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Der Orden Bne Briss · 1929-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 3 - März
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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4< ahrhaft menschliche schehen, auf Charakter, Dinge gestellt werden. Die charakterliche jBeurteilung hat nichts mit äußeren Oesetzen zu tun und ist weit entfernt von Anschauungenider Prüderie. Sie stützt sich auf das Wesen der Dingfe, auf das Verhältnis von Mensch zu Mensch, jiuf wahre Wertung und damit auf zu tiefst innerliche Sittlichkeit. ' In vergangenen Zei en |jab es einen Ehrenkodex des Offiziers, der sich auf die Wahrung der äußeren Ehre bezog, des jungen Mädchens, bei dem die äußere Keuschheit zugrunde lag — beides war mit vielfachen Uebertreibungen verbunden, aber es lag ein« bindende Oesellschaffsanschauung darin. Für die neuen Grundlagen der »Kameradschaftsehe« müßten Formen gefunden werden, j die sich auf innerliche Dinge bezic Wenn derjenige — männlich oder lieh — der gesellschaftlichen Aechtung liegt, d^r aus Leichtsinn, Leichtfertigkeit oder1 niedriger Oesinnung < len Partner verläßt und ein abwendbares Schicksal herauf beschwört,* dann dürfte Form Zeit sein|. Ein die »Kameradschaftsehe«- die «irrer Ehegeineinschaft in Form setzung. Bruder Rieger hat lehnend . geäußert un< veraen,j ‘ziepen.1 ■ weib-l . uper-| solcher Ehreii-Kodex, eine neue Oesellschaftsai ischauung ah Grundlage es Zusammenlebens-’ ist mög schwerer ich« für eine neue die Voraus- A. Odt. Kameradschaft in der Eh Vc^i Hertha Kuhn-Löwenthal, Diflomkaufnunn, Bjerlin. sich in Nr. 1/29 dieses Blattes über, die Kameradschaftsehe im Sinne der bekannten amerikanischen Vorschläge abhält sie für keine geeignete Grundlage, die gestehenden Ehe Verhältnisse zu reformieren. Er sieht die beste Oewähr für eine Beskerurtg der kaum noch geleugneten ungesunden Zustände in einer Kameradschaft in der Ehe und betrachtet als das geeignetste Mittel zur Schaffung.und Erhaltung harmonischer Beziehungen zwischen den Ehegatten die Fortsetzung der Berufstätigkeit der Frau in der Ehe. Ich kann mir von dieser Lösung für die Sorgenj der Oeneration, die jetzt auf der Höhe ihrer peschlechtsfähigkeit und generativen Wünsche sjteht, wenig Ersprießliches versprechen. * Die Berufstätigkeit der Frau in der Ehe könnte — theoretisch wenigstens — die soziale Seite des Probt uns zwar erleichtern und damit auch gewisse ps rchische Voraussetzungen besseren Zusammenle oens schaffen, während sie auf die offenen ^etuellen Fragen ohne Einfluß bleiben muß. I , Es liegt aber in d ir Natur der Ehe als einer die geschlechtliche V( reinigung legalisierenden Einrichtung, daß die meisten Störungen eben von dieser sexuellen Seite herkommen. Man müßte an der Möglicikeit eines Glücks in der Ehe verzweifeln, wollte' nan den Gedankengängen des Bruders Rieger gläubig folgen, der einerseits für die Ehe das Primat der Treue feststellt andererseits aber zugibt, daß alle Erötik polygam sei. Danach wäre für ^rotik in der Ehe kein Platz. glücklicherweise inj der Dank der freieren [Entspielt die Erotik gdgenvieler Ehen die ihr zu- So sieht es nur Wirklich keit nicht aut wickelurg der Jugencj wärtig bei Eingehung kommende Rolle. Dks Mädchen wählt heute nicht m:hr mit verbundenen Augen und ungeweckten Sinnen, d< r Mann erwartet und wünscht keine Knospe, die sich jedem Eindruck vor dem Tag:’ der Hochzeit ängstlich verschlo »sen hält, f *ei$t entwickelt sich ein natürliches Kamefad; chaftsverhältnis, in dem »Kameradschaft« und »Verhältnis «gleichberechtigt sind. Sobald es wi tschaftlich zu ermögl eben ist, wird geheiratet. Regel zunächst nich vielen Fi llen alles ehejr Vs eine »Scheu vor Kinde« jesteht. . Wc sich dieser daß die bekannte, nennen wir An ein Kind ist in der zu denken,. Obwohl in greifbaren Erkenntnis geflissentlich verschließt, wird anerkennen missen, Voraussetzungen für die bisher dem nicht allein sie gebundene Ehe, also zunächst die Gleichen sind wie für die Kameradschaftsehe, d e, um esudcheinmalfcstzuhalten,e ne rechtskräftig geschlossene Ehegemeinschaft da rstellt, die unt :r der Vorsorge geschl ossen wird, daß aus ihr kein Kind * hervorgeht, mit dem Rechte für kinderlose Paare, siel i mit gegenseitiger Einwilligung jederzeit scheiden lassen zu können, träge zu zahlen sin ohne d«ß Unte/hai tsbeid. Der Wille zup Kfriderlosigkei j, der bei derKameradschaftsehevertraglich festgelegt ist, ergibt sich in der gebundenen Ehe aus materiellen!.Notwendigkeiten. Zu be- 49 —

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