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Der Orden Bne Briss · 1929-11-01 · Nr. 11 - November · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 11 - November
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Wert des Kalenders im ganzen genommen nidit herabmindern. Allen, die am Werke tätig gewesen sipd, sei im Namen der jüdischen Jugend gedankt, die nach der Lektüre aller Beiträge dieses zweiten Jahrganges gewiß schon heute den nächsten Bland, des Jüdischen Jugendkalenders sehnsüchtig erwartet. Besonderer Dank gebührt auch der Jugendscbriften-Kommission der Großloge für Deutschland U O.B.B., die um das Zustandekommen dieser schönen und durchaus lobenswerten jüdischen Jugendschrift mit bemüht gewesen ist. Gr. Kalender des Jüdischen Frauenbundes. Untertitel: Das Gesicht der Stadt und ihre Juden. Der Besprechung von Dr. Margot^liess, Berlin, enjnehmen ■ wir folgende Zeilen: , Der vierte Jahrgang des" Kalenders, den' der Jüdische Frauenbund herausgibt, trägt das Motto: »Das Gesicht der Stadt und ihre Juden« Er zeigt internationales Gepräge: aus den entferntesten Weltgegenden wurde mit besonderem Verständnis für das dokumentarisch Wertvolle und aktuell Anregende Ssoff zusammengetragen, dar geeignet ist, jüdischen Charakter, jüdisches Wesen und Arbeiten zu illustrieren. Es wurden vornehmlich solche Städte ausgewählt, in denen entweder jüdisches Wesen von alfersher eine besondere bestimmte Note darstellt oder wo jüdische Arbeit sich neuerdings soweit dupchgesetzt hat, daß sie dem Gesicht einer Stadt wesentliche Züge einfügt. Darstellungen aus New York, Paris, Venedig, Moskau, London, Toledo bereichern wesentlich das Bild jüdischer Eigenart, Jwie es die vergangenen Jahrgänge bereits darzustellejn unternehmen. Der Kalender kostet — mit Metallunterlage, die jedes Jahr wieder zu benutzen ist — RM. 3 25, im Buchhandel RM. 3.50. Vereine erhalten ihn zum Weiterverkauf zum Preise von RM. 2.75. ■ Das Judentum.' Geschichtsschreibung, Prophetie -und Gesetzgebung nach dem Exil von Max Haller, Prof, an der -Universität Bem. j Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. Verlag von Vandenhoeck 'S Ruprecht, Göttingen. 24 und ,363 Seiten. Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit einer der. interessantesten und folgenreichsten Epochen jüdischer Geschichte, der Epojhe der Restauration des, jüdischeiKVoIkes mach dem thgischen Zusammenbruch des Jahres 586 vor d. g. Z. Es ürdig und für den jüdischen Genius kenr|- wie Israel seine Wiederauferstehung feiert völligen Zerfall, einzig und allein kraft,des der ihm von seinen Gottesmännern, den großen Verkündern des Religiösen und Göttlichen, ins Herz st. Prof. Haller, der Verfasser dieses Werkes, das einet Teil der bekannten, von Gunkel und Greßmann herausg tgebenen »Schriften des Alten Testamentes« uns die Epoche noch interessanter und wird immer denk* zeichnend bleiben, nach scheinbarem religiösen Geistes, treffliche Auswahl ^bildet, versteht an lebendiger zu mad en, als sie schon ohnedies ist, durch eine der für das Verständnis der Zeit und ihrer Probleme charakteristischen Bibeltexte sowie durch eine ebenso feinsinnige wie tief eindringende Deutung und Erklärung derselben. Haller beschränkt sich indes nicht auf die Heranziehung biblischer Texte. Auch außerbiblische wie die Urkunden von Elephantine werden herangezogen und eingehend erläutert. So wird die Darstellung des religiösen und literarischen Lebens im Mutterlande durch das Licht erhellt, das die Diaspora auf es fallen läßt, wie denn' überhaupt die ganze Bearbeitung unter weltgeschichtlichem Asplekt steht und als modern im besten Sinne des Wortes bezeichnet werden kann. Nur in einem Stücke mutet sie geradezu veraltet und überholt an, näm|ich in der Unterschätzungj des späteren und nicht minder des Judentums der Gegenwart. Da hat den Verfasser seine Objektivität und sein Scharfblick verlassen.. Schade! I Dr. Holzer, Worms. ' I I» t Die »Gesellschaft für jüdische Familienforschung" gibt soeben das 19. Heft ihrer Zeitschrift heraus, in dem Ott(o Neumann, Berlin, seinen Artikel über Professor Tychjsens Chronik beendet. Dieser originelle mecklenburgische Theologe hatte 1769 eine Cnronik verfaßt, in der er alle damals lebenden Juden seines Udeimatlandes, mit denen er in regem mündlichen und schriftlichen Verkehr stand, so genau als möglich schilderte. — Alfonso Cassuto, Hamburg, beschreibt den alten Friedhof der portugiesischen Juden, der sogenannten Sephardim jin Emden. —' Bernhard BriJling, Breslau, gibt eine Zusammenstellung der 1725 in Zülz in Oberschlesien lebenden Juden, die besonders wichtig ist, da sehr -viele schlesische und Berliner Familien aus Zülz stammen, wo die Jucen dunch Jahrhunderte eine Freistatt fanden. Der Verfasse: fügt pinen bemerkenswerten Anhang hinzu: »Die Familien Friedlaebder. in'Zülz«. — Zwei Ahnentafeln, die eine von Peter andere von Dr. A r 11 u r C Icon Gebhardt, Berlin, dip z ei I i t z e r zusafnmengestellt, geben für zwei sehr verschiedene Persönlichkeiten Aufklärung über das Mischblut, das in ihren Adern floß: den berühmten Physiker Heinrich Jdert; , den Entdecker der elektrischen Wellen und geistigen Vater .der Telegraphie ohne Draht und den österreichischen Dichter Hugo von Hoffmannst h a I / jener ist Halbjdde, didser Vierteljude. — Die Gesellschaft für jüdische Familienforschung versendet das Juni-Heft ihrer Zeitschrift in dem Dr. Siegfried S c h w a r z s c h i 1 d, Frankfurt a. Main, In kurzen Zügen die Geschichte seiner eigenen (Familie darstellt, die nicht nur selber zahlreiche Mitarbeiter zur deutschen und jüdischen Kulturgeschichte geliefert hat sondern mit vielen anderen jüdischen Familien durch ihre .Töchter verschwägert ist'. ptto Neumann, Berlin, gibt die Fortsetzung des Tyihsenschen Buches über die mecklenburgischen Juden von 1769, das nicht nur für seine Objekte, sondern im selben Maße für den Verfasser außmordentlid) charakter stisch ist. Leo Ruzickä, Wien, schildert auf Grund der Geheimakten der Wiener Ponzei .eine pikante Episode aus dem Leben der Marianne Schjadow. Der bekannte Berliner Künstler und Akademiedirektor hatte in Wien zufällig eine verheiratete Jüdin keninen uhd lieben gelernt. Sie verließ ihren Gatten, ließ sich , taufen^ heiratete Schadow ,und wurde Brüder denket bei der Darreichung von Spenden auch 4‘n die Großloge. — 224 —

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