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Der Orden Bne Briss · 1929-09-01 · Nr. 9 - September · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 9 - September
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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I Aussprüche Mendelssohns. Ich habt das Glück, so manchen ' vortrefflichen Mann, der nicht 'meines Glaubens ist, cum Freunde zu haben. Wir lieben uns aufrichtig, ob wir gleich vermuten in Glaubenssachen ganz verschiedener, Meinungen sind. Ich genieße der mich bessert und ergötzt. Niemals hat mein Herz mir heimh schöne Seele! Wer da glaubet, eltf/t außerhalb seiner Kirche keine müssen derg leisten Seufzer gar oft \ in der llnest auf steigen. ‘'Kirchliche Rechte, kirchliche Gewalt und Macht diesen Redensarten keinen deutlichen Fegriß machen kann, Fessetcn belehren. Ich und voraussetzen, die Wedlust ihres Umganges, -ugerufenSchade Seligkeit zu finden lag wir zusammenhange und auf denselbenj beruhe: das' die Menschen erlangen, ewige II ahrheiten gewissen Sätzen beistimmen und verlieren, wenn sie wollen. Am wenigsten Ich muß und meine 'riß von keinem Rechte auf. Personen und Dingrn, das mit I.chrm ’inüngen nicht cinsii>(iuitnt ko Wien oder weiß ich von Recht und Gewalt über Meinungen, die die Religion und der Kirche zukommeH sollen. I Die :wahre Religion maßt sielt und Urteile an, gibt und nimmt kefucn Anspruch auf irdische öiiter, und Eigentum, kennt keine andere Macht, als die Macht durch Gründe und durch Ueberzeugung glückselig zu machen. Die wahre, göttliche noch Finger zu ihrem G "brauche, eie ist lauter Geist und Herz. me Gewalt über Meinungen m Recht auf jGeuuß, Fesitz i gewinnen, zu übt vzeugen, Rt Mendelssohn im „Phädon" über Sokrates: „Er hatte von der e nen Seite seine eigenen Vorurteile der Erziehung zü besiegen, die Unwissenheit anderer zu beleuchten, Sophisterei zu bestreiten, Bosheit, Nei<jh Verleumdung und Beschimpfung vpn seiten seiner Gegner auszuhalten, a|« , mut zu ertragen, festgesetzte Macht zu bekämpfen und, was das schwerste war, die finstere n Schrecknisse des Abe •» glaubens zu vereiteln. Von der anderen Seite war< :n die schwachen Gemüter seiner Mitbürger zu schonen, Aergernisse zu vermeiden und der gute Eil- Doppelmedaillon. fluß, den 1 selbst die albernste Religion auf die Sitten der Einfältiger hat> nicht zu verscherzen. Weisheit eines wäljrep MK\ DKI.SSOI1N sornATKs Laured». gestehen, <fdß ich Adelung will mich keines für die sei, dem mir von wenn sie in Absicht auf iigion bedarf weiter Arme erteilen Alle diese Schwierigkeiten * überstand er mit der Philosophen, mit der Ge« du|d eines - Heiligen, mit deit uneigennützigen Tugend eines Menschenfreundes, tnjjt der Entschlossenheit eignes Helden, auf Unkosten jind mit Verlust aller weltlichen Gyter und Vergnügungen. Diese höher »n Aus-' sichten des .Wdtbürgers liehen ihn. indessen nicht ab, auch die gemeinen Pflichten gegen se n Vat^rirtd zu erfüllen usw. usw.« * | Mit Recht ist gesagt werden, daß diese Stelle v i e 11 e i c h t m c h r n o ch auf Mendelssotn als auf Sqkrates paßt. - — 161 —

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