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Der Orden Bne Briss · 1929-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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1 Buch bringt eine 'vorzügliche Wiedergabe von Schadows prachtvoller »Kaffeevisite«, auf der beide Familien zusammen dargestellt sind. Abramsons letzte Jahre wafen nicht ungetiübt Loos kam nach Berlin und scheint alles getan zu haben, um den alten Beamten das Leben schwer zu machen; scheinbfar scheute er vor keiner Schikane zurück, den bewährten alten Münzmeister zu diskreditieren. Auich eine Differenz mit Posch gelegentlich einer Medaille auf die Königin Luise wird Abramson manchen Aerger gebracht haben. Erst 57 Jahre alt, sjarb er im Jahre 1800 und wurde, wie es das Lok so vieler Berliner Künstler war, schnell vergessen. '! j Zu Lebzeiteh war .sein Ru! imrnerhih weit genug gedrungen, Hoffmann veröffentlich eine Zeichnung Goethes, die dieser ihm füjr eme| Medaille auf Wieland zugesandt hatte.' Das Hoffrtuinnsclie Werk ist '.eine Arbeit I der Reichsdruckcrei. Auf den 42 Tafeln sind alle Medaillen 1 und Abdrücke in einer verblüf- und Schönheit wiederge geben. Reihe I f enden Der ausgezeichnete Textdruck ist mit einer von Faksimile« geschmückt, und das Gaize ist eine so einheitli :he, Schöpfung;gewordeii, daß sie den Vergleich mit den schönsten eng und schwedischen Veröffentlichungen Art nicht zu scheuen brapcht ischen dieser r l i einein Spinoza und Lessinj Aus einem Vortrag von Dr, S. Rawidowicz Aber »Spindza und Lessing« geben wir in folgendem idie Beziehungen Spinozas und , Leasings — insbesondere in ihrer Auswirkung auf Mendelssohn — wieder.; * Der Vortragende^ nob hervor, daß im 17. und auch noch im 18. Jahrhundert Spinoza als der verworfenste und unsittlichste Mensch gegolten habe. Wenn wir heute Spinozas und Lessings gedächten, so sei diese Verbindung keine zufällige, sondern Lessitig sei einer der ersten gewesen/.die die Bedeutung Spinozas erkannt hätten. Spinozas Lehrer und Vorgänger Descattes sei noch ein Vertreter des philosophischen Dualismus; er habe in der Welt zwei Substanzen erblickt: die denkende und die ausgedehnte Substanz. Spinozas Zeitgenosse Leibniz vertrete den philosophischen Pluralismus: die Welt sei von Mcnaden erfüllt, und Gott sei die Zentralmonade. Spinoza dagegen sei vom jüdischen Monotheis mus zum Monismus gelangt.; Er lehre, dai es nur eine Substanz gebe,'das sei Gott oder die Natur.j Diese eine Substanz sei unend ich, sie sei. absolut. Die absolute Substanz offenbare sich | uns sowohl unter der Form des unendlichen Denkens als auch unter der Fo*m der unendlichen Ausdehnung. Beide seien Attribute der absoluten Substanz. Alles, was sei, sei irt Gott, und nichts könne ohne Gott sein oder begriffen werden. Alle endlichen Dinge seien nur modi der unendlichen Su istanz. Oott sei die unendliche Ursathe des Denkens und der Ausdehnung, natura natirans. Im Jahre 1656 sei über Spinpza von der Amsterdamer Oemeinde der Bartnfluch ausden Schriften Sp und habe diesen greifen können, freundete Lessinj in seinen letzten gesprochen worden^ Zunächst hätten sich weder jüdische loch christliche Kreise näher mit Spinozas Philosophie beschäftigt. Die Aufklärer des 18. Jiirhunderts seien teils Theisten gewesen, d. h. sie hätten an einen transzendenten, außerweltlichen G ott geglaubt, teils Deisten, die an einen persönlichen, in die Welt eingreifenden Gott glauben. Moses Mendelssohn als Anhänger einer Vernunftreligion habe -sich mit nozas nicht näher beschäftigt großen Geist auch nicht be- Der mit Mendelssohn eng bedagegen habe sich offenbar Lebensjahren der Philosophie Spinozas genähert, ohne Mendelssohn, den er vielleicht nicht beunruhigen wollte, *. davon Kenntnis zu geben. Nach Lessings Tode habe Friedrich Heinrich Jacobi, Goetfes Freund, zuerst einen kleinen Kreis, dann ganz Deutschland, mit der Mitteilung überrascht, Lessing sei Spinozist geworden. Durch kiese Mitteilung sei Mendelssohn erschüttert, Verletzt und beleidigt worden. Er habe die Philosophie Spinozas nach wie vor für eine Irrlehre gehalten und nicht glauben wollen, daß sein Freund Lessing ihm seine Stellung zu Sp rioza verheimlicht ’ habe. In seiner Schrift »An die Freunde Lessings« habe Mendelssohn der jUeberzeifgung Ausdruck gegeben, daß Lessings angebliches Bekenntnis zu Spinoza nicht ernst gewesen sei. Wenige Tage nach Niederschrift dieser Erklärung ist Mendels- Man habe seinen Tod mit Über die Eröffnungen Jacobis sohn gestorben, auf die Erregung zurückgeführt. Die Wissenschaft sei heute der _ 91 —

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