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Der Orden Bne Briss · 1929-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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und Schreibmaterial und ab und zu auch Kleidungsstücke verabreicht werden sollen. Die Schulen der zionistischen Organisationen sind bereit, solche Kinder vom Schulgeld zu befreien, besitzen aber nicht die Möglichkeit, andere Aaslagen füj^sie zu machen. Die Zentrale der Alliance Israelite Universelle in Paris .hat dieses ^Jahr ihren Schulen in Jerusalem besondere Mittel für diesen Zweck zur Verfügung gestellt, die aber nuF einen Teil des Bedarfs decken können. 2. Dem Besuche der christlich-missionarischen Mittelschulen seitens jüdischer Kinder kann auf radikale Weise entgegengewirkt werden durch die Eröffnung einer jüdischen Mittelschule, in der der fremdsprachliche Unterricht, vorzüglich der englischen Sprache, gründlich gepflegt werden soll. 3. Um die heranwachsende Jugend dem Einfluß der Mission fernzuhalten, müßten Abendkurse eröffnet und jungjüdische Sammelpunkte in der Art'der Y.M.C.A, geschaffen werden. 4. Durch Kra.ikenunteirstützung und -Pflege in gewissen Fällen müfjie auch der schädliche Einfluß der missionarischen Krankenhäuser und Polikliniken auf eilt Minimum reduziert werden.- Die palästinensischen ß’nai B’rith-Logen, die den Kampf gegen die Mission aufgenommen haben, können nur ihren moralischen Einfluß aufwenden, während ihnjen die notwendigen materiellen Mittel fehlen. Neuerdings hat auf unsere Anregung die Großloge des I.O.B.B. in London eine Aktion in cjieser Richtung unternommen (siehe deren Sitzungsbericht im Jewish Chronicle vom 1. März 1029). Wie sehr wir auch den guten Willen (jer jungen englischen Großloge schätzen, so glaubenwir doch, daß sie, wenigstens für die ersten Jahre, kaum in der Lage sein wird, die Schwere des Kampfes — und dieser Kampf ist sehr schwer — auf sich allein zu nehmen, dies um so weniger, als sie sich die Bekämpfung cjer Mission nicht nur in Palästina, sondern im Orient überhaupt und ebenso auf dem" europäischen Festlande zur Aufgabe gemacht hat. Wir glauben mit Rech^ annehmen zu dürfen, daß auchdie Großloge für Deutschland interessiert sein wird, sich an einer Aktion zu beteiligen, die angetan ist, iviele jüdische Kinder vom Abgrunde zu retten, j - Wir bitten Sie daherj für die Bekämpfung der ’ Missionstätigkeit in Palästina eine Jahressubvention innerhalb der Grenzen Ihrer Mittel aussetzen zu wollen. * * |i Der Geschäftsausschuß hat in seiner Sitzung vom 23. April d. |. die Dringlichkeit derQefahr anerkannt, einen Beitrag angekündigt und gleichzeitig den Beschluß gefaßt, gemeinsam mit deh großen jüdischen Organisationen — Hilfsverein, Alliance Israelite Universelle und den religiösen jüdischen Organisationen, den Distrikten der Arbeitsgemeinschaft—vorzugehen. In Verbindung mit ihnen soll erwogen werden, ob eine Behandlung der Angelegenheit in der jüdischen Presse'’zweckmäßig ist. I i * ’ Zur vorliegenden Frage erhalten wir von. Br" Expräsidenten Cohn-Reiß (Distrikt XIV) auf Grund persönlicher Erfahrungen folgende Ausführungen : Der Kampf gegen die Judenbekehrung. Die erste Tätigkeit der Jeruschalaim-Loge zu Jerusalem bald nach ihrer Begründung vor nahezu' 41 Jahren war der Kampf gegen die Londoner Judenmission. Die Mission hatte eine Abendschule für Erwachsene, die gut besucht wjar. Die Loge eröffnete in den Räumen der Ljämel-Schule Abendkurse, in denen Logenbrüder unentgeltlich unterrichteten. Ein Dutzend Lernbegierige wollten Englisch lernen, weil sie diese Sprache im Verkehr mit den englischen und amerikanischen Touristen nötig hatten. Der Weg zur Lämel- Schule schien ihnen zu weit, und sie Machten geltend, daß es ihnen schwer würde, hach getaner Tagesarbeit den weiten Weg zufückzulegen. Die Loge mietete ein Lokal im Zentrum der Altstadt. Mir wurde es nicht Schwer, nach der Tagesarbeit in^ der Lämelschule den Weg nach der Stadt zu machen, um den englischen Unterricht zu erteilen. Unter Führung von Mitgliedern der Jeruschalaim-Löge unternahm ein jüngerer Bruderverein »Achawa« den Kampf gegen das Missions- Krankenhaus. Es galt, einem Teil der Bevölkerung und auch manchem »Chacham« zum Bewußtsein zu bringen, wie beschämend es wäre, eine Wohltat anzunehmen, d e nur in der Absicht des Seelenfanges geboten werde. Das Missions - Krankenhaus — ein angebliches Geschenk der Königin Viktoria — wurde das »englische« genannt. Die Verpflegung war. rituell, das Personal darauf eingestellt, die jüdischen Ritual-Gesetze streng innezuhalten.

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