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Der Orden Bne Briss · 1929-09-01 · Nr. 9 - September · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 9 - September
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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muß den Künstler besonders gefesselt haben, denn dieses Werk erbebt sich weit . über die anderen seiner Hand. Hier ist es ihm gelungen, _ in Marmor den Mendelssohnschen Geist im Bilde zu verewigen. Lebenswahr — ohne sieb zu sehr von dem wirklichen Abbild zu entfernen und nichts von der körperlichen Unzuläng» lichkeit und den Gebrechenzu unterschlagen — erhebt sich dieses Monument zu einer Idealgestalt des jüdischen Sokrates. Die kleine verwachsene Figur, bei der der Kopf gar zu tief in die Schultern gebettet ist, wird zum Geisteshefos. Der Gelehrte scheint den Mund zTT öffnen, als wolle er, dem die Sprache nur schwer von den Lippen floß, zu reden anheben. Die Augen blidcemängestrengt, die Stirn legt sich in einigeFalten, als durchdenke das Hirn noch einmal schaff den Gedanken, den sein Mund zu künden sich an- Gemälde schickt. Die Schulter umgibt ein Tuch in der Art der griechischen Gewandung. Wie gewaltig wirkt dieses Kunstwerk, tujif dessen Sockel die Ramler'sche Inschrift verkündet: MOSES "MENDELSSOHN i GEBOREN IN ' DESSAU | IM JAHRE 1729 \ VON JÜDISCHEN ALTERN EIN WEISER WIE SOKRATES DEN GESETZEN DER VATER GETREU UNSTERBLICHKEIT LEHREND UND UNSTERBLICH WIE ER <Siehe Titelbild). Nach diesem Vorbild sind viele andere Darstellungen geschaffen worden. Nach dem Tode Mendelssohns wurden viele Ausgaben seiner Werke tjiit Bildern des Gelehrten geschmückt. Häufig Wurden die Gemälde von Graff und Frisch zugrunde gelegt. Viele Stecher idealisierten den Kopf und gaben ihm das Aussiehen eines antiken Weisen. ( Zu der Ausgabe von 1789 von Friedrich Heinrich- Jaeobis »Lieber die Lehre des noza in Briefen an den Herrn Möses Mendelssohn« tigte E- C. Thellot Spi» ferein Doppelbildnis Lessings; und Mendelssohns, so daß also diese beiden selten >n Freunde auch in einer gemeinsamen Darstellung festgehalten sind, und Laurens gab 1819ein Blatt herau i,das uns den griechischen und den jüdischen Weltweisen in einem Doppelmedaillon zeigt. . j Zum hundertsten j Geburtstage Mendelssohns ertidifete ihm seine Vaterstadt Dessau ein Denkmal,- in Berlin (steht Seine Büste vor der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde. *. ' ' Von allen Darstellungen aber, die sein Bild der Nachwelt bewahrt haben, bleibt Tassaerts Meisterwerk das vollendetste. So steht er vorl uns, so lebt er in unserem Gedächtnis und;so wirk| sein Geist noch heute, da die Welt steh anscjhickt, Mendelssohns 200. Geburtstag zu feiern. Anton Graff. Wie ich MoSes Mendelssohn modellierte. Von Br. Jacob- Plessner - Berlin. Das viel zitierte Wort:-»Habent sua fata libellu, »Bücher haben ihre Schicksale«, gilt in noch erhöhtem Maße für Werke der bildenden Kunst, mit deren Schicksal das ihrer Schöpfer oft eng verknüpft ist.- An typischen Beispielen aus allen Epochen fehlt es wahrlichnicht, zumal da die Schicksalsgeschichte der Kunstwerke zweifellos einen bedeutsamen, besonders interessanten Teil der Kunstgeschichte darstellt. I Diese Vorbemerkung drängt sich mir auf/ d£nn auch meine Moses-Meridelssohn-Büste, über dkren Entstehen ich mich hier äußern soll/ kann ’ auf ein etwas bewegtes Dasein zurückblicken, das npeh nicht ganz abgeschlossen zu sein scheint. Es war im Jahre 1907, als der bekannte, hochbetagte Philanthrop Moritz Manheimer, der im erein mit'seiner Gattin den Rest seines Lebens in vorbildlicher Weise der Altersversorgung ge- - 154 — )

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