Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 9 - September
- Date
- 1929-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Mendelssohns Brautwerbung. ' Fromet! Gugenheim, die den Philosophen verehrte und be« wunderte, hatte zunächst; körperliche Bedenken, gegen die Eingehung einer Ehe mit Mendelssohn *wegejn seines Buckels. In der entscheidenden Unterredung stellte das Mädchen, ah den Philosophen die Frage: »Glauben Sie auch, daß die Ehen im Himmel" geschlossen werden? Mendelssohn antwortete:'1 ,1 »Gewiß! Und mir ist noch was Besonderes geschehen. Sie wissen, daß, nath einer talmudischen Sage, bei der Geburt eines Kindes im HfmrneU. ausgerufen wird: der und der bekommt die und die! Wie ich nun geboren^ worden, wurde mir auch meine Frau ausgerufen — aber dabei heißt es: sie wird leider Gottes einen Buckel haben, einen schrecklichen. — Lieber Gott, hab' ich da gesagt: ein Mädchen, das verwachsen ist, wird gar leicht bitter und hart, ein Mädchen soll schön sein. Lieber Gott! Gieb mir den Buckel und laß das Mädchen schön und wohlgefällig sein « j Nach diesen Worten gab es keine Widerstände mehr, die Braut umarmte den Bräutigam. I Fromet Gugenheim. Anekdotisches! In einer Gesellschaft sollte ein jeder seine Fehler »besingen. Mendelssohn schrieb folgende Verse nieder: Groß nennet Ihr den Demosthen, Den stotternden Redner von Athen.- Der hökrige Aesop gilt Euch als weise. Triumph: so muß ich in Eurem Kreise . Doppelt groß und weise sein. Denrt Ihr seht bei mir im Verein, , Was Ihr. bei Aesop ynd Demosthen H.abt getrennt gehört und gesehn. -? / - s Moses Mendelssohn-im Bilde. — Von Br. Dr. Karl S c h w ar z » Berlin. i i Die, einzige Darstellung Mendelssohns in ganzer Figur ist ein Stich Daniel Chodowieckis, den die*er für den Physiognomischen Almanach für das Jahr 1792 anfertigte. Er zeigt den Gelehrten bei der Visitation seiner Papiere am Berliner Tor zu 1 Potsdam anläßlich seiner Audienz bei Friedrich dem Großen im Jahre 1771. Sicherlich handelt es sich hier um eine der vielen anekdotischen Darstellungen, w ie sie Chodöwiecki zur Illustration für Alma* nache angefertigt_ hat. Sie w ird in ihrer Art etwas übertrieben sein, trotzdem aber in gewisser Beziehung doch die kleine unansehnliche Gestalt w iedergeben, wie sie ihm in 'Erinnerung geblieben. Denn Chodowiecki kannte Mendelssohn genau, er patte ihn bei Lebzeiten mehrmals porträtiert und das charaktervolle Profilbild in einer Jiötel« und diner Federzeichnung festgehalten, j Mendelssohn w ar klein und verw achsen. Auf dem untersetzten Körper, der auf der Darstellung von Chodowiecki so sehr gegenüber den strammen Grenadieren Friedrichs des Großen absticht, saß jedoch ein eindrucksvoller mächtiger Gelehrtenkopf. 162