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Der Orden Bne Briss · 1929-06-01 · Nr. 6 - Juni · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 6 - Juni
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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von ihm auch die wirtscha ttlichen, sozialen und kulturellen Zustände jener Zeit« poche in eingehenden Betrachtungen gewürdigt. Von besonderem Interesse sind jene Abschnitte, die vom gei stigen^ Leben der galizischen Juden handeln, und die uns zeigen, welch wertvolle Anregungen und starke Impul ie die Juden anderer Länder auf kulturellem Gebiete von Galizien — das vielen im Westen nuf unter dem verächtlichen Namen »Halbasien« bekannt ist — empfangen hat en. Man braucht nur ah die Namen,Salomo JehüdaLöb Ri ppaport, Nachmann Krochmal und Schorr zu denken, die m t Männern wie Zunz, Luzatto, Reegio, Frankel, Orätz u. a. in regem wissenschaftlichem Briefwechsel gestanden un< die jüdische'Wissenschaft befruchtet haben. Es wäre sehr zu wütttcl len, daß der Verfasser seine Arbeit in einem zweiten Bande fortsetzt und die Ursachen aufzeigt, die trotz der erla lgten Gleichberechtigung die Not und das Elend der cortigen Juden herbeigeführt haben, so daß auswärtige jüdische Organisationen am Ende des vorigen Jahrhunde ts helfend eingfeifen mußten. E.F. Zeiten bei den Juden wie bsi vielen anderen Vö geherrscht und mildert worden. ist danr gibt den unfähigen Das vhl jüngere Zwölftafelrecht Oläubigem noch Schuldner in >tück|e zu schneiden, und e es f.ür unschädlich, w«/ni Gläubiger »mehr oder weniger geschnitten haben bula III: »Tertiis nunriinis partis eecanto. Si gegen das Andersartige Bedeutung der Synagoge bei kern fortschreitender Kultu ’ ge- I loms mgsdas Recht, den zahl und ude ^sto.«). weiter die Vorwürfe übdr die Engherzigkeit des J iden- (i die Juden im. Gegensatz, die körperliche Arbeit bew irten, Quellen die hohe kaufal der jüdischen-Ge neinin^nusve secuerunt, se fra Beermann widerlegt angebliche Doppelmoral tums. Er weist nach, wije hoc zu Griechen und Römern und beleuchtet an HanJl ’ der männische und Oeschlecl tsmo schaft. Einer knappen Analyse'^ des Judenhasses als l|olgt jeine Darlegung übe für die Kultur. Zum gibt Beermann einen Uefberbtjck über Entstehung Bedeutung des Talmuds. »Beitrfige zur Wese tums« von Bezirksrabbiner nserkenntnis Dr. phil Max .(Heilbronn). Verlag der >^bwehr«-Blätter, Berlin W 35, Flottwellstr. 7. Der Verein,zur Abwehr Aufklärungsschriften christli kurzgefaßte Apologetik der les Antisemitismus hat neben :her Autoren nunmehr eine jüdischen Religion und Ethik aus der Feder des Bezirk« rabbiners Dr. Beermann-Heilbronn erscheinen lassen. die.Schrift Von einem gro gelesen werden wird, dadurch seine Ziele bedeu die Abhandlung unter evn Bei jeder Apologetik treibung und einseitigen des Judrn- Beermann geisterung für das Juden um, die aus Beermanns Schrift, picht, »daß die .best: Art allein um die sacl iliche. es hervorleuchtet, vergißt er doch der Apologetik die ist, der Erkenntnis zu tun ist«. Fritz G oI Wenn der Vertasser auch die Dr. M. Spanier: Ps läutert. 2. vermehrte Aufl ige. und Sohn. Die Psalmen nehmen in ulnserm Gebefbuch ti ri Ergebnisse der jüdischen, . Ipologetik in klarer und gemeinverständlicher Form zu sammengefaßt hat, so werden unserm Gottesdi?nst einefci weiten Raum ein. Ob wir uns doch kaum der Hoffnung hingeben dürfen, daß aber der Seele' der meitten Les„ wahrHaft leben, leren christlichen Laienkreise Dpr Abwehrverein wird "aber end fördern können, daß er ngelischen' und katholischen ist wohl fleißiges zu bezweifeln. T'hillim-sagen Geistlichen, die häufig vom Ji dentum nur sehr geringe, wenn »licht gar falsche Kenntnisse haben, verbreitet. Auch für den jüdischen Laien, der oft Gelegenheit nehmen muß, falschen Anschauungen übsr die jüdische Religion und Ethik entgegenzutreten, wild die Schrift Beermanns von großem Nutzen sein. Der Verfasser wendet sich zunächst gegen das auf Kant zurückzuführende Mil Verständnis, daß die jüdische Religion eine äußerliche »G :setzesreligion« sei und auf die innere Gesinnung kein Gewicht lege. Er verteidigt die Originalität der jüdischen Lehre gegenüber dem »Panbabylonismus«. Der von deh Gegnern gern als für den »jüdischen Rachegott« bezt ichnend hingestellte Grundsatz •Aug’ um Aug’, Zahn um [Zahn« sei eine alte juristische, zur Formel erstarrte Wend ing, die im biblischen Schriftfür die Mahnung, strenges, Prozeßverfahren zu erstreben. der Psalmen». Weder für sehen Muttersprache liest, Haß die Schluß und bestcljt die Gefahr der Leber- Glorjfjzierung. . Bei alle; Beel sc H m i d t (Spinoza Lode). a I m e n. Ausgewählt urider- Berlin. C- A.lSQhwetschke Denr »T’hillim-sagen«, . verbürgt noch nicht Senkung in die Gefühlstil fe urp dichterische Schönheit .den, noch der sie irt unserer deutfür die wenigen, ilie so das! ache viel Kenntnis der hebräisclien Spräche besitzen (und ist nicht wenig), daß die f salmen ihnen in der Ursj zugänglich sind. Und das ist nicht verwunderlich. Denn Psalmen sind Ly r dem Verständnis, nicht bl tum nur der Ausdruck sei gewissenhaftes Recht im Im talmudischen Judentum') sei der Satz auch nie anders aufgefaßt worden. Vielleicht wäre es zweckmäßig gewesen mann hier klar zum Ausdrt Sittlichkeit und Recht bei bar sind, sondern der strenge »Talionsprinzip• •r. *) Vergl. hierzu: Köhler, "Rechtes«. wenn Beerck gebracht hätte; daß Religion“ allen Völkern nicht unwandel- I Entwicklung unterliegen. Das lat sicherlich in den ältesten , »Darstellung des talmudischen d irt sie das auch Very rik, und keine Dichtungs irt ist oloß der Jugend, sondern überhaupt, so wenig zugänglich wie diese Lieder, die keine Verse sind in unserm ge vöhnli:iien Sinne, die d :s ge-, wohnten rhythmischen Gleichmaßes und des vert auten Tonklanges des Reimes entbehre:!. Man spricht oft'davon, dail die Sache, selbst reden| müsse, daß man jeden Kömmeitar ins Meer versenken solle, da wo-es am tiefsten ist. Wo sind aber die w :nigen Phantasie-Menschen, die imstande sind, dem Dichtei nachschaffend, sich diese We"l in ejer Beete ■ wieder aufzubauen! Bei den meisten is es bestenfalls Selbsttäus :hung. Soviel auch davon gesprochen wird, es bltibt, im Grunde genommen, die Tiefe der religiösen und sittlicher Welt, die dichterische Größe der I Salmen den meisten verl orgen. Hier bedarf es eines f ühret für jung und all Solch ein Führer will D r. M. S p a n i e r s Buch Psalmen sein, das jetzt in der zweiten, vermehrten Auflage vorlieg). * , . Es gibt nicht allzu vie jüdische Schriften der < Jegenwart, denen man mit Aufrichtigkeit Wünsche für ihren Weg — 117 —

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