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Der Orden Bne Briss · 1929-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1929-01-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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-was an unserer Verfassung gut ist; ein'Radikaler, um. alles zu unterdrücken, was sie Schlechtes enthält.« Aul die Frage Lord Melbournes in einer Gesellschaft, was er -sich wünsche, erwidert der noch völlig unbekannte junge Mann: »Ich möchte Premierminister werden.« Oleich Lassalle .übt Disraeli eine besondere Wirkung auf die Franen aus. Auch er wird von einer Frau ge-j fördert, die beträchtlich älter als ihr Schützling ist. Mil dieser Frau, die er nach der Meinung mancher seiner Oegner.-nur aus Berechnung geheiratethaben sollte, hat er eine vorbildliche Ehe geführt Sie vergötterte ihn, und auf ihn kann man seinen eigenen Ausspruch anwenden: »Er war, was ein Mann immer für die Frau sein muß; bei aller Sanftheit dennoch ein Führer.« Die Tragik seines Lebens ist daß er erst im Alter bei geschwächter Gesundheit die Macht und den ihm angemessenen Wirkungskreis erreicht. Einem Freunde, der ihn beglückwünscht, entgegnfct er; »Für mich ist es zwanzig Jahre zu spät Oeben Sie mir Ihr Alter und Ihre Gesundheit!« ' Maurois hat es verstanden, nicht nur die an •Triumphen reiche Laufbahn des Politikers zu schildern, sondern uns den Menschen in seinem Glück und Leid nahe zu bringen. Fritz Goldschmidt (Spinoza-Loge). * \ _ Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Das soeben erschienene Dezemberheft der MOWJ beginnt mit einem Sammelbericht von Heinrich Speyer über neuert bibelwissenschaftliche Arbeiten. Die folgenden drei Aufsätze geben auch dem Fernerstehenden ein Bild von dem Geschick unserer Vorfahren im späten Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit Ellen Littmann zeigt, zum Teil nach unveröffentlichten Urkunden, unter welchen Bedingungen es denjenigen Juden, die in der Zeit des Schwarzen Todes um Heimat und Besitz gekommen waren, gelang, neue Niederlasstingsmöglichkeiten^ zu finden. Eine kleine Arbeit von Professor Donath behandelt die Gesundheitsverhältnisse unter den Juden zu Beginn der Neuzeit und weist nach, welch furchtbare Krankheiten die sehr ungesunden Berufszweige, die man den ^Juden übrigließ, zur Folge haben mußten. Was sie aufrecht erhielt, ist deutlich zu erkennen aus L Landau's Aufsatz »der jiddische Midrasch Wajoscba«; hier wird zum ersten Male ein Spielmannslied über den Auszug aus Aegypten Veröffentlicht, das Uns veranschaulicht, wie bereits unsere Vorfahren die biblischen Stoffe mit den Stilroitteln ihrer Umwelt darzustellen wußten. Zahlreiche Besprechungen folgen. Für den Jahresbeitrag von 10,— Mk. werden äechs Hefte der Monatsschrift zugesandt und Vergünstigungen beim Bezug wichtiger jüdisch-wissenschaftlicher Veröffentlichungen gewählt Anschrift: Berlin- SchÖneberg 1, Beiziger Stiaße 46, 2., Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin, 7030. f Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege, herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Januar-Februar 1929, Jahrgang 1, Heft 1. Tn ansprechendem Oewande erscheint das erste Heft der Veröffentlichungen der Zentralwohlfahrtsstelle, das in neuer Form sich den Lesern darbietet. Den einführenden Worten von Rabbiner Dr. Leo Baeck sowie dem Vorwort der Schriftleitung folgen Aufsätze von Professor Dr. Erich Stern über das Problem der inneren Wandlung, von Prof. Dr.M.Türküber den Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes, von Dr. O. Tugendreich »Was für Aufgaben fallen der Sozialhygiene in der jüdischen Gemeinde-Wohlfahrtspflege zu?«, von Professor Dr! Glaeßner »Ansprache anläßlich der Einweihung der neuen Räume der Jüdischen Kinderhilfe Berlin«. Es schließen sich an: Mitteilungen der Zentralwohlfahrtsstelle und der ihr angeschlossenen Geschäftsstellen, eine Umschau, Bücher- und Zeitschriftenbesprechungen sowie Veranstaltungen (Tagungen, Kurse). A. Odt. .» * Nehemias Anton Nobel 'von- Oskar Wolfsberg (mit Porträt)' 1929. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt ä.M. Oskar Wolfsberg gibt den warmherzigen Versuch einer Würdigung Nobels als Persönlichkeit seines Berufes, als Redner, als Lehrer. ,, Babylonischer Talmud. Im Verlage »Bibiion« beginnt Ende Januar eine Volksausgabe des Babylonischen Talmnds in deutscher Sprache von Lazarus Goldschmidt zu erscheinen. Das Werk wird 11 Bände umfassen. Der Preis beträgt pro Band in Leinen 15.— M. * Eingegangen ist eine Broschüre von Dr. M. Krewer- Kaunas (Litauen), Preis Mk. 2.—, mit folgendem Inhalt: ~ 1. Die Stellung des palästinensischen Problems in- und! außerhalb des Judentums 2. Die zionistische Organisation ' 3. Die jüdische Nation! 4. Die jüdische Verfassung. Brüder denkt bei der Darreichung von Spenden auch an die O r o 6 I o g e. Es gibt wonl kaum eine. Stelle, von der aus so vielfach die Möglichkeit gegeben ist, Not würdiger Menschen zu lindern. Es gibt Menschen, welche sich, wenn alle Hilfsmittel versagen, in ihrer letzten Not an die Croßloge wenden, würdige Menschen, denen nur diskret geholfen werden kann. Unter ihnen sind Künstler, Angehörige der freien Berufe usw. Wenn auch die Oroßloge keine Organisation ist,' zu deren Funktionen Einzelunterstützung gehört, so kann sie doch im Einzelfall Hungernde nicht ohne Brot, und Menschen in höchster Not nicht, ohne unabweisliche Stütze lassen. Vielfach hört man bei Besuchen kleinerer oder mittlerer Logen, daß die materielle Lage am Orte so günstig ist, daß die einzelne Loge nur wenig für soziale Not des einzelnen herangezogen wird. — Brüder, denkt bei solcher Lage/'wenn Ihr Spenden für irgend einen Zweck zur Verfügung stellen könnt, auch an die GroBloge. 20 -

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