Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1929-12-01 · Nr. 12 - Dezember · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 12 - Dezember
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/6727475-6029145-6074804--2244-4868846
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

/ er doch, daß die offenen Lögen dadurdi leiden, daß den Frauen ein zu großes Remt eingeräumt wird. Die Brüder stehen in len Mehrheit auf dem Standpunkt, daß der lännerabend ist; an dem sie unter sich sein |tandpunkt muß respektiert werden, ne neuer Kandidaten bemerkt der Redner, |te weitete Demokratisierung der Loge ist, eiten notwendig gewesen sein mag.; Heute, sehr auf die zahlenmäßige Machtstellung auf die Qualität ihrer Mitglieder. Es darf nicht außerhalb der Loge spöttisch von «dem Bruder« gesprochen werden. Wir müssen d|aran denken, daß wir Führer sein wollen und müssen uns deshalb von denen frei' halten, die das Apsehen des Ordens schädigen können. Was nun die Tätigkeit der Logen und dejr Brüder außerhalb der Logensitzung anlängt, so muß Bruderliebe und Eintracht auch int Leben draußenj gewahrt werden. Hier wird man zwischen Großstadt-Logen und denen in mittleren und kleinen Städten unterscheiden müssen. Es darf nicht Vorkommen, daß" sich .Brüder parteipolitisch auf das schwerste bekämpfen. Gerade ihrer .überwiege Logenabend ein! wollen. Dieser Zur Aufnaht! daß er gegen ein die in früheren kommt es nicht der Logen arteipölitische Kampf ist es, der die Loge meisten schädigt. Das verleidet Außenintritt in die Loge. Die Loge muß mehr, schah, in der jüdischen Oeffentlichkeit wirken, sind ende Glied in der* jüdischen Oeffentlichge muß das,einigende Moment stets bedieser häßliche und den Orden stehenden den als dies bisher g< sic muß das vc keif sein, |g der tont werden. Br. Scheyer äußert sich dann über den Zwedc der Logenverbände und die Notwendigkeit. eine zusammenfassende Tätigkeit auszuübtn. Von der Großloge verlangt er bestimmte Führung und eindeutige Anregung. Ein ■ Hineingehen in das praktische Leben muß mehr als bisher erfolgen. Auf den sicher kommenden Einwurf, daß er praktische Wege nicht aufgdzeigt hat, möchte er wie zu Anfang betonen, daß die heutige [Aussprache im Generalkomitee die Logen zur Ueberlegung Aufrufen «oll, wie praktische Arbeit zur Verwirklichung des Zieles geleistet werden kann. Br. Großpräsident dankt Br. Scheyer und erteilt Br. Horovitz das Wortzum Korreferat. Br. Horovlitz-Frankfurt ä. M.: Eine Vertiefung des Logenlebens dnreh die Großloge ersdioint nicht möglich. Hier kann nur die Logje selber etwas ..leisten. Die Großloge und ihre Organe köntjen nur Ratschläge erteilen. Allein auf den Präsidenten komnjt es an. Wird seine Persönlichkeit so in den Mittelpunkt der Loge gestellt, daß sie -die Loge beherrscht, dann wird auch nas Logen leben erstarken!. In den großen ''Logen wird stärklere Arbeit im Logensinne, nur dann möglich sein, wenn klare ■ als dies bisher der Fall war, seitens der Großloge auf di« Teilung der allzu großen' Logen hingewirkt wird. Es ist ein t Unmöglichkeit, in Legen mit 500 Brüdern und mehr Erzieh ungsarbeit zu leisten, .hierfür müssen recht viele Arbeitsstil ten des Ordens geschaffen werden. Feste Normen über die Größe einer Loge werden sich schwer aufstellen lassen, ab t grundsätzlich muß zum Ausdrude kommen, daß da, wo eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern überschritten ist, nene Logen gegründet werden müssen. Die - Heranziehung des einzelnen Bruders zur Mitarbeit in der .einzelnen Loge ist Sache des Präsidenten und Ales Beamtenrats. Auch sie wird nur in kleineren Logen zu erreichen sein, Hwo die Brüfer einander kennen, und wo es sowohl dem Präsidenten wie den Brüdern des Beamtenrates zeitlich möglich ist, auf den fernstehenden Bruder eipzun irken. Durch die Ausgestaltung des Sitzungsprogramms! muf darauf hingewirkt werden, daß. jeder Bruder interessiert bleib:, daß das Logen» leben innerlich belebt und intensiviert wird. Für jeden Logenabend muß ein besonderer Punkt der Tagesordnung geschaffetr werden. Ob daneben die Schaffung von Arbeitsgemeinschaftei > in Frage kommt, wird in jeder Loge vom Präsidenten ent* schieden werden müssen. Das Programm der einzelnen Log«: wird verschieden sein müssen für große, mittlere und kleine Logen. Während es in Großstadt-Logen vermieden werden muß, einen »Prominenten« über ein Thema sprechen zu lassen, das 'auch an anderen Stellen behandelt werden kann, also , mit der Logenarbeit nicht im. Zusammenhang steht, wird man in .kleinen Städten, wo prominente Redner nur wenig hin*’ kommen, sehr wohl-solche Vorträge veranstalten müssen. In einer Bne Briss-Loge müssen natürlich jüdische Dinge besprochen werden. Daneben ist aber, die Aufrechterhaltun;- des § 1 der Allgemeinen Gesetze gut; weil hierdurch dem Präsidenten die Handhabe gegeben wird, wenn die Gefahr demagogischer Beeinflussung auftaucht, einzugreifen. Lieber» haupt wird man sich auf den Standpunkt stellen können, daß die Gesetze für die Vertiefung des Logenlebens keine Rolle spielen. Wesentlich ist die richtige Auswahl der Präsident«}. Hier sollten die Gesetze freier gestaltet werden/ die Vorjschrift, daß der Präsident die Beamtenlaufbahn durchgemadjt haben muß, sollte gelockert werden. Zum mindesten müßte in solchen Fällen immer der Dispens der Großloge sicher sein, in denen hiervojt abgewichen wird. Die stärkere Heranziehung der Brüder : zum Logenbesuch müßte mehr in d: s Aufgabengebiet des | Propagandaausschusses gelegt werde i- Nicht so sehr die äußere Propaganda, als die Beteiligung dir Brüder an der Logenarbeit ist notwendig, der Grund fiir jedes Fernbleiben muß festgestellt und evtl. Abhilfe geschaffen werden. I Auf die Formulierung des Logenideals kommt :s nicht so sehr an, wie auf den Inhalt, den man ihm gibt. Eine weitere Frage ist die: Wie erfüllen wir in di heutigen Zeit, die g«Jnz besondere Anforderungen stellt, d is Logenideal, d. h. wie kommt die Löge und der einzelne Brud r den Idealen des Judentums und des wahren Menschentums nahe? -Da ist die Behandlung von Tagesfragen in den Logen geboten. Sie jlürfen aber nicht allein besondere Punkte der Tagesordnung »ein. Auch überzeitliche Fragen sollten in einer Form erörtert werden, die die Teilnahme aller Brüder ermöglicht. Aus den Logensitzungen muß der Gebräunt übertriebener Worte verbannt werden, sie müssen dutkb Verinnerlidiung zu einW Art Weihestunde werden und somit die Loslösung vom ^lltag gewährleisten. Zu der Anregung1, einen Katastrophenfonds zu schaff bemerkt Redner, daß, wenn die Schaffung notwendig ist. Sie nicht bis zum Jahre 1932 aufgespart bleiben kann, gr kann nicht erst in langen J|ahrenv aufgebaut werden. Redner verweist auf die Schaffung des Katastrophenfpnds beim Völkc rbund, die auf eine Anregung von Br. Michael M. Mai tz zurückgeführt werden kann. Ein Katastrophenfonds für jüdische Katastrophen ist dringend erforderlich. Es ist betrüblich, daß eine Organisation wie die Großloge für die Katastrophe in Palästina mit einem Betrag voin nur 3000 Mk. auftreten muß. Die Großloge müßte sich mit einem Aufruf an alle Logen wenden und außerordentliche Beiträge1 für den Fonds fordern. E ne' Erhöhung des Pflichtbeitrages kommt nicht in Frage/ dieier Weg würde zum Fernbleiben wertvoller Kandidaten führen. Gerade in der gegenwärtigen Zeit der wirtschaftlichen Not dürfen an die einzelnen Brüder — unter Berücksichtigung der individuellen Verhältnisse — nicht zu große Ansprüche gestellt werden. i Wenn die Großloge führend sein will, dann muß sie ernstlich erwägen, wie die Kosten der Großlogentagung herabgemindert werden können. Redner regt an, eine Kommission 230 —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.