Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1929-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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ganzen Qruppe von Menscheri bestimmte Eigenschaften der Seele und des Charakters zuzusprechen. Man kann deshalb nicht einfach pagen, die heilige Jugend ist nüchtern, sachlich, jgefQhlsarm und ohne idealistischen' Schwung, ebensowenig, wie man die hejutige Jugend etwa als romantisch^ schwärmerisch und mystischen Einflüssen zugänglich bezeichnen kann. Es gibt unjter der Jugend wie unter den Alten Kollektivmenschen und Individualisten, gefühlsbetonte Idealisten und nüchterne Verstandesmenschen. Viele junge Leute gehen im Ijleibessport auf und zahlreiche sind geistig interessiert, manche sind lediglich auf ihren eigenen weg bedacht, andere fühlen das Bejdüifnis, mit andern, für andere zu leben. ' , Immerhin lassen sich gewisse gemeinsame Merkmale besonders bei der, organisatorisch zusammengeschlossenen Jugend finden, und wir sei) und ethis meinschaft Wir kfli schäften Bestrebung^ danken unc besonders in dieBahnbi geschilderten i müssen uns freilich das Einfachste und Beste, öglich wäre, eine neuejugendorganipotgedrungen darauf beschränken, sation in itatutenmäßiger Verbindung mit der diese Orupper eigenschaften i* ihren Orundzügen festzuhalten. Als gemeinsame seelische Empfindung treffe* wir da insbesondere auf die Abneigung der Jugend gegen eine vorwiegend rationalistisch« , allein auf die Vernunft gegründete Betrachtungsweise. Eier Intellektualismus steht bei der Jugend schlecht im [Kurse. Sie liebt es, das seelische Moment, das Oefünlsleben, den Instinkt in ihren LebensäuBerungen vorwalten zu lassen. Aus dieser Öefühlsrichturtg heraus verabscheut sie auch die Einwirkung von außen, die Erjtiehung und Ejeaufsichtjgung durch :die Erwachsenen. Die Jpgend will sich ihre {Führer aus iIrrer eigenen; Mitte wählen. Sie folgt diesen willig, solange diese die seelische Fühlung mit ihrer Schar zti behalten vermögen. Sie schließt s ch nicht zusammen, um gemeinsam ein rationell vorbestimmtes Ziel zu erreichen, sondern sie g ruppiert sichj um ein gemeinsames Erlebnis oder schließt sich zu einer Gemeinschaft zusammen, die ihr ein sjolches Erlebnis, das gewöhnlich I:ein .reales, sondern ein seelisches darstellt, gewährleistet odpr wenigstens in Aussicht stellt. Oie Jugend Ist weiterhin von dem Gemeinschaft! gedanken erfüllt. Sie ist bestrebt, die Kamerads rfiaft, den Brudergedanken in ihren Bünden zu ei leben. Sie prangt schließlich nach möglichster Einheit im Wesen und Charakter, also letzten Endes nach der Harmonie, der Eintracht, die auch unser nöchstes Logenziel ist. Unsere Jugend hat ferner, ganz gleichgültig, welcher Richtung sie angehören mag, im Gegensatz zu frühe ’ eine durchaus positive! Einstellung zum Judentun als gempinschaftbildender Kraft er Grundlage, auf der sie ihre Qelufzubauen sucht. nnen dahier als hervorragende Eigenr Jugendbewegung Gedanken und n feststejllen, die mit unseren Qe- Ideen durchaus im Einklang stehen, ^venn wir unsere eigene Entwicklung n lenken, die sich mit den vorstehend Anschauungen der Jugend vereinen. III. , , Angesichts der lokalen Besonderheiten der einzelnen Logen können für die B e h a n d 1 u n g der orgunisa torischen Frage, die ja zur Verwirklichung des gesteckten Zieles unbedingt gelös : werden muß, allgemeine Richtlinien nicht aufgeutellt werden. Es wäii wenn es m Loge selbst zu schaffen. Es klingt im ersten Augenblick sehr verführerisch, in Angliederung an die Lo ge Jugendgruppen zu errichten, die nach Lebensalter gestuft, in allmählicher Entwicklung iiire Mitglieder der Loge äts Brüder und Schwe item zuführen, dergestalt etwa, daß eine von Jen Frauen geleitete Kindergruppe, eine Abteilung, welche die Jugend von 14—20 Jahren umf ißt, und eine Vereinigung geschaffen wird, in der die Jungmannschaft zwischen 20 und 30 Jahren, vielleicht schon unter . Aufnahme in den Orden mit minderen Rechten und Pflichten gesammelt wird. Ein solcher Plan-wäre aus einer Reihe von Oründen von vornherein zum Schei em verurteilt. Einmal würde eine solche Organisation erfahrungsgemäß ' nicht lebensfähig sein, da sie einen zu großen Zwang darstellen lind die Abneigung der Jugend gegen eine offer sichtliche Autoritätseinwirkung der Erwachsen »n nicht berücksichtigen würde. Würde mai aber die Jugendgruppen nach dem Muster der bereits bestehenden Jugendbünde organisiere i, so würde man lediglich eine neue, keineswegs aber bessere Organisation neben dpn vielen bereits existierenden schaffen- Das schwerwiegendst«: Bedenken gegen ein derartiges Projekt aber i >t das folgende: Wie i>ereits geschildert,, bestehen Jugepdorganisatic nen aller Art mit den verschiedensten Zielen und Tendenzen. Ob es sich bei ihnen fim kulturelle, politische oder sportliche Vereinigungen handdt, sie stehen selbstverständlich] in keinem Gegensatz zu unseren, ganz andere Oebiete umfassenden Bestrebungen. Würden — 27 — irden