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Der Orden Bne Briss · 1929-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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:ina Bei zu begrüßen, das die ganze Judenbeit der mühungen auf Anerkennung d ir Wertigkeit des Judentums in Judenheit und Christenheit seien als kurzgefaBtes positives Programm dep Centralvereins in den Vordergrund der Arbeit zu stell jedes Aufbauweik in Paläs sich freihalte von Bestrebungen Welt zu beeinflussen. Werde einmal die Jewish Agency gegründet und so ausgebaut werden, daß auch Nichtzionisten in ihr einen maßgeblichen Einfluß gewinnen könnten, so werde die Möglichkeit einer Mitarbeit an dem Aufbauwerk für alle Juden geschaffen sein. Wenn man dem Siedlungsgedanken noch (so freundlich gegenüberstehe, so dürfe man in seinenj Gelingen oder Mißlingen nichts Entscheidendes für die Erhaltung des Juden sehen. Den heutigen Bestrebungen des Keren Hajessod stehe zwar die Mehrzahl der Mitglieder des C. V. ablehnend gegenüber; in dieser' Frage müsse aber ebenso wie in religiöser Beziehung der C. V. jedem seine Freiheit lassen, un. nicht von seinen wesentlichen Aufgaben abgelenkt zu werden. ' In der Hauptfrage freilich] in der Auffassung des Begriffes der Einheit des Judentums, in der Frage der Wertung der in unserer Gemeir Schaft liegenden geistigen Klüfte, in der scharfen Unti rscheidung zwischen dem uns wesentlich erscheinenden Inhalt des Judentums’ und den Bestandteilen seiner Existenz lägen die Unterschiede zwischen Zionismus und Centralverein und könnten Kompromisse niemals geschlossen werden. _Mit seiner Abhandlung hat Br. Holländer uns ein Musterbeispiel dafür gegeben, daßl man einen jüdischpolitischen Standpunkt mit aller Schärfe und Folgerichtigkeit verfechten kann, ohne dabei jemals der gegnerischen Auffassung zu nahe zu treten und den Boden der Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit zu verlassen. Fritz Goldschmiilt, (Spinoza-Loge). Walther König: »Die Insel des Verständnisses oder die Bedeutung Constantin Brunners für iUeberwiudung des Judenhasses.« Verlag der Neurn Gesellschaft Berlin- -Hessenwinkel. Der Philosoph ) Constantin Brunnerhat in seinem gedankentiefen Werk »Der Judenhaß und die Juden« und in anderen Scbrifteki, die sich mit dem Judenhaß beschäftigen, viel Gutes gegen die Vergiftung des jüdischen ^Menschen durch d^n Judenhaß gewirkt. Einen Kreis begeisterter Jünger)- Juden und .Nichtjuden — hat er durch die Wucht jseiner geistigen Persönlichkeit geworben. Von der jgeradezn suggestiven Kraft, die von ihm ausstrahlt, sprüht auch die vorliegende Broschüre. Sie enthält keinen j Gedanken des Jjleisters, der nicht schon in dem erwähnten großen Werke und ferner in den Schriften »Memjscheleth sadon« und der »Judenhaß und das Denken* enthalten wäre. Die Lehre vom Interessenurteil, die gipfelt, daß jedes menschliche "Urteil bedingt sei durch das Interesse des Urteilenden und daß also auch beispielsweise Urteilt der Judenhasser über die Juden dur<*i deren Haß und Hochmut bedingt seien, nimmt in Königs Broschüre einen breiten Raum ein. Ein eigenes yerdienst ist Königs Schrift nur insofern zuzuerkennerj, als sie versucht, neue Richtlinien iür die Bekämpfung des Juderihasses aufzustellen. Sie werden hier wörtlich wiedergegeben: A. Das Wort »Antisemitismus« ist grundsätzlich durch das Wort Judenhaß zu verdrängen. B, An Stelle der Einzelaufklärungen über den sogen. »Antisemitismus« hat die Generalaufklärung über den Judenhaß zu treten. C. Die Aufklärungsarbeit in den »antisemitischen« Versammlungen ist zugunsten der Aufklärungsarbeit am Volksganzen einzuschränken D, Eine Insel des" Verständnisses soll es geben. I Beherzigenswert ist die Mahnung des Verfassers, d e Kräfte; im Abwehrkampf nicht durch Eingehen auf jet e noch so unsinnige judengegnerische Behauptung zu verzetteln,- sondern von großen Gesichtspunkten aus Aufklärung zu treiben und zwar weniger über das Judentum als über den Judenhaß, der nach Brunner Menschenhaß Ist. Wenn so auch dem Schriftchen Königs e n wissenschaftlicher Eigenwert nicht zugesprochen werdm kann, dürfte es doch geeignet sein, die Lehre Constant ri Brunners in weitere Kreise zu tragen. Daß diese Eignung £urch die manchmal an Vergottung grenzen« e Betonung der geistigen Abhängigkeit Königs von Brunner gemindert wird, ist schade. M. 'M. Das neue Heft der Monatsschrift für Geschichie und Wissenschaft des Judentums eröffnet ein Vortrs g von Fritz Bamterger über die geistige Gestalt Mos :s Mendelssohns, der in feirsinniger Weise der Einheitlichkeit wie den Wiedersprüchen in Mendelssohns Wesen gerecht zu werden und beide aus der Geistesgeschichte des 18. Jahrhunderts auf durchaus neuen Wegen zu erläutern sucht. Von den Forschungen, welche das Heft enthält, wird eine, Untersuchung Aptowitzets über eine sehr bekannte Gebetformel auch den Laien interessieren. Ein recht trübes Licht auf die Lage unserer Voifahnsn werfen die von H.Flesch veioffentlichten Protokolle einer Verhandlung gegen einen jüdischen Arzt, der aus We tbewerbsneid ungerecht verdächtigt wurde. A. Prießnig erläutert die Patriarchenbiographien Phiions aus der griechischen Stilgeschichte. Unter dm Besprechungen sei M. Eschelbachers eingehender Bericht über Michael Guttmanns Buch »Das Judentum und seine Umwelt« besonders hervegehoben, da er einem weiten Leserkreiie das Verständnis dieser bedeutenden Arbeit wesentlich erleichtert. Leider ist aus dem das Heft abschließenden Jahresbericht der Gesellschaft zur Förderung der Wisse ischaft des Judentums zu eikennen, daß ihre Finanzlage sich außerordentlich ungünstig gestaltet hat. Es wä pe sehr zu wünschen, daß noch recht viele Glaubensgenossen Gelegenheit nähmen, durch Beitritt Zu der genannten Ge- ■ Seilschaft sich den unentgeltlichen Bezug der Monatsschrift, ferner das- Recht auf sehr ermäßigten Bezug zaHreiener Werke aus dem Oebiet jüdischer Wissenschaft zu sichern und zugleich unsere schwer ringende Fortchur g zu unterstützen. Man erklärt seinen Beitritt entweder durch eine Postkarte an den nächsten Verlrauensmar n der Gesellschaft (Verzeichnis der Vertrauensmänner n jedem Heft der Monatsschrift) oder durch Einzahlung di:s Jahresbeitrages von 10.— Mk. auf das Postscheckkonto der Gesellschaft Berlin 7030, Paul Veit Simon. Probshefte versendet 'jederzeit die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Berlin-Schöneber;«, Belriger Straße 46, Aufg. II, 2 (Nathan). | 96

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