Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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r Export Wege zu die kleineren Exporteure sich freilich nicht, ca. 2*/» Milliarden betrage. Nach der Ansicht eines * als jWirtschaftstheoretiker weithin geschätzten Frankfurter Bruders' werde die1 Tendenz zu den Großbetrieben in der »optimalen Leistung« ihre natürliche Grenze | finden. Bis zu deren Erreichung könne man lediglich vermeiden, durch ' politische Maßnahmen <;wie Höhe der Umsatzsteuer und dadurch Anreiz j zu vertikaler Konzernbildung) die Tendenz zu verstärken. Das entscheidende Gegengewicht erwartet er von der pich entwickelnden »Weltwirtschaft«. Für die von der zwangsläufigen Entwicklung vorerst Erdrückten oder Gefährdeten, die kleinen oder mittleren Betriebe, wissen die meiste/i Brüder nurden Rat de* »Spezialisierung«’. Ein Bruder \jerweist auf ,die Möglichkeit mäßiger staatlicher Beihilfen für die Gründung bescheidener selbständiger betriebe auf dem Umwege über die »Kreditgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfe-Organisationen Deutschlands« in Berlin. Der Staat soll nach dein Wunsche eines Bruders sich den kleineren Betrieben dadurch förderlich erweisen, daß er dem bahnen sucht und für Mittel aüswirft. Man verheh daß die Reichweite dieser und! der vorerwähnten Maßnahmen nicht eben groß sein dürfte. Gerade Wegen der Fragwürdigkeit der bisher zitierten Vorschläge zur Verminderung der großen Zahl der Arbeitslosen erörtern einzelne Brüder Maßnahmen helfender Natur upd solche ausgeprägt politischen Charakters. Von ^wei Seiten <Wiesbaden, Kobiepz> wird die gesetzliche Durchführung einer Arbeitplosen-Versicherung in der Art vorgeschlagen, daß die Aelteren und Verheirateten auf Kosten der Jüngeren und Unverheirateten Erleichterungen -in der Beitragsleistüng erhalten. Zwei1 Brüder glauben, das Heil nur dßreh bewußte Parteipolitik herbeifübren zu können, eine das Programm von Kar Verwirklichung sieht, meint d^r ande/e, es werde in Bälde nur noch Direktorei, Angestellte, Beamte und Arbeiter geben, jnd der bedrängte Mittelstand tue darum gut, sidi durch die Schaffung einher eigener! Partei vor dem traurigen Ende zu bewahren. j Dies also wäre in großeri Zügen das Ergebnis einer Rundfrage, die den ganzen deutschen Distrikt unseres U.O.B.B. einpezog. Indes — sie kann nur den Beginn einer Aktion bedeuten, die fortzuführen wir nicht ermüden dürfen. Denn wir halten es im Hinblick aufj die Gesamtsituation des Ordens für eine längst fä llige Aufgabe a 11 e r Logen, sich mit derlei Probien en der Zeit, wie sie die Not der Arbeitslosen und Wählend aber der Marx in rascher Würdigkeit! der Wirtschaft:-Entwicklung darstellen, im eignen! umzirkten Krc ise auseinanderzusetzen. Man hat mehrfach das Bedenken geäußert, die Eintracht in den Logen köine bei derartigen Erörterungen infolge unvermeidbaren Abgleitens ins Politische getrübt wtrdep. Wenn es noch eines Beweises bedurft h ätre,! daß edler geartete Menschen große Fragen aer Gegenwart, die | sonst nur in »parteipolitischer« Haltung angegjangen werden, »ins Ueberpartei liehe« steigern und frei von Leidenschaften gemeinsam überprüfen können, — so hätte ihn die jüngste Tagung junger Menschen auf der Freusburg erbracht. Man rang um^ einen neuen, für alle, aus höchste* Verantwortlichkeit handelnden Menschen vetpflichtenden Geist gegenüber dem so bedeutsanen und so _ schwierigen Kolonial-Problem. Menscien von unterschiedlichster politischer Einstellung, A ngehörige - von Kolonialvölkern neben Vertretern aer imperialistischen Tendenz vermochten die entgegengesetzten Anschauungen in Ruhe an tuhören, verstanden einander und verständigten sich.) Was der Jugend gelang, das sollte reifen Menschen im Zeichen der Brüderlichkeit und Eintraot auf der" Basis a k t i v e r Neutralität nicht möglich sein? Kommt doch als ein alle befeuerndes Element heute das Verlangen hinzu, daß alle den allen teuren Maßstab des JudentumSj an den großen Fragen von heute erproben mochten. Aber j eradq weil wohl aille Bne Briss darin einig sind, d; ß nur das Judentum als »lebendig« und bedeutsam empfunden wird, das jSich in der Zeit bewährt, meinen manche Bruderschaften, es komme vor allen^ darauf an,, den: jüdischen »Maßstab« zurü kzugewinnen und ies gebe dafurn »näherliegende Aufgaben«, als sich mit Wirrschaftsfragen und Arbeitslosigkeit herumzuschlagen. Man meinrj daß auch heute ooth die spezifisch jüdische Aufga >e des Ordens am ehesten durch Wissens-Vermittluag in (Form von Vorträgen erfüllt werde. »Immer wieder stößt ben der Menschen von Einsehen oder Lernen dem Mejisdien seinen gibt die Arbeit«. Dies Dichters und Denkers man auf den falschen Glau- . leute, daß ein Wissen qder. in irgend welchen Inhalt gibt. -* Die Wort eines neue vdn Rang wjrd bewahrheitet sich dem an den heutigen «jungen Menschen. Und diese »Wirwollen tun und<dai juden vor 2V,Jahrtausenden? In Zeiten die allgemeine Fragstesten Sachlichkeit, wie Schulen Inhalte eutschen, yon den lebendigen Pädagogen und Psychologen bejaht. Es idiärftjren Blick tausendfach upd erst reche älteren rkenntnis steht glücklicherweise im Einklang m t lebendigem Judentum. — n)hören«, so riefen wir s e durchleben dieVoIlder emauf die — 209 —