Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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nungen hrrstellen und Abraham "(der Vater) sollte die Stempel schneiden, nebenbei ein charakteristisches Beispiel wie solche Medaillen woh| meist zustande kamen. Ephraim, der berüchtigte und wahrscheinlich ziemlich unberechtigter Weise berüchtigte Münzjude Friedrichs, hatte ebenfalls sein Einverständnis erklärt; die Sache scheint leider dann durch Meils Schuld fallen gelassen zu sein. Abramson (der Sohn) konnte sich allmählich von der gewiß lästigen Vormundschaft gelehrter Themen-Yorschreiber und der Zeichner —: unter denetj auch Chodowfecki war — einigermaßen freimachen. Er war auf Kosten des Staats zu seiner Ausbildung in Wien und Rom gewesen und muß sich eine gute fachliche und allgemeine Bildung erworben haben. Er faßte den glücklichen Plan, eine Reihe deutscher Gelehrte^i-Medaillen herauszugeben, — die Idee der suitenweise zusammengehörigen Medaillen war damals gang und gäbe. In Berlin und auf mehreren Reisen nach Göttingen und anderen Ortenibrachte er ein Material zusammen, das, da er efa guter Porträtist war und sich sein Ruf als solcher schnell verbreitete, wirklich eine wichtige Bereicherung unseres Wissens um die klassische Periode darstellt. Tassilo Hoffmann hat nun ein besonderes Glück gehabt: er entdeckte in* den Sammlungen des Joachimstalschen Gymnasiums dreißig vergessene alte Abgüsse von Originalihodellen Abramsons, die, von größeren Abmessungen als die -endgültigen Medaillenausführungen, uns zum ersten Mal das Können des ^ünstlers unverfälscht zeigen. Abramson njiuß nun in Zukunft in . einer Reihe mit den Pos<fh und Brandt genannt. werden. j Sollen wir die Na&ien der Dargestellten nennen,- so kommen wir einigermaßen in Verlegenheit. Selbstverständlich ist die preußische Herrscherfamilie recht vollzählig vertreten, besonders oft Friedrich djer Große in den verschiedenen Lebensaltern, i Unter den Pasten sind eine Anzahl zweifellos rjaph dem Leben modelliert und daher besonder; wertvoll. Das geistige Leben Deutschlands zieit in einer fast unüber-, sehbaren Reihe an uns vorbei und zwaT nicht nur Berlin, das freilich, zu jener Zeit an bedeutenden Köpfen besonders reich war. Wir finden Sulzer und Weiß^, Campe, Wieland, den jüngeren Cocctji, Lichtenberg, Mendelssohn, Ramler, Meierotto, Holtiendorf, ZiCten und viele andere. Unter den besonders gelungenen Bildnissen nennen wir Berndulli, Cothenius, Formey, Daniel Itzig, sowie unter den Modellen (von denen wir übrigens Medaillenausführungen nicht kennen) Gleditsch, den Minister von Heinitz, Chodowiecki, Bernhard Rode, Heyne. Abramsons Porträtkunst ist eine sachliche, stille, unaufdringliche, manchmal etwas zu zurückhaltende Kunst. Er legt den größten Wert auf eine ruhige Oberfläche ohne Härten bei zartem Relief, auf eine etwas nüchterne Sachlichkeit, die wohl eben- - so seiner Natur wie der Forderung der Zeit und — der Atmosphäre Berlins entsprach. Für: uns ist diese Treue und Bescheidenheit des Künstlers besonders wertvoll, weil sie seinen Werken zugleich den Charakter brauchbarer Dokumente verleiht. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens das Bedauern ausgesprochen, daß wir von Abrahams und' Abramsons Tätigkeit für die kuranten Münzen fast nichts erfahren; diese lag ja leider außerhalb des Stoffkreises, das der Verfasser zu erforschen sich vorgesetzt hatte. Der Stil der Reverse, die meistenteils die undankbare Aufgabe haben, entlegene oder gesuchte Allegorien zu verkörpern, hat natürlich im Laufe der Jahrzehnte verschiedene Wandlungen durchgemacht. Der alte Abraham leitete seine Darstellungsformen noch von dem in der Behandlung ziemlich trockenen norddeutschen Barock her. Der Sohp, von Anfang an aut einem höheren Bildungsniveau und auch geistig schmiegsamer, bildet seine Gestalten in den weicheren Formen eines bereits früh klassierenden Rokokogeschmacks, der allmählich sich immer, antikischer gebärdete. Es läßt sich leider nicht leugnen, daß die Allegorien ohne Verwendung der menschlichen Gestalt, welche ihm leicht big zu einer peinlichen Weichgliedrigkeit mißriet, die angenehmeren Kompositionen sind, ln diesen weiß er die freien Flächen mit großem - Geschmack und Takt zu verteilen, ohne daß man irgendwo das Gefühl der Leere hat. Auch die Verteilung d&r Schrift läßt bei ihm selten zu wünschen übrig. « Abramson muß in Berlin sowohl in der Gesellschaft wie insbesondere in Künstlerkreisen eine angenehme und angesehene Stellung innegehabt haben. Insbesondere war er mit Schadow, mit dem er zeitweilig dasselbe Haus bewohnte, freundschaftlich verbunden; übrigens war ja auch Schadows erste Frau, die geborene Devidels, eine Jüdin. Wer über diese romantische Liebe und Entführung genaues erfahren will, muß zu Mackowskys Biographie greifen. In den Briefen von Schadows lebenstüchtiger Mutter an den Sohn wird »Abramson mit die große Kinnlade« bereits öfter, erwähnt und Hoffmann» - 90 —