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Der Orden Bne Briss · 1929-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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— diejenige Frage, Ober welche man die in der Landwirtschaft arbeitende Bevölkerung am häufigsten sprechen hört. Sie einer günjstigen Lösung entgegenzuführen, macht sich die Ruthenberg-Oesellschaft zur Aufgabe. Ihr großes Kraftwerk, das etwa den Anlagen am Walchensee oder an der Edertalsperre zu vergleichen isit, geht allmählich der Vollendung entgegen. E4 wird, wenn es 1930 fertiggestellt worden ist, doppelt so viel elektrische Kraft liefern könnep,’ wie Palästina nach dem heutigen Stande brauchen kann. Es will aber nicht nur Licht und Strom für industrielle Betriebe liefern, sondern aufch Kraft für die Leitung von Bewässerungsanlagen an alle die Stellen, wo sie benötigt werderh Was das für Perspektiven eröffnet, kann man dort erkennen, wo ähnliche Versuche bereits durchgeführt sind. Vermittels der Ruthenberg-Station in Haifa und in Tel-Aviv konnte man schon heute zahlreichen Gärtnereibetrieben die Be> Wässerung zuführen. Die alle Ackerbaukolonie Mikveh Jisrael der Alliance IsrsÖite' hat sich infolge der ihr jetzt eröffneten Möglichkeiten vollständig umgestellt; sie führt ihr Wasser direkt an die. Beete heran und kann daher jetzt unter die Obst- und Blumenzüchter großen Stils treten. Sie darf die Hoffnung hegen, in absehbarer Zeit von Paris unabhängig zu sehr, vielleicht sogar aus der eigenen Arbeit höhere Erträge zu erzielen, als die Subventionen der Alliance Israelite Universelle ihr bieten können. Ein verödetes und verwahrlostes .Land zu kultivieren, ist nur möglich, wenn sich die geeigneten Menschen dafür bieten. Ohne Uebertreiburtg .darf man sagen, daß der Menschenschlag,*der an dem Aufbau Palästinas arbeitet, das größte Aktivum für diesen bildet. Hier begegnet man in cför Tat einem verjüngten Geschlecht, das sich vollständig umgestellt hat, seine Lebensarbeit nicht nur als Beruf und pflichtgemäße Tätigkeit, sondern als eine heilige Aufgabe betrachtet. Es ist die Oesinnung wirklicher Pioniere, die Kultur verbreiten wollen und bereit sind, dafür ihre Kraft, wenn es sein muß, auch ihr Leben hinzugeben. Sie haben zumeist die kleinen Sorgen, die in ihren Heimatländern die Menschen bedrücken, von sich abgeworfen und in ihrer Arbeit Befriedigung, in dem, wenn auch langsamen, Fortschreiten ihres Werkes Glücksgefühl gefunden. Hier müßte die Aufmerksamkeit unseres Ordens besonders einsetzen, der es sich ja zur Aufgabe gestellt hat, den geistigen und sittlichen Charakter unseres Stammes weiter zu entwickeln und zu heben. Die Jeruschalajim-Loge hat angeregt, in den Kreisen der Brüder Gesellschaftsreisen zu organisieren, und ist gern bereit,/alle" Vorbereitungen zii treffen, damit die Brüder in kurzer Zeit für geringe Kosten so viel als möglich sehen. Niehl Potemkinsche Dörfer, sondern Wirklichkeiten mit Erfolgen und Fehlschlägen — ringende Menschen und ein zu neuem Leben erwachendes Land. Briete an den O.B.B. U.O. B. B. Gedanke und Werk. Betrachtungen aas dem Kreise der Brüderschaft. j Wir erhalten eine Reihe von Zuschritten*) aus dem Bruderkreise, die sich in ernsfer und dankenswerter Weise mit dem Logengedanken und seiner Betätigung befassen. Die Ausführungen sind erfüllt von einer tiefen Liebe zum Orden. Sie zeigen aber stellenweise eine stark subjektive Einstellung,. der man nicht beipflichten kann. Es wird beispielsweise die Frage aufgeworfen, ob man gegen|- vdSHig von einer Aktualität des. Ordens sprechen kann. Demgegenüber ist — wie das auch früher schon einmal betont wurde —7 zu sagen; daß auch in einet! Zeit vielfacher Verwilderung der Sitten die Frage nach gut oddr *) Wir nennen unter den Autoren solcher Zuschriften besonders die Brüder Expräsidenten Heinrich Berger- Berljn, Max Kraemer-München, Sally Lehmann-Frankfurt a. M., bemerken aber, daß die obigen Ausführnngen sich auf die Oesamtheit der Einsendungen beziehen. böse nicht in dem Sinne gestellt werden kann, ob das Oute aus der Weit abgeschafft oder eingeschränkt werden sollte, weil das Böse so vielfach das Beherrschende sei. Die Aktualität des Outen kann auch in einer Zeit nach einem Kriege, wie dem durchlebten, nicht bestritten werden, auch wenn es schwerer ist, dem Outen Eingang zu verschaffen als in weniger bewegten Zeitläuften. Aehnlich steht es mit der Frage der Aktualität unserer Ordensforderungen. Es gibt Zeiten, in denen sie schwerer durchzusetzen isind und solche, in denen dies leichter geschehen kann! Die Notwendigkeit, sie zu erheben, kann aber nicht bestritten werden. Denn es wäre natürlich das Falscheste, was man tun könnte, die Organisation auf laxere Orundsätze einzustellen, um sie angeblich aktuell zu gestalten. Dies trifft in gleicher Weise auf die allgemeinen Orundsätze der Wohltätigkeit, Bruderliebe und Eintracht zu, wie auch auf speziell etwa herauszugreifende Fragen der Ehegemeinschaft, der Beziehung zwischen Eltern und Kindern und ähnliches. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, daß der frühere Grundsatz »nichts für uns, alles für andere« eine um- — 38 - 1

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