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Der Orden Bne Briss · 1929-09-01 · Nr. 9 - September · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 9 - September
Date
1929-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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bürgerlichen Zielsetzungen beeinflußt. Wenn damals vielfach von christlicher Seite die Ge- Währung der bürge rlichen Gleichberechtigung an die Forderung der 1 Veisgabe der religiösen jüdischen B|e s o n d e r h e i t e n geknüpft wurde, so mußte Mendelssohn auch theoretisch zeigen, daß die j jüdische Religion ohne die'se äußeren unterscheidenden Merkmale und Formen nicht denkbar sei. Er mußte jegenüber, ^ie als Freunde der gesinnt im jüdischen wie im einer bloßen Vernunftreligion unterstreichen, daß damit die Judentums ebensowenig erfaßt Das Judentum stelle doch eine an dar ,• Vernunftwahrheiten aber — bedürfen keiner besonderen Menschen mit Hilfe in ihrem Wesen aber auch denen »Aufklärung« fre er christlichen Lager das Wort redeten, Wesensart des werden könne. Offenbarungsreligl )r — so führte er ai is Offenbarung, sie offenbaren sich allen von selber aus per Natur und Sache entstanden ist Betätigung de r als Juden, als treuem Juden ausging, dafi 'er di£ Glauben und Wissen aus zeit umsetzte trachtet, erschien es wi klidi Welt weise z konnte, und verwundert v| begreifen ko als ans fern Verlangen stänc iger religiösen Lehre durch das Leben und durch di: Haltung des Einzelnen Bekenners. Mendelssohn latte siih selber [mit seinem System der Religion c ie Freihc it des D enkens und zug eich den strengsten Konservatismus der äußeren Formen gesichert. jener Zauber seiner Persönlichkeit, daß er von Maimonides in die.lebendige Wirklichkeit der Neu Von leich und avate• diesem nte. Von aus des ihnen allen innewohnenden göttlichen Geistes- Was besonderer Offenbarung bedürfte, sind eben die spezifischen Eigentümlichkeiten des Judentums, durch die es sich won allen Völkern und Religions- Systemen unterscheiden sollte. . Diese aufgeben * hieße also das (Offenbarte selber preisgeben und damit da? Wesentliche der jüdischen Religion vernichten. Darum) wendet er sich aufs schärfste gegen jede Art kon Glaubensvereinigung, ob sie nun unter dem Deckmantel der Religion oder der Philosophie oder der Politik als künftiges oder gar als jetziges Ziel der Menschheit gepriesen werde. Daß er in der Durchführung dieser Theorien zuletzt dazu kam, das Judentum ausschließlich als eine Gesetzesrelij^on zu kennzeichnen und ihm den Charakter einer Glaubenslehre völlig abzusprechen, zeigt am besten durch diese letzte Konsequenz die Brüchigkeit der Theorie. In der Tiefe betrachtet, birgt sich aber h nter diesem System .ein Gedanke, der in seiner ganzen Kraft uns alle noch berührt und in der Persönlichkeit Mendelssohns selber seine stärkste \ rerwirklichung gefunden hat. Esist der Gedanke, daß Religion kein bloßes Theoretisieren und Dogmatismen ist, sondern Tun, Handeln, Ausfüll ren, Betätigen, und daß sie darum . auch nicht auf bloßen allgemein gültigen Verstandesnormen « ufgebaut werden kann, sondern als eine praktische Forderung an die von ihr zu» sammengeschlossc :nen Bekenntniskreise, ja sogar an das einzelne In lividuum selber herantritt. Und darin gehen wir alle ganz gewiß mit Mendelssohn einig, wenn wir a tch seine Theorie ablehnen, daß das Judentum in der Tat als Religion nur in diesem Sinne aufgefaßt werden kann und daß gerade seine äußere Formentwicklung aus keinem anderen Drange jüdisch-arabischen Kültui kreis herausgewachsen w: Rätsel in der Beobach ung und das war ge *ade ihm unentwegtem Verbindung von der Theorie des christlidier Seite her a uberhaft, daß dieser immer noch' ein Jude sein war nicht der einzige, der stand und es r idit jüdischer . Seite aus trachtet ist es lösbar und durchaus begreiflich. Aber der Zauber seiner Persönlichkeit bleibt auch für uns noch besuchen, weil anders wie in Spanien, wo Moses M limonides mit seiner Le hre und Persönlichkeit aijs einem engverbunde len ar, m, I bebe» Li ■ eit er Mensch seiner ganzen j tjüdischen Umwe sjogar durch seine praktis System eine bessere sie in der Theorie hatte Judentum ist nicht G.esetzei - Mendelsiiohn sie lehrte, aper It he I ehier ein vereint Widerspruch zu dischen und nich sich durchsetzte und Lebenshaltung seinem gründung schuf, als et geben können, religion, wie Tatrdigion, wie Menlelssohn sie lebte. So hat er in seiner Persönlichkeit eine unvergängliche Wertung auch für uns noch geschaffe n, eine Wertung, die sehe Theorien und“ sehe philosophische Systemsetrung überdauert hat u id I überdauern wird. Wo wäre ein geeigneterer Kreis gegeben dieser Persönlichkeit nachzulefyen als in unserem Orden, ein em Bund, I den nuir der Gedanke z i» sammenhälr daß Religion ausschließlich Tat i it^ und der jüdische Männer der verschiedensten Richtungen nur dadurch eng umschließt, daß ihnen allen Judentum Lebenshaltung und praktische Ve' Ind wem anders habe n imen zu danken, daß e | Bundes unter uns übeij rurde, als wiederum der h k e it, zu der dies|e wirklichung bedeutet wir es im Grunde genot Schaffung eines solchen haupt einmal denkbar Sefbstverständl durch Mendelssohn^ Persönlichkeit der neuzeitliche | Entwicklung des jjudentums aufgeprägten Ideei herangewac hsen sjnld. Es scheint ein weiter We zu sein von jener Verenzelung, in der Moser i 153

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