die nächste Tagung des Generalkomitees mit Rüdesicht auf die Ctonven- )tion, die am '27. April 1930 in Cincinnati stattfindet, schon |m März abgehalten werden muß. Die Entsendung eines [Vertreters zu der Convention ist beschlossen worden Ueber gewisse Aufträge, die mitzugeben sind, wird noch |Beschluß. jefaßt werden müssen. Br. Levi-Mainz: Die Wohlfahrtseinrichtungen der Logen und Lögenverbände leiden vielfach Not. Es wäre vielleicht gut, die Brüder, die für spezielle Aufgaben Interesse taben, auf solche Anstalten hinzuweisen. Sch’ulf der Sitzung 175/, Uhr , gez. Goldschmidt. \ Aussprache*, aber auf Wunsch des Referenten, die Zustimiriunjj nicht nur zählen, sondern wägen zukönnen, mit dem praktischen Ergebnis, daß in kürzester Frist M. 2000.— freiwillig gespendet wurden. Nach diesem ersten Erfolg wurde die Werbung für’ die formelle, Einführung der Maaser- Propaganda unter ausgiebigen Besprechungen weiter^ geführt, und es wurde ein positiver, wenn auch nicht einstimmiger Majoritätsbeschluß erreicht Die Maaser-Propaganda, die auf eigene Faust immer zu betreiben in einer jüdischen Loge mit der Devise Wohltätigkeit einem Bruder ja unmöglich verwehrt werden kann, war so legalisiert. Um dieser Entschließung der Loge sofort einen realen Gehalt zu geben, wurde die Geldbeschaffung für die Errichtung eines jüdischen Lehrlingsheimes von der Arbeitsgemeinschaft betrieben,- am ,Ordenstag im Herbst des gleichen Jahres 1928 war der Betrag von 20 000 M, aufgebracht, und damit eine genügend breite Grundlage geschaffen, einen langgehegten aberwegen Geldmangels nicht erfüllbaren Wunsch der Verwirklichung entgegenzuführen. Ueberblicken wir die auf dem zurückgelegten Wege gemachten tatsächlichen Feststellungen! Viele Brüder wissen nichts vom Maaser. , Es kostete Mühe darzutun, daß es sich dabei nicht um eine Abgabe an die Loge handelt, sondern daß jeder sie nach eigner Wahl für solche 'Personen und Zwecke verwenden kann, die ihm die nächsten und wichtigsten sind. Was gegenwärtig von den Steuern und sozialen Lasten als Maaser gilt, verbleibt im einzelnen der Entscheidung der rabbinischen Autoritäten, die sich — 236 —