Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 9 - September
- Date
- 1929-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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! nichts von leerer Galanterie statthat. Locker und ungezwungen, ohne Künstelei, von (einem Einfall hier, einem Gedanken dort sich führen lassend, mit dem Witz und den Scherzen, äie gewiß auch die mündliche Unterhaltung belebt haben, setzen diese brieflichen Gespräche ein und führen mit der Fixierung bestimmter Probleme bald dazu, daß ganze Abhandlungen pusgetauscht werden, briefliche Abhandlungen, die von der größten Bedeutung für die Entwicklung der ästhetischen Theorie sind und ohne die Lessings wie Mendelssohns ästhetische Anschauungen in ihrer Entstehung nicht zu be« greifen wären. In diesem an- und aufregenden Hin und Her der Meinungen erscheint zwar Mendelssohn als der Regere, Fleißigere, Treibendere, aber der Charakter des Dialogischen in diesen Briefen spricht sich do<b darin aus, daß man deutlich spürt: ohne den Angesprochenen spräche der Sprecher nicht oder jedenfalls nicht so, wie er spricht. In dem Wettlauf den ersten Schritt zu tun und ihn zum Nachdenken aufzumuntern, das sei, so schreibt Mendelssohn 1760 an Lessing, jederzeit Lessings Amt gewesen. »Mein Geist ist ohne alle Bewegung, wenn Sie nicht seine Triebfedern aufziehen. Fangen Sie von einer Materie an, von welcher Sie wollen: ich folge Ihnen mit Vergnügen«. So ist dieser Briefwechsel mit Lessing, der in späteren Jahren zwar seltener wurde, aber an Struktur und Gesinnung sich nicht änderte, ein herrliches Dokument einer männlichen Freundschaft, j in dem sachliches und persönliches Interesse zu jseltenem Einklang kommen und in dem der gemeinsame Wille zur Vervollkommnung und zur Wahrheit -r fern von jeder Selbstbespiegelung — in jeder Zeile spürbar ist. In den Grundjagen recht ähnlicjh, aber doch mit bezeichnenden Abwandlungen, stehen neben den Briefen an Lessing die recht zahlreichen Briefe Mendelssohns an den früh verstorbenen Thomas Abbt. Diesem »Philosophen des Menschen, des Bürgers, des gemeinen Mannes« gegenüber war Mendelssohn nicht nur der gleichstrebende Philosoph und Wahrheitssucher, sondern auch der väterliche Freund, väterlich auch in dem Sinne,| daß er es an Ermahnungen und Kritik dem neun Jahre jüngeren Manne gegenüber nicht fehlen ließ. 1 Die Mischung von Spekulation und Feuer, Phantasie und Ingenium, die Dunkelheit und gewisse Anarchie der Ideen, die den schon gereiften Schiller in Abbt eine verwandte Natur herausfühlen ließ, Jconnte weder Mendelssohn noch Nicolai recht gefallen. Mit rührender Geduld und Hinnahme ließ Abbt die Ausstellungen der zuweilen mehr wohlwollenden als verstehenden Freunde über sich ergehen. Die verehrende Freundschaft, mit der er zü Mendelssohn unmittelbar Diskussion »Phädon«, aufsah, erinnert in manchen Zügen an Mendelssohns Aufsehen zu dein großen Freunde Lessing. Mendelssohn muß ihn eir für allemal versid ern, »daß er mit Vergnügen an ihn schreibe«, und das. Verhältnis der beiden Männer wird klar beleuchtet, wenn Mendelsso in in dem gleichen Briefe fortfährt : »Sie sind also der Jiinzige, mit dem ich mich von literarischen Sachen unterhalte/ und. wem. ich nicht aus dem Buche de* vernünftigen Geschöpfe ganzj ausgestrichen sein will, so muß ich Ihnei sehr-oft und sehr lange sdireibm.« Aber auch dieser Briefwechsel ist von reicher philosophischer Eigiebigkeit, Abhandlungen \yie Mendelssohns sög. Orakel, die Bestimmung de; Mci nschen betreffend,! wachsen daraus hervor,, und aus dergleichen ents wringt der aujh der diesem langsam 3. Teil des1 entstehenden Werke erst die Rundung .und 'Vpllendung gab. Neben solcher sachlichen Fruchtbarkeit aber sind die Briefe /ön Abbt uns dadurch von 'besonderem Werte, daß Mendelssohn - liier seine Empfindungen und Gefühle unmittelbarer lind weiter ausströmen läßt als in den Briefen ar Lessing. Persönliche Leiden und [Widerwärtigkeiten wfe Ein-i samkeit, häusliches Unglüdf, Unzufriedenheit mit Berlin und vor allem las große allgemeine Leiden des Judeseins im 18*. Jahi hundert treten hieranschaulich heraus und lassen urts wichtige Einhlicke in Mende!s-_ sohns Seelenverfassung tun. .FreilichwirdderRahmen des dialogischen.Briefe: dadurch niemals j esprengt, " ' zum Gefäß von Selbstbe» Sturm und Drange: i, Anmut : terkeit, die selbst < in wenig; eidujngen nicht vera hten, beniemals wird dei Brie kenntnissenim Stile des und ausgeglichen i He steife Scherze und Eink herrschen trotz des gelegentlich durchsdleinenden dunklen Hintergrundes ■» brau Dieser dunkle trotz allem optimi mit wachsenden sichtbar. Wir bar an den sdiri Wechsel mit Lavaa Briefe, die im Zus ihm aufgenötigten Aber ob er darüber klagt, der Kultur in dem Benediktiner »Idylle« die Szen Kinder 'ihn um A1 mit Schimpfreden der gleiche bitten: die erste Lieferu i nun er zu amnr Streit den sei: ii itferru da l seih En Win! e> tr und auch den Stil dieser Briefe. c it Hintergrund/ auf dem istisdi > Philosophie aufb Jahrei? in seihen Briefen' dien dabei nicht einmal iftlichep we den gedruckte denken, auch ni enh ing mit jenem .afus seiner Fed^r jungen Freunde ie »Nation« mit Al s ingj gehalten werde, oppj gegenüber in j rausamer alt, wie seine umchuldigen ufklärung bitten, warun Steinen bewerfe — Toi, ljnit dem er 1783 g seiner Bibelüberset: ung zu- >ich seine wird deutlicher unmitteUi Briefan die inseligen, flössen. HenningSj idit von! ob . i er man sie es bleibt Herder 159