Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 12 - Dezember
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Br. Lewkowitz-Breslaü begrüßt es, daß diesmal ein konkretes Logenthema auf die Tagesordbupg gesetzt worden ist. Oie Passung des Themas ist aber so weit, daß die Diskussion nichtfruchtbar sein kann. Es ist riditig, daß die Vertiefung des Logenlebens in der einzelnen Loge liegt. An der Behandlung jüdischer Fragen in der Loge wird man nidit vorübergehen können, weil der Logenbruder vom^ jüdischen Leben der Zeit berührt sein will. Durch die Rede des Groß' Präsidenten auf der Großfogentagung ist eine gewisse Be» unruhigung in die Logen geiragen worden;. Es herrscht die Meinung vor, als sei beabsichtigt, did jüdischen Inhalte Zwangs» läufig zur Logenaufgabe zu machen. Es muß daher hervorgelteben werden, daß, so gewiß jüdische prägen in der Loge, behandelt werden, eine Majorisierung in: jüdischen'Welt» anschauungsfragen nicht stattfinden darf. [Den Logen muß die Direktive gegeben werden, daß sie in innerjüdischen Prägen Beschlüsse nicht fassen dürfen, daß der brüderliche Zusammenhang in der Loge wichtiger israls alles arjdere. Gegenüber der wirtschaftlichen Not, im eigenen Kreise jrtiuß jede poch so große allgemeinjüdische Aufgabe zurücktreten. An dieser Not kann auch die Großloge nicht Vorbeigehen, ebensowenig wie die Loge, djnn es gilt den Bruderkreis zu stärken durch ' die Beachtung dfcr Not des einzelnen Bruders. "Br. Lisser-Hamburg: Die Bemühungen von Br. Großpräsident ifw die Befriedung des jüdischen Lebens sind außerordentlich dankenswert. Es ist zu hoffen, daß die unerträgliche Situation, die den Ordert erschüttert, behoben wird. — Dem Antrag Jeselsohn stimmt er zu. L)urch die Heranziehung von Brüdern, die nicht ,Expräsicjeni.en sind, wird vielleicht ein Nachwuchs herangebildet, der durchaus wünschenswert Ist. 1 . Für die' Ve rtiefung des Log e n lebens kommt alles auf den Pättdenten an. Die Teilung der zu großen Logen istnotwendig, weil in ihnen, eine Persönlichkeitsetziehung nicht raöglich ist. Die sich .ergebenden Schwierigkeiten dürfen alier picht übersehen werden. — Nach dec Meinung des Rainers ist audr der Geschäftsausschuß zu stark angewachs in, namentlich soweit es sich um dfie Abwicklung der Geschäfte handelt. Vielleicht wäre es richtig, hierfür einen engeren Ausschuß einzusetzen. Es soll dies kein formaler Antrag sein, doch bitte er, die Anregung zu erwägen. Für Sammlung ruhig den Katastrophenfonds sollte die jetzt beginnen, damit bis zum Jubiläum im Jahre 1932 ein Betrag zusammen kommt. Dieser Fonds kann dann auch für Katastrophen im Bruderkreise Verwendung finden, die bei den wirtschaftlichen Verhältnissen, deren Aenderung noch nicht abzusehen ist, sicher eintreten werden. Die gleichen wirtschaftlichen Veihältnisse haben eine Abwanderung aus deft Logen zur Folge, die nicht vermieden werden kann. In bezug auf das jüdische Buch ist gesagt worden, wir desavouierten unseren früheren Beschluß. Da aber als erstes Buch die Bibel empföhlen wird, könnte ruhig eine Ausnahme genw eht werden. Es ist erschreckend, in wie weiten Kreisen -- auch innerhalb des Ordens — die Bibel fehlt- Er bittet, Br. Großpräsident zu folgert und als etstes Werk die Bibel unter Opferung zweier Jahre den Logen zu empfehlen, damit wird etwas Programmatisches getan. Br. jRoseifeld:» Für die Vertiefung des Log'enlebenp ist zu beachten, daß der Bruderkrejs sowohl ein homogener als auch ein heterogener — Gliederung nach Bildung, Alter isw. — ist. so daß bei der verschiedenen Artung auch die Behandlung der. verschiedenen Interessengebiete neben de acht gelassen werden darf. r Hervorhebung des Jüdischen nicht außer Br. Levi-Maijn z: Bei der Propagierung des Gedankens des jüdischeu Buches konnten die Logen dem Gedanken nur nahegebracht werden, weil ihnen gestgt worden ist, daß sieuijter einjfr Auswahlliste würden wählen können. Auch der 0escbäftsausschuß muß sich an «ie gefaßten Beschlüsse F(nltefi. Es besteht sonst die Gefahr, daß für die Zukunft das Interesse der Loge an dem jüdischen Buch ertötet wird. Die Buber-Rosenzweigsche Bibel kann als erstes Buch nachdrücklich! empfohlen werden, aber es muß die Möglichkeit der Auswahl gegeben werden. . .Was den Rückgang der Logenmitgliedcr anbelangt, so begrüßt er ihn, auch wenn nicht die frühe-e Eintrinszahl ihm gegenüber steht. Die Logen müßten die ihnen bereits angehörenden Brüder sich zunächst anpasset. Hierin haben sie Aufgabe genug. Die Kosten der proßjlogentagung kennen ve•- ringert werden, wenn jeder Loge nur das Recht eingeräumt wird, einen Delegierten auf Kosten der Großloge zu en: - ■ senden. Wollen die Logen eine stärkere Vertretung, so mögen sie die auf eigehe Kosten ausüben. | Wird dicNotwendigkeit des Katastrophenfonds nadtgewiesei i, so wird er auch sicher geschaffen werden. Der Geschäftsausschuß kann aber nicht Beschlüsse fassen, die über die finanzielle Kraft der Logen weit hinausgehen. Etwas anderes wäre es, wenn der für den Katastrophenfonds gesammelte Betrag mm großen Teil bei den einzelnen Lögen verblieb«, um dort für Katastrophen im Bruderkreise Verwendung zu finden. Er warnt vor| einef Thesaurierung und vor eine- Sammlung zur Großlogje hin. Die Bereitschaft innerhalb de' Logen, für Katastrophen gerüstet -zu sein, wird vorhanden sein.’ Der Brudergedarike aber muß wachgehalten werden Die Not iih eigenen JKrJ>se ist .so groß,' daß es nicht angängig erscheint, Mittel für Eventualfälle bereitzuhalten, die für dj« Linderung der Not in cer Gegenwart notwendig sind Br. Cohn-Kön gsberg: Es. ist die Aufgabe det Großloge, bedeutungsvolle Ideen in die Loge hineinzutragen Dazu -gehört auch die d :s j ü d i s c h e n B u c h e $. Es ist bemängelt worden, daß ur die nächsten beiden Jahre nur ein Buch in Vorschlag gebraht wird. Es ist dies aus technischen Gründen im Anfang notwendig. Es ist nicht möglich, für eine Verbilligung sich < inzusetzen, wenn die Auflage nicht eine große ist. Als eritesWerk ist die Bibel durch ihre Einzigart durchaus richti; -. Vielleicht könnten die Logen auch veranlaßt werden, eine Anzahl von Bibeln für die Kulturarbeit in den kleinen Olten, wie sie vom Hessischen Logenverband, in Ostpreußen und von der- Esra-Loge in Mecklen bürg geleistet wird, zur Verfügung zu stellen. Es würde das zur Erhaltung des Judentums außerordentlich viel beitragen Es wird darüber geklagt, daß bei dem starken Lesebedürfnis der Jugend nidit genügend Jugendbücher vorhanden sind, und daß die von der Großloge herausgegefxafccn jüdischen Jugendbücher nicht die richtigen sind. Vielleicht könnte die Herausgabe dieser Bücher in rascherer Folge erscheinen. ' Br. Felsenthal äußert {ich zu der Frage des jüdischen Buches. Die Anregung der Jubiläumsfon d's ist, maßnahme werden. Der Verband der jüdischen Jugendvereine leidet finanziell stark. Es besteht die Gefahr, daß die von ihm herausgegebene Zeitschrift, diesehr wertvoll ist, nicht aufrecfaterhalten werden kann. Ein Eingreifen der Großloge nach dieser Richtung hin w^re wünschenswert. Vielleicht könnte über die 3000.— Mk., die gegenwärtig dem Verband Spinoza-Loge zur Schaffung eines' richtig/ sie darf aber keine Zwarifcs» 232 —