Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
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der Kunst« zu einem der v ichtigsten und landläufigsten Argumente unserer jegner geworden ist. Diese Freude des gebildeten Juden an den Aeußerungen der Kunst, diese persönlkhe Hingabe an künstjerisdies Schaffen, die sich besonders deutlich in der Musik man festiert, hat im Bereich der Logen bisher ein< n nur bescheidenen Widerhall gefunden. Einen, il gehörte Aktivität nach dieser Richtung hin n cht unmittelbar zum Arbeitsplan der Logen. Aul erdem waren in den Reihen der Logenbrüder bis in die neueste Zeit hinein verhältnismäßig wenige Künstler, so daß es an der im Kunstwesen doppelt notwendigen Initiative des fachkundigen Beraters fehlte. Gerade in Anbetracht des ausgeprägten Musiksinns der jüdischen Rasse wäre es aber unverständlich, wenn planmäßig gegebene Anregungen nicht auf fruchtbaren Boden fielen Zunächst ist zu fragen: Was können dif' Logen in Befolgung ihrer allgemeinen Musikpflege tun? ethischen Wie läßt Tonkunst zu p Ausgestaltung der Logenarbeit die Loge außerhalb ihrer Pflicht genügen, heranziehen, ün<^ wie kann ihres engen Wirkungskreises das tonkünstle||'ische Schaffen ties jüdischen Menschen zu fördern? Kleine, regional begrenzte — wie bekannt: durchaus geglückte — Versuche, für die bildenden Künstler ein nachhaltigeres Echo in den Kreisen der Logenbrüder zt^ wecken, zeigten, daß neuerdings das Verantwortungsgefühl gegenüber dem jüdischen Künstler im Wachsep begriffen ist. Die philanthropische Bestrebung mag hierbei manchmal im Vordergrund gestanden haben, jedenfalls bleibt die Tatsjache bestehen, daß sich Logen verpflichtet gesehejn haben, füß das Werk, leistungsfähiger Maler, Bildhauer und Kunstgewerbler eine offizielle Plattform zu schaffen. Auf dem Gebiet der Musik ist nach, dieser Richtung hin bisher nur sehr wenig, besser gesagt: so gi it wie nichts geschehen. Man wird behaupten, daß es doch an »musikalischen Unterhaltungen«, an »buntenProgrammen«, an »künstlerischen Abenden« nicht gefehlt habe. Mit Verlaub: damit ist eaen nur dem Verlangen nach dem dekorativen Element der Tonkunst, meistens überdies in künstlerisch belangloser Form, Rechnung getragen wordeq. Man konnte schließlich an einem geselligen Ai>end schon aus Prestigegründen nicht gleich mit dem Tänzchen und den ihm ebenbürtigen Vergnügungen beginnen- Und so schmettert eine mehr ode r minder geschulte Gesangskraft das erforderliche Halbdutzend altbewährter Arien und Lieder in die mehr oder minder gefesselte Hörerschaft. Man läßt allerdings auch bei kunst oft der eigentljche n Logenarbeit der Ton- ~ jmprovisato -ischem Raum / aber Selbstlauf die Gemüts- Stil als dünne Rahmenh andlunjj daß der zweck der Musik, ihr Einfluß bildung, kaum zur'Geltung kommt. Zur Stärkung d^y nusika halb der Logenarbeit! is daß die Bfüder mehr als bisher beruflich in so ischen Note es zunächst notwendig. in lifferent gegenüberstehen. Sie ispüren sie in ihr kein eigentliche:; »Wirkung: gebiet Tendenzen für die sich fernerhin die Die frül Gemeins haftssinns ist lei ler nur allzu vielen verlörei gegang en. Versieht njinn es aber durch die geeigneten Werbemittel; die langvolle n Erscheinungen der Oeffentlichkejt in den Logenkr interne;is zu bringen, Bedeutu ig gewinnen. — 211 — in ere Form des es, tyie wir wissen, vpn und ökonomischer Krisen i rgs unberührt g< blieb; die besten Repräs :ntamen von der Notwendigdie Loj;e z;u überzeugen. Arbeit Anregungen innerch und dem ür den dei die menschl 'wertvollen Elemente unter dei Judentum erhalten gebliebenen Musikern Logenkreis zu gewinnen suchen. Diese Aufgabe ist nicht ganz leicht, da yiele Künstler, van dgi eigenen Arbeit völlig ausgefüllt, den Zielen Loge daß haben, ^ein egozentrischen, ' unbelehrbaren Na turen, d:ren es gerade im Künstlerstanci e vield gibt, braucht man nicht allzusehr nachzu rauern. Sie werden sich kaum je zu »Brüdern« in Sinn: der Loge entwickeln/ sie werden im gütstigstei Falle geachtete »Gäste! mii Zahlungs pflichte 1 sein. Wichtiger und wertvoller wäre Gewinnung jener Tonkünstfer, die sich den inneren und äußeren'Kontakt mit dem Judentum und seinen Institutiolen wenigstens bis zi einem gewissen Grade erhalten haben. IhnCt sollte men. ab:r Wirkung Möglichkeiten erschließen, aus den :n dann 'die Logen neue* bis 1er unausgenutzte Kräfte ziehen. Die Logen haben den seel sehen, geistigen unserer Zeit keinesw gegenwärtig nicht leicht, der jüng?ren Generatior k e i t d;s Eintritts dann wird man nicht gon für die gerir ger Abende schaffender rnd nachschafender Tonküustler von Ansehen, deren Leistungen innerhalb der Logen durch ,ein viel systemaiisdher als bislier' betr ebenes Austauschverfahrei erhöhtes Gewicht iiekämpn, wäret in das Gesamtprogramm fest eirzubauen. Manches Logenmitglied wäre a jfs hoch:te erstaunt, welche Fülle von ^großen Begabungen für dieÄe Form intensivierter Musikpfle ge in Rage käme. Det Einwand liegt nahe; Die Loge habe keine Vi ranlassung ir die öff; :ntlidie Musikpf ege, speziell n das Korvzei twesen mehr als bisher einzugreifet, da ihr Aufgabengebiet sonst überschrtten