Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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sammenbrach, forderten auch die heutigen Oegner der Verfassung die Einberufung der Nationalversammlung und fürchteten, daß die Arbeiter¬ und Soldatenräte d; s Zusammentreten des Parlaments verhindern würden. Erst als durch die Verfassung Ruhe, C rdnung und Sicherheit wieder gewährleistet waren, traten die Oegner der Republik hervor. In der Sitzung; des preußischen Landtags vom 5. Juli 1929 tnb der Abgeordnete' Linneborn, ein katholischer Geistlicher, hervor, daß durch die Verfassing von Weimar die Freiheit der Religionsgemeinschaften für die Zukunft gesichert worden sei und daß deshalb'der Verv : •! fassungstag für die katholische Kirche und den Was katholischen Volksteil ein innerer Gedenktag1 sei. Aus dem gleichen Orunde dürfen auch wir Juden den Verfassungstag als einen inneren Gedenktag begehen, und wir dürfen stölz darauf sein, daß Hugo Prouß, der Gelehrte und Staatsmann, der an dei Schaffung der Verfassung als Innenminister; n erster Stelle beteiligt war, ein aufrechter Judu gewesen „ist. Möge seine Mahnung nie verge ssen werden: »Wenn das Vj>lk| nicht die Verfassung des Volksstaats schützt, ist die Verfassung, aber auch das Volk *sctiutZlo's!< j K GdL wir am notwendigsten 1 Einige Bemerkungen zum Thema »Das jüdiseti Von Br. Ministerialrat Hans Ooslar (M.-li.) , 1 , Die folgenden Ausführungen, die; der besonderen Standpunkt des Br. Qo ilar wiedergeben, bringen wir hiermit zur Kenntnis unserer Brüder. D. R. I. Das jüdische Buch, auf dem Vergangenheit, Sein und Zukunft der Juden beruht, das Fünf- Buch, die Bibel, gc nügt in der einfachen Textausgabe mit noch so vo bildlicher Uebersetzung für unsere Anforderunge i nicht mehr. Will man, daß die Thora mehr werde als bestenfalls nur ein symbolhaftes heiliges Buch, meistenteils aber nur ein poetisch-e rhabenes Erbauungsbuch mit einem gewissen als kindlich-naiv belächelten legendenhaften Einschlag, — will män, daß sie wieder, wie es f rundlegender jüdischer Forderung entspricht, las Buch werde, das Lebensbuch, die Quelle, jus der die Leitsätze und Gesetze für all unsere Handlungen fließen, das Buch der Aufschlü >se über göttliches Recht und für vorbildliches r lenschliches Handeln, — so brauchen wir andere Ausgaben der Bibel. Ein Beispiel — mir vor Jahren‘einmal von geschätzter Seite entgegengehalten zeigt mit einiger Deutlichkeit das, worauf ich hinaus will: würde jemand na<:h dreieinhalbtausend Jahren, wenn sonst kaum Anhaltspunkte für ein Urteil ■ über unsere heutiginzwischen untergegangene Kultur vorhanden wären, unser Bürgerliches Gesetzbuch in de Hände fallen, so wäre es ihm wahrscheinlich nur äußerst schwer jauchen! Buch«. | Trugschlüssen möglich, ein Kultur und' fauch Buches sjelbst zu termini tefchnici, ke und nur mit vielen abgerundetes und Wahrheitsgemäßes Bld unserer der Zweckbestimmung des erhalten. Die zahlreichen :bsjt heute nur dem juristisch Gebildeten verständlich, würden ihm Schwierigkeiten bereiten, ländere Stellendann« wenn sie auf Dinge nur kurz Bezug nehmen« die als im t heutigen Volksb^wußtsein lebendig und als alltäglich auch als selbstverständlich bekannt vor- - ausgesetzt werden. Viele Grundlagen, Anlässe oder Zweckbestimmungen einzelner Gesetze wären nicht mejhr verständlich, weil! die Zustände, denen sie er tspraHgen und deren reibungsloser Aufrechter halung sie dienen sollten, nicht mehr restlos rekönstfuierbar wären. —I Aehnlich m u ß es uns, d. h. der ungeheuren Mehrzahl der nicht am überliefeijten »lernen« geschulten deutschen Juden ergehen. Man gibt uns ein Buch In die Hand, das in s ritten knappen, aphoristischen Texten in einer kcmpressen Sprache, iji Worten, in die viel hinein gepreßt ist und die schwer übersetzbar sind i — noch heute gibt ejs strittige Textstellen! — ein e gewaltige Fülle moralischer, sozialer und rechtlicher Grundsätze! aufstellt, untermischt mit historischen Schilderuhgen und den besonders s chwierigen. Priesteij- Codices. An sehr vielen Stellen wird bei der Sfatuierung *. der göttlichen Forderung polemisch f^ezug ge- 1 nommen auf Reclitsauffassungen und Moral- 131