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Der Orden Bne Briss · 1929-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Tätigkeit war ohne Erfolg geblieben), aber auf die großen Massen irti Osten übt er einen faszinierenden Einfluß und auch ein Teil der Jugend im Westen folgt ihm. »Er gab vielen* — wie es an einer Stelle über ihn heißt — »das Geschenk der Hoffnung und-eröffnele den Aermsten das Glück der weifen Horizonte.« Aus dem Journalisten wurde der Staatsmann. Auf sechs Kongressen wuchs er in die Rolle des Präsidenten hinein. Seine letzte Kongreßrede war . eine hochpolitische, bedeutende Leistung. Da kam das Angebot der englischen Regierung, die einen Landstrich in Ostafrika zur Ver» fügung stellte. Es war der erste,, große sachliche Erfolg und zugleich der erste Keil in der Bewegung. Der Keil war ein Pfeil, der in sein ' Herz drang. Ostafrika war nicht Palästina, ein »Nachtasyl«, wie Uganda genannt -wurde, kein Familienheim. Er hielt sich für verpflichtet, die Frage des Projektes dem letzten Kongreß, dem er präsidierte, vorzulegen. Sein Ansehen verhinderte eine sofortige Spaltung. Dann kam seine Krankheit und sein Tod. Er starb auf der Höhe seines Wirkens, ob innerlich gebrochen durch die Ueberlast seiner ^Mühen — ist schwer zu sagen. Zwischen jenem Kongresse und seinem Tode begannen bereits die heftigsten Angriffe auf seine Person mitten aus den Reihen der Zionisten heraus. — Der Dolchstich —• wie sich der Theodor Herzl. englische Zionist und Territorialist Zwangwill ausdrückte — zwischen Ostafrika und Palästina zu wählen, blieb ihm erspart. Er starb in Alter von 44 Jahren. Sein Tod erweckte trauei, nicht bloß bei seinen Anhängern, die ihren Abgott verloren hatten, sondern auch an .allen Stellen der Erde, wo Gegner hochsinn jges un i edles Streben anerkennen. * * * Der Traum, den Herz! mit seinem Herzen, sejne^n Geiste, mit all’ seinen Sinnefn träumte, ist in begrenzter Form Wirklichkeit geworden. Wie stark die vdn ihm gezeichnete Linie jm die Zukunft reicht, Wie weit die Erfüllung im Sin^ie seines ursprünglichen Gedankens gegeben oder möglich ist, ist nicht Gegenstand der Betrachtung j in diesen Blättern. Ein Bedeutsames lijegt vor: Kulturelle Leistungen von unvergleichlichem Opfersinn. Das alje Jur dentum ist eine Altgelegenheit der hohen Politik geworden. Man spricht von ihm — Von manchen Stellen aus mit Gegnerschaft, aber nie ohne Achtung, ja Bewunderung. j r Herzl bleibt eine der größten Gestalten in dejr jüdischen Geschichte, wie immer man! sie auch ansehen mag — als -Anhärger oder sachlicher Gegner. I Zehn Jahre deutsche Reichsverfassung:, Am 11. August sind zehn Jahre seit dem Inkrafttreten der deutschen Reichsverfassung verstrichen. Noch ist sie den heftigsten Angriffen ausgesetzt, und auch ihre grundsätzlichen Anhänger verkennen nicht, daß in dem Kompromißwerk vom 11. August 1919 manches verbesserungsbedürflig ist, daß insbesondere die Gliederung des Reiches in Länder und die Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen dem Reich - und den Gliedstaaten noch einer neuen Regelung < bedarf. . j „ Dies darf uns aber der Einsicht nicht verschljessen.daß die Verfassung die Rettung Deutschlands vor dem Chaos, vor dem Bürgerkrieg und Zerfall gewesen ist. Als. der alte ‘Obrigkeitsstaat im Oktober und November 1918! zu- 130 t

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