Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1929-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Moritz Steinschneider 2× ep/1026314
- Abraham Berliner 1× ep/1011577
- Abraham Geiger 1× ep/1011162
- Daniel Itzig 1× ep/1003985
- David Kaufmann 1× ep/1000043
- David Oppenheim 1× ep/1003000
- Ferrara 1× ep/1044541
- Hermann Strack 1× ep/1013933
- Leopold Zunz 1× ep/1026402
- Menahem Azariah da Fano 1× ep/1002819
- Samuel David Luzzatto 1× ep/1006889
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Juden zum Opfer gefallen sein! Das ungestörte Sammeln von; Büchern durdi Juden konnte erst wieder beginnen, als die Juden in Italien, in der Türkei, in Holland* England und in den slavischen ’ Lindern wieder zur Ruhe gelangt waren. Gefördert wurde der Sammeleifer naturgemäß seit dem 16. Jahrhundert, als durdi die Erfindung der Buchdruckerkunst die Herstellung von Büchern erleichtert war, als an die Stelle der Handschriften die Druckwerke traten und der Besitz einer größeren Anzahl von LiteraturW&rken nicht mehr das Privileg begüterter Personen war_ Von dieser Zeit an sind daher auch nicht mehr nur einige wenige Nachrichten über djen Besitz von Privatbibliotheken bei Juden überliefert, sondern aus den Quellen eine große Reihe solcher Sammlungen nachweisbar. So wissen wir, daß z. B in Italien der Talmudist und Kabbalist Menachem Asarja da Fano in Ferrara-<1548 —1620), der Grammatiker Elia Levita in Rom <1469—1549>, . der Kabbalist Ah r o n B e r*e c h j a di Modena <16. Jahrhundert), in der Türkei der Gelehrte D a v i d V i t a I auä Patras <16. Jhdt.), Samuel Benveniste in Saloniki <16. Jhdt), in Holland Moses Raphael Aguilar <17. Jhdt.) und der berühmte! Förderer der Wiederaufnahme der Juden in England Manasse ben Israel <1604 bis 1757) größere Bibliotheken besessen haben. In der Zeit des Humanismus, als das Wiedererwachen des Interesses an der Kultur des Altertums zur Beschäftigung mit der hebräischen Sprache auch bei nichtjüdischen Gelehrten führte, legten auch die großen christlichen Hebraisten wie Reuchlin, Alb. Widmanstadt <1506—1557) und die beiden Buxtoif Sammlungen ■ jüdischer Bücher an." Im i7. und 18. Jahrhundert begannen darin auch reiche jüdische Privatpersonen, die mit der Wissenschaft des Judentums in keinem unmittelbaren Zusammenhangstanden, aus der Freude am Besitz des jüdischen Buches Sammlungen jüdischer Bücher anzulegen. So sind die jüdischen; Privatbibliotheken des Prage'r Finanzagenten David Oppenheimer und des Berliner Bankiers Daniel ItZig erhalten geblieben. Sie bilden ■ heute den wertvollen Besitz' großer allgemeiner Bibliotheken, wie der Bodleiana in Oxford und der Berliner Staatsbibliothek. Der große Aufschwung der jüdischen Privat« Büchereien beginnt jedoch , erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, zur Zeit, als, inauguriert von Moritz Steinschneider der größte jüdische Literaturhistoriker und Bibliograph des 19. Jahrhundert«, geb-K ..Mfirz lölöin Prol-nitz(Muhren), gest. 24. Januar 19C7 in Berlin *) Au« dem I93(, rrH'firtnetiden letzten Band dn fiinfbundipen Jüdischen Lexikon«. Jüdischer Verlag. Berlin eine selbständige Disziplin (des wissenschaftlichen Betriebes wurde, die wisseqschaf Iich2 Erforschung der geistigen Güter und Leistungen der Juden Lebensaufgabe und Beruf jüdische* Gelehrter wurde und darüber hinaus beiriahje jeder Rabbiner für seine Berufsausübung des Besitze:; jüdischer Büchersammlungen nicht mehr entrattn konnte. Aus dieser Zeit, dem 19. Jahrhundert, stammen die be«' rühmten Bibliotheken von Leopold Zunr<heute Bestandteil der jüdischen GemieindpbibJiöthek Berlin), Abraham Geiger <Bibliothek der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums), Samuel David Luzzatto Bibliothek des; Seminars in Padua), Abraham Berliner <f>tadibibliothek Frankfurt a M), Mp^itz Steinschneider <Bibliothek des jüdisch-theologischen Seminars New j York), E1 k a n N. Adler <cjasejbst), S. J. Halbe r s t a m m (Jeub' College London), David Kaufmann Bibliothek der Landesfabbinerschule Budapest), S/Scnechter Bibliothek des jüdisch-thfologischen Seminars New York), lg taz Goldziher, Saitmjel Pozriarzki <Universitäts» und Nationa bifylidthek Jerusalem), die Bibliothek Lazhrüs Goldschmidt <nodt in dessdn | Besitz) und viele andere. Wollte j man die jüdischen Privatbibliothek^nldes 19. Jahrhunderts in ihrer Gesamtheit aufzählen, so müßte .man ein^ Liste aller jüdischen Gelehrten und Theologen aufstillen, da eg wohl keinen unter ihnen gab und gibt, der picht eine jüdische Privatbibliothek sein eigen, nenat.j Viele von diesen sind, wie schon erwähnt, Glrundstodc c^der wertvoller Bestandteil großer jüdisjcher oder allgemeiner Sammlungen geworden ^und; so auch nach dem Tode ihrer Besitzer dem Zwjjdl erhalten geblieben, für den sie einst geschaffen wujrqen.' Daneben haben. auch im 19. Jahrhundert njcptjüdische Gelehrte, deren Lebensarbeit der Erforschung dejr Vergangen-, heit des Judentums gewidmef war, .■» wertvolle jüdische Privatbibliotheken zusajnmengetragen / von solchen wären ,z. B. die Bibliothek August Wünsches in Dresden < etzt der« Grundstock der jüdischen Gemeindebibliothek Dresden) oder die des Theologen und Sprach orschers Hermann L. Strack, Berlin, zu - nennen. Endlich hat auch im 19. Jahrhundert und in der Gegenwart *) Moritz Steinschneider gab isehen Druckschriften der Bodleiana in Oxford heraus und. schrieb u. a. Setzungen des Mittelalters«,v »Die Leopold Zunz, die Wissenschaft des Judentums Juden« und »Die Geschichtsliteratur (der Juden«. den Katalog der hebrä- <Universitäts>Bibliothek) «Die hebräischen Uetyer- ,arabische Literatur der 183 —