Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/6727475-6029145-6074802--2234-4868837- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die neuzeitliche Philosophie, wi^ $ e in diesem Buche uns Geltung und Stellungnahme heisAend entgegentritt, steht jenseits des Prinzips des Geistes als> dejs rein bereAnenden Verstandes, aber auA jenseits eines yagen, romantischen Kampfes des Triepes gegen den Geist (NietzsAe), des Unbewußten gegen jdas Bewußte (Freud), der Intuition gegen den Intellekt (Bergson), der Seele gegenj den Geist <Klages), obwohl wir MensAen unserer Zeit dem geseltsAaftliAen und wirtsAaftliAen Prozessen, die beide tragen, shiAsalhaft verfallen sind. Ein neues Prinzip greift inj die Zügel, das der Existenz als das eines in siA gestalteten Lind die Gestpltungs- Prinzipien in siA tragenden Lebens (Hejdegger, Jaspers, die dialektisAe Theologie). Von dieser Einstellung aus wird der Verstand niAt ei ifaA abgesetzt, sonder t hineingesetzt in die Akte des Verstehens, wie die SpraAe in die des SpreAens, die Vernunft in die des Vernehmens. Im Verfolg, dieser Auffassungsweise wurde der Verfasser tu Humboldt, einem verwandten Denker, - geführt und zu se nem neuesten Buche angeregt: Wilhelm v Humboldt's phile sophisAe Anthropologie und Theorie der MensAenkenntni; (Verlag Niemeyer, Halle 1929). Die kristallklare Darttellungs weise des besproAencn durAaus wissensAaftliAen Werkes, maAt es einem* weiteren Leserkreis verständliA. Sie ist voll verhaltener Spannung, den kühnen Elan bäniigt die alles beherrsAende, von Sys|tem zu System fortsAr sitende, unbekümmert sAarfe Kritik, die aber die hohe AAtung vor dem Leben mit seinen Besonderheiten wahrt und darum Liebe und Verehrung für die g ’oßen, philosophisAen Denker atmet. Aber ^reit über den engen Rahmen der FaAd sziplin hinausgreifend, werden Biologie, PsyAologie, PsyAoan: lyse, Charakterologie, Soziologie in knäpper, umfassender Fülle zu neuem Aufbau herangeholt. Deltn dieses BuA sAreibi niAt tote GesAiAte, sondern müht siA voller lebendiger I stärke die MensAheit aus ihrer jetzigen verzweiflungsvollen! LeAroAenheit herauszuführen aus der KneAtsAaft des bloß reAnenden Verstandes über den Strudeln hemmungslos wirbe nder Lebenstriebe auf einen neuen Weg zur Resonanz mit Cott und Welt. . Von der Kritik glänzend aufgetjommen, von großen Tageszeitungen {Frankfurter Zeitung, KölnisAe Volkszeitung) mit großen Aufsätzen begrüßt, verAent das Werk, auA in unseren Kreisen ernstliA beachtet zu Verden. H-t. kehr zu einer altgewohnteh hindurA im neuen Palästina Berufsums Aicjituog handelt neuen Erwerbszweig, dem erst Bei den Bestrebungen der jüdischen es siA somit niAt um einen die Juden zugeführt werden slollenj, sondern um die Rück¬ Der Verfasser, der selbst al: Landarbeiter einige Jahre tätig Tätigkeit. gewesen, behandelt ferner mit großer SaAkenntnis die v^rtiA edenen Kolonisationen und kolonisatorisAen VersuAe der Jucien in Rußland, Polen, Rumänien, Palästina, Anatolien, (pyp irn, den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Argentinien^ K; pada, Brasiliep usw., wobei er die versAiedenartige sozial|»ök »nomisAe Grundlage jedes Siedlungswesens und die eigenartige ideologische Einstellung der Siedler besonders hervprhflbt. Die Arbeit wurde schon im Mai 1927 abgeschlossen , . eir eh ergänzenden Nachtrag, der die neuesten Daten der letztet zwei‘"Jahre berücksichtigt, werden wir mit Dank begrüßeil. — -Wer sjchfür die*landwirtschaftliche Kolonisation der J iden interessiert, wird diese überaus fleißige und gründliche Arbeit mit großem Nutzen lesen: auch dürfte sie für die (erufliche Umsichichtung der Juden manche wertvollen Anref ungen und Winke geben E. F. 5690 - 1929/30. 2. Jahrdes zweiten Jahrganges des enenen, von Emil Bernharc Jugendkalenders hat das irr Unternehmen seine Fort* haben siA Verlag, Heraus* Isler, Dr. I. M.: Rückkehr der Juden zur Landwirtschaft. 144 Seiten. Verlag J. Kaufmann, Frankfurt a. M., 1929. Preis brosA. M. 5, geb. M. 6,50. SAon in dem Titel ist die Aufgabe angedeutet, die siA der Verfasser mit der vorliegenden Arbeit gestellt hat, nämliA zunäAst die alte falsAe Behauptung von dem angeborenen Handelsgeist der Juden und von ihrem Widerwillen gegen mühsame körperliAe Arbeit, insbesondere gegen die LandwirtsAaft, zu widerlegen. Gegenüber den versAiedenen Rassentheoretikern, die den Hang der Juden zum Handel sogar auf 'den rationalistisAen Zug der jüdisAen Religion zurüAführen iröAten, süAt der Verfasser an der Hand reiAen Materials die Hinfälligkeit- 'dieser Theorie naAzUweisen und zeigt, daß die Juden niAt nur im alten Palästina, wie dies aus vielen Bibel- und Talmudstellen belegt werden kann, sondern auA in den versAiedenen Ländern und in der folgenden Zeit ungefähr bis zum 12. Jahrhundert siA.mit der LandwirtsAaft besAäftigten, und daß sie auA in den weiteren Jahrhunderten überall, wo es ihnen mögliA und gestattet war, als AdceAauer siA betätigten. Die BezeiAnungen der ältesten jüdisAen Niederlassungen in Polen zeigen dies deutliA. Jüdischer JugendkalendJsr ' gang. Mit der VeröffentliAung im JüdisAen Verlag-Berlin ersm Cohn herausgegebenen JüdisAeln vorigen Jahre dankbar begrüße« setzung gefunden. . Wiederum geber und Mitarbeiter um ihre jugendlichen Leser ein Ver dienst erworben, denn was man fügliA von einem JüdisAen Jugendkalender verlangen kann] das ist hier geleistet worden Das jüdisAe Kind, dem ein allgemeiner SAülerkalender ode1 AuerbaAs DeutsAer Kinderkai Inder in die Hand gegebet wird, greift auA auf diesem Ge>iete,gern naA etwas Spezi fisA-jüdisAem. SAon das Titd bild und das Einleitende Ka lendärium geben diesem Kalender seine jüdisicbe Note. . Efc folgen dann abweAselnd In bupter Reihe: Erzählungen, Ge diAte, Rätsel, BiographisAes, gaben für Bastelarbeit — alles einem jüdisAen BliApunkt aus des Kalenders sowie die die ZeiAnungen : stehen auf einer Höhe. Wenn derartige Literat Mission zu erfüllen haben, an seinem Teile tun. Er wird jzur Aneignung, und Mehrur g jüdisAen Wissens anregen, j jdisAes Selbstgefühl weckt i, moralisAe Wirkungen erzielen und künstlerische Triebe in der Kindesseele für würdige Ai «gaben aktivieren Daß auih der Humor in diesem Kalender zu seinem RgAte kommt, ist niAt mehr als billig. Ob siA aber gerade die biblisAe Je seph-GesAiAte in unseren Tagjen für ein Purimspiel eignet, das mit witzigen Bonmots durhjsetzt ist, kann-nur naA den Regeln des guten Geschmackes entsAieden werden. Trotz der bekannt zionistisAen Ein * :llung von Verlag und Hy. _thisAes LiturgisAes, Auf* üdisA OrientiErt, von irgen i eschen. Das Bildermateri; 1 Erzählungen! illustrierende» bemerkenswert künstlerisAe ri erzeugnisse eine erzieherisd e ird es auA dieser Kalendur ausgeber ist dem Kalender jed ferngehalten. AuA Kinder werden keinen SAaden, an ihr :r wundersAöne GediAt von Er lil bewußte zionSstisAe Tendenz aps niAtzionistisAen Kreisen Seele nehmep, wenn sie das Cohn: »Der Chaluz« lesen oder die palästinensisAe Hafenstadt Haifa vom Karmel aus gesehen im Bilde sAauen. D. iß unser Kalender siA anläßliA des 200. Geburtstages von Mcses Mendelssohn mit einem GediAt und zwei Bildreproc ul tionen begn igt hat, sAeint mir etwas zu mager. Hier ’/ürde man mit ReAt ein Mehr erwartet haben. Aber einzelne Bemängelungen können den — 223 —