Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6727475-6029145-6074790--2063-4868670- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Logen der einzelnen Länder haben sich zu Sektionen zusamtfiengeschlossen. Es gibt eine bulgarische; griechische, jugoslawische Sektion, denen sich weitere demnächst anschließen werden. Sie haben das Recht, mit dem Exekutiv-Komitee und den Großlogen direkt — unter Uebersendung einer Kopie an die eigene Großloge — zu verkehren. Der Distrikt umfaßt 26 Logen mit 1660 Mitgliedern. Viel Mühe, Geld und Organisationskraft wird für die Erhaltung von Schulen und Seminaren aufgewendet. Starke Tätigkeit entfaltete die Großlogefür die Opfer der Erdbebenkatastrophe'in Bulgarien. * * ~ * Oesterreich — XII. Der österreichische Distrikt strebt nach der Kriegskatastrophe zu heuer Geltung empor. Den 4 Wiener Logen sind in. Linz und Oraz weitere beigesellt, in Wien wird in absehbarer Zeit eine 5te Loge erstehen. Die Anzahl der Brüder: ca. QUO. Die wirtschaftlichen Verhältnisse machen es erklärlich, daß die Lokalverhältnisse immer noch beschränkt sind. Erfreulich ist der rege Besuchsverkehr unter den Logen. f * Polen — XIII. Der junge polnische Distrikt wird sich immer mehr bedeutsamen Aufgaben gegenübergestellt sehen: schon die Ziffer von fast 3 Millionen Juden in Polen erklärt dies zur Genüge. Augenblicklich umfaßt der Distrikt 11 Logen mit 951 Mitgliedern. Die Verkehrssprache ist in -den ehemaligen deutschen Gebietsteilen die deutsche, in den übrigen die polnische Sprache. Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß Logen mit Jiddisch a|s Geschäftssprache entstehen. T Als Gründungen neueren Datums darf der Distrikt auf das Akademische Heim in Krakau und auf das Judaistische Institut in Warschau hinweisen, das Religionslehrer auszubilden hat. Die politischen Verhältnisse für die. Juden rin Polen sind nicht so schlimm,^wie man vielfach annimmt, und nicht so gut, wie sie sein sollten. Der numerus clausus besteht nur an den medizinischen Fakultäten aller Universitäten und in der letzten Zeit auch an der juristischen Fakultät in Lemberg, ebenso an den pharmakologischen, Anstalten in Warschau und Krakau, der Wirtschaftsschule in Warschau und am höheren Polytechnikum. In Polen erscheinen 15 jüdische Tagesblätter, davon 12 in jiddischer Sprache. * * England — XIV. ,Die Logen in England, die jüdisch-soziales Leben bereits durch die Wirkung der Synagogen voi fanden, haben sich besondere Aufgaben gestellt. Sie bemühen sich den Nicht-Juden Respekt vor dem Judentum einzuflößen und sie von dem Wert des Ordens zu überzeugen. Es werden vqr nicht-jüdischen Kreisen Vorträge über jüdisches Oemeinde- und Kulturleben gehalten. Die einzelne Loge gibt hierzu die Anregung, tritt aber in der Oeffentlichkeit nicht in die Erscheinung. In Liverpool und Glasgow sprach Oberrabbiner Hertz vor 2000 Zuhörern. Die Logen wirken ferner gegen die auf Judentaufen gerichtete Missionstitigkeit. Die Studenten werden von ihnen in jüdische Kreise hin'eingezogen. In England sind 7 Logen, 3 Hilfslogen (Frauenlogen). * „ Schweiz. Mit Rücksicht auf das Zuströmen elsässischer Juden in die Schweiz — besonders nach Basel — ist es das Bestreben, die einheitliche Linie zu finden, die sich zwischen Menschen verschieden gerichteter Kulturkreise ergibt. In der West- ScKweiz Logen zu gründen, besteht zunächst noch keine Aussicht. Ob die Möglichkeit besteht, durch Gründung einer dritten schweizer Loge — ev. durch eine 2te Logengründung in Zürich — zur ersehnten schweizer Qroßloge zu gelangen, muß abgew^rtet werden. Die L^ge-der Juden in der Schweiz ist verhältnismäßig günstig. Alle Berufe stehen offen. Verschlossen sind die höheren Bundesverwaltungsstellen, die höheren Offiziersstellungen. Der gesellschaftliche Antisemitismus ist stark, am freiesten sind die französischen Kantone. Die Zahl der Juden in der Schweiz beträgt 33 000. Die Augustin Keller-Loge hat ein Kinderheim geschaffen. Von den schweizer Logen werden subventioniert: die Etania in Davos, das jüdische Waisenhaus in Basel, das jüdische Spital u. a. Höhe der Subventionen: 20 — 30 000 Fr.' jährlich. , , * Holland. I Im freien Holland mit seinen vorurteilslosen gesellschaftlichen Anschauungen bewegen sich die Juden als freie Bürger. In allen Aemtem des Oeistes, der Industrie, des Handwerks sind — 66 —