Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6727475-6029145-6074796--2129-4868733- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Heine glaubte b< im Dichten gewisser Lieder die Schwingen eines — Herzl empfand, als »auch so etwas wie Adlers Ober sich zu hören erden »Judenstaat« schrieb, ein Rauschen« Ober seinem Haupte. Er arbeitete unaufhörlich — Tag und Nacht, bis.zur Erschöpfung. Seine einzigen Erholungen waren am Abend Wagnersche Opern. Nur wenn er keine Opern hörte,' kamen ihm Zweifel anderRichtig- ' kelt seiner Gedanken. So entsteht ein Buch, das mit viel Geist und im edelsten Sinne geschrieben ist. Wenn man es einen Staatsroman nach 1 Thomas Morus genannt hätte, so würde Herzl das als eine Beleidigung empfundenhaben. Es stört ihn]jj| auch die Be- merkung eines klugen , Kopfes nicht: j »Das bis ins i einzelne' gehende Detail der Schilderung ist das Merkmal der Utopie.« i Er ist mit sich im KlaVeti und geht nun sein :n Weg unbeirrt durch ein Meer “von Schmähungen und Verleumdungen. Man wirft ihm Wahnsinn und Ruhmsucht, Verhetzung der großen Massen j[egen die Besitzenden, Sucht, sich zu bereichp n, vor. Er setzt auf seinem neunjährigen pol tischen Weg fast sein ganzes Vermögen zu, seine Kraft, seine Arbeit, seine Ruhe nicht mitgp rechnet. ersten Kongreß nach München, iten bereitet werden,!••• t unerhörten memoriam Theodor Herzl. onumental-Ent Er beruft den 'Und als dort Si i hwierigkei nach Basel. Begeistert finden sich Hunderte als. Vertreter von Tausenden. ’ Er erlernt den glücklichsten Mo nent seines politischen Wirkens: er glaubt, das Wi edererwachen.'des totgeglaubten jüdischen Volkes zju sehen. Er frohlockt, als er von der Straße perauf den für. jüdisch^ Ohren Juden! vernimmt. Von da ab steige rt’ sich' 'die bi teits begonn;rfe mannigfa tige Tätigkeit Herzls: er ist nicht bloß Redakteur, er wird Agit* tor, Diplomat, erster - Oeichäftsführr r des Zionisi nus, dauernd :r' ‘Kongreß iräsident. Er verficht in eine ' Unmenge glänzend geschriebener Arti cel — zumei: t in der neu begründete n zionistischen Zeitung »Dip Weit« — siine Anschauungen gegen die von allen Seiten Jcammenden Angriffe, er hälf Reden in den großen Zentren London, Berlin, , Wien. I Er macht große Reisen, verbandest mit dem 1 Sultan,' dem Größherzog von Baden, dem .! Deutschen Kaiser, .der englischen, der russischen k Regierung, er wird als Sachverständiger vor die., englische Fremdenkommission geladen, die die Einwanderungsfis ge in England prüfen soll. Die Eroberung der4 westlichen Juden mißlingt zum größten Teil, die bedeutenden Finanzmänner und Philanthropen sind der Sache unzugänglich (eine Unterredung mit I Jaron. Hirsch am. Ar fang seiner Alexander Jaray. — 129 -