Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1929-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Auffassung, daß die Mitteilungen Jacobis tatsächlich richtig seien. [ Lessing habe sich freilichnur in hypothetischer Form als Anhänger Spinozas bezeichnet: j »Wenn ith mich nach jemand nennen soll, weiß ich keinen anderen!« I Durch jacobi un(J Lessing sei Ooethe auf Spinoza aufmerksam/ geworden. Von dieser Zeit an habe die Pnilosophie Spinozas ihren Siegeszug angetreten.; Die Stürmer und Dränger des 18. Jahrhunderts, ferner Schleiermacher, Fichte, Scheliing, Schlegel, bfovalis, Hegel, Briefe an Zeiter^scheinungen. Br. 1. Fritz Hermanns-Köln bezeichnet es als eine betrübliche Zejlerscheinung, daß ein! großer Teil der Brüder den Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Loge nicht mehr nachkommt. Er hat .feststellen’ können, daß in einer großen Loge etwa der Brüder diese Pflichten nicht mehr keinen; Rückstände datieren aus den Jahren 1925 und 1926. ( Bei seiner Betrachtung schaltet Br.IH. alle diejenigen Brüder aus, 'die durch AHer, Krankheit oder sonstige Dinge eine ausgedehnte Berücksichtigung erheischen. Mit dieser Einschränkung verlangt er mit Recht das stärkste Pflichtgefühl für die Erledigung der Beitragszahlung. Er hält den Vorschlag für berechtigt, in "den Fällen — die nicht unter die Einschränkung fallen — eine kaufmännische Form einzuführen, die an die gegebene Verpflichtung erinnert. Selbstverständlich verlangt Br. H. nicht die strenge Konsequenz, die im kaufmännischen Leben üblich ist. Ihm kommt es auf die starke Mahnung an, die in seinem Vorschläge enthalten ist.. Er hat die Lässigen im Auge, die ohne ein Wort dep. Aufklärung Briefe, Mahnungen, Quittungen wie unbeachtliche Dinge beiseite legen. Pflichterfüllung auch in der Frage der Beitragszahlung muß;Ehrensache sein. »Ohne diese Gesinnung ist ein Logettleben ijicht denkbare Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Renan seien begeisterte Spinozisten geworden. Heute dürften wir Lessing und Spinoza gemeinsam feiern, obwohl beide grundverschiedene Naturen gewesen seien. Das System sei nicht Lessings starke Seite gewesen. Spinozas Ideal sei das abgeklärte Verstehen gewesen. Spinoza habe, um in seiner Sprache zu reden, in der Welt der Substanz gelebt, Lessing in der Welt der modi. Von beiden aber könnten wir sagen: Ihr Leben sei kurz gewesen, aber sie hätten viel gelebt. F. Q. den O.B.B. Br. Hermanns schließt mit den Worten: Guter Wille! Ehrliches Wollen! Das sind die Argumente, die einen Menschen wertvoll machen können, und nur ein wertvoller Mensch hat ein Anrecht darauf, Logenbruder zu sein. ’ * Wir bemetken dazu, daß in vielen Fällen Brüder, die den Logenbeitrag zu leisten nicht vermögen, wenigstens den Oroßlogen-Kopf beitrag von 1.— RM. monatlich entrichten, um ihre Loge von Selbstkosten zu entlasten. . Logenadreßbuch. Br. Nahm, Coblenz, bat in seiner Notiz im Großlogenorgan (der Orden Bne Briss Nr. 2, S. 39) eine Anregung gebracht, die eine Verbilligung des Logenadreßbuches bezweckt. Bei dem vorgeschlagenen Preise von 2.— RM. wird von ihm an eine Erweiterung der Auflage — auf dem Wege großzügiger Inseratenaufnahme — und Verteilung an fast alle Brüder gedacht, wodurch dir Nützlichkeit des Logenadreßbuches erheblich gesteigert würde/ Br. Nahm hat dabei die Preisbemessung in der gegen-l wärtigen Form angesichts des bisher verhältnismäßig nutj geringen Abnehmerkreises an sich nicht bemängeln wollen. Kurze Uebersicht. Der Hauptvorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens beschloß nach einer stark besuchten Sitzung, keine Vertreter in die Jewish Agency zu entsenden, da er satzungsgemäß nur die Aufgabe habe, jüdische Ideale und Interessen in der deutschen Heimat zu vertreten. ■ Die Vereinigung der liberalen englischen Synagogengemeinden lehnte als eine neutrale religiöse Kongregation die Teilnahme an der jewish Agency ab. Am 21. .März d. Js. fand die Jahresversammlung dep Hilfsvereins der deutschen Juden unter Vorsitz Eugen Landaus statt. Es wurde über die verldienstvolle Tätigkeit des Vereins Bericht erstattet. Größer^ Beträge wurden aufgewendet für Auswanderungsfürsorge, für die ukrainischen Pogromwaisen, welche in Deutschland erzogen werden, für das Studentenhilfswerl t, für da^ Schul werk im Osten und die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Bulgarien. —- Dr. Wischnitzer gab einen gerade durch seine Saclilichkeit und Knappheit packenden Bericht über die-Nit der im Rußland und Polen wohnenden Juden. Max ft. Warburg-Hamburg hielt einen vielbeachteten Vortrag über das »Ethos des Wohltuns nach modernen'Gesichtspunkten« (vorbeugende und auf bauende Maßnahmen), der dei^ nächst im Druck erscheinen wird. . m Ajis Rotenburg bei Kassel kam die Nachricht, diß das dortige Rathenau-Denkmal während der Nacht riit Farbe beschmiert und durch Steinwürfe beschädigt wur< le. 1 92 — y