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Der Orden Bne Briss · 1929-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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I Zeitschriften anderer Distrikte. »B’nai B’rlth, Mitteilungen für Oesterreich«, Heft 6. Juni 1929. Jahrgang XXIX. Das Heft ist vornehmlich dem Andenken des dahingeschiedenen Oroßpräsidentlen des österreichischen Distriktes, Br. Dr. Edmund Köln gewidmet. Die Erinnerung an den unvergeßlichen Bruder und Führer und sein unermüdliches liebevolles Wirken wird wachgerufen durch deh Nachruf des Br. Schilderung des Lei< im Logenkreise, die Exnräsidenten Arnold Aschet henjbegängnisses, der Traue Trauerrede ‘des. Exprasid Br. Ludwig Braun, < ie iTrauerkundgebungen deij zelnen Logen und insbesondere der Organisationen denen der Verstorbene’ini engster,Beziehung stane : A. en - m t Lewkowitz, Albert: geistigen Strömungen der Neuzeit. Renaissance. Breslau (M.f BQcherschau. Das Judentum unddie I. Die & H. Marcus) 1929. 97 S. An den Namen Moses Mendelssohns knüpft sich der Eintritt des Judentums in (die moderne Kultur. Die große Mehrzahl auch der geschichtlich gebildeten Juden und »Christen meint, daß daslvormendelssohnsche Judentum | vielleicht schon seit derjZerstörung des zweiten Tempels ähinter den Ohettomauem ein kulturloses Dasein gert habe, ohne von den Kulturströmungen und -Be- Streuungen der nichtjüdisahen.Umwelt beeinflußt zu sein, und' erst recht, ohne irgend einen Einfluß auf die geistige Entwicklung der Welt auszuüben. So konnte die allen Oesetzen geschichtlicherdebilde widersprechende Legende entstehen von dem Judentum, das seit dem Untergang d£s Tempels in Erstarru ig gelegen habe und nun, plötzlich aus diesem Dornröschenschlaf erweckt, sich doch nicht in der neuen Welt zurechtfinden könne und damit unrettbar zum Untergang verurteilt sei. Diese irrige Auffassung, deren Auswirkungen sich innerjüdisch wie in dien Beurteilungen von nichtjüdischer Seite geltend machen, erklärt sich dai aus, daß man im allgemeinen die jüdische Qeschichte, w< nn überhaupt, nur ohne die Verknüpfung mit der Ent vicklung der Umwelt kennt und damit ein falsches, um licht zu sagen verzerrtes Bild der Entwicklung erhält. Uie wirtschaftlichen Verknüpfungen in sehr beschränktem Umfange wenigen bekannt, die geistigen Zusammenhänge f kennt mr ein ganz kleiner Kreis von Forschern. ' Da ist es lebhaft zii begrüßen, daß Lewkowitz in der Programmarbeit d :s Breslauer jüdisch-theologischen Seminars, die auch gisondert erschienen ist, gerade in dem Jahre des Mendr Issohngedenkens dies Problem behandelt, und doppelt zu begrüßen, daß die Darstellung so ist, daß sie bei al er wissenschaftlichen Oründlichkeit dem weiteren Kreise 1er Oebildeten zugänglich und verständlich , ist. Von c en beiden Seiten des Problems behandelt Lewkowitz d e eine nach obigen Bemerkungen vielleicht wichtigere. Nicht die Beeinflussung des Judentums und dessen fülrender Oeister durch die Umwelt, sondern die Einwirkungen jüdischer Anschauungen auf die nichtjüdische We t gerade in,der Zeit, in der die Welt sich aus dem i Aittelalter löste, werden dargestellt. 1 Dabei wird bewußt c arauf verzichtet zu zeigen, daß diese | oder jene Problems ellung oder Problemlösung eines, 'christlichen Denkers der Renaissance ihre Quelle bei einem jüdischen Ph losophen des Mittelalters hat oder i dergleichen. Nicht luf den Nachweis der Abhängigkeit tjind Antriebe sind nui untersucht und nur Gelehrt er, Wissehim einzelnen, sondern ajtf die Qesamtpinstellung es ihm an. Darum! gibt er in' knapper Üebers Gesamtbild der Denkarbeit christlicher ginnend mit dem (Wiederaufleben griechischer Schaft in Italien im! 14. Jahrhundert; Ein einziger Jude findet sich in der Reihe, | Juda Abrabanel, genannt Leo ie Ebreo, der wegen seiner eigenartigen Stellung in deHGeist« sgeschichte besondere Beachtung gefunden hat. (Dentist is Plethon, Marsilius [Ficinui, pico della^Mirandola, Reuchl n, Nicolaus von Cusa,. Giordano Bruno, *Sebastiar Frank, Jean Bodin und Helmert ivon Cherbury .werden b :hand< It, die Untersuchung so bis! ins 17. Jahrhundert gefi hrt. Man wird im einzelnen gelegentlichand« rer A iffassung sein können. Insbesondere mag es zveifelhift sein, inwieweit die allerdiags echt jüdische V 'eitu id Lebensbejahung, die mehr und mehr bei den Deikern der neueren Zeit zum Durchbruch kommt, auf die um nittelb. re Einwirkung jüdischen Gejstes zurückzuführen ist. DieWi Itverneinung ist unzweifelhaft ein . wesentliches] Eiern :nt ursprünglicher christlicher Anschauung. Aber die eig :nartige Entwicklung des Christentums hat vielfaci einani ler entgegengesetzte Strömlingen wirksam werdi n lass m. Man kann sich bei der Beurteilung der Anscha uungrw eit des Christentums nicht auf die übrigens keine: wegs e inheitliche Einstei ung des jUrdiristentums beschränken, s< mdem muß die vielfachen! Wandlungen der Entwicklung in betracht riehen Der Wert der sehr verdienstli« hen Art eit wird durch diei e Bemerkung nicht beeinträcHt gt. | : Hermann Vogelstein i Die Religion deal Volkes Israel. Voi Prof. >. Kittel. 2. verb. Aufl. 208 S. Leinenbd« 5,60 Ms rk. Verlag von Quelle & Meyer,‘ Leipzig.. Daß die israelitische keÖgion das Produkt <tiner langen historischen Entwicklung ist, wird von dem Ge ichichtski indigen, wie <r auch imiper zum Offenbärungsbegiff stehen mag, nicht bestritten werden können. Indes,!der gesicherten urtd klaren Erkenntnis dieser Vorgänge stel en sich die größten Schwierigkeiten entgegen. l<ein Gebiet der Wissenschift ist mdhr Hypothesen ausgeliefert, keires bietet weniger gesicherte und unbe.zweifelbare Forschun;;sergebnisse wie die israelitische Religionsge: chichte üt er ganze Strecken und Epochen hinweg. Darum v rohl ist keine Disziplin der jüd. Religionswissenschaft wehi jer Gerne ngut des gebildeten Juden geworden wie gerade die Rdigionsgeschich e der biblischen und vorbibjischen Z« it. Um so dankbarer müssen Wir es begrüßen, aus der Feder eines so bewährten und mit Recht hochange tehenen Forschers wie Kittel, der!bekannte Älttestamerpler der Ufi- 141

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