Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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möglichst weite Verbreitung finden müsse. Die Ethik sei überhaupt erst ein Produkt des gesellschaftlichen Lebens. Mess stehe hier im Oegensatz zu Marx, der das geistige Leber nur als einen Reflex der Produktionsbjedingu ngen angesehen habe. Sein Ausgangspunkt sei freilich noch der isolierte] Mensch. Erst Krapotkin habe •erkannt, daß am Anfang der Entwicklung nicht das Einzelindividuum, sondern die Gesellschaft stehe. Hess unterscheide die Begriffe Volle und Nation. Das Volk sei eine beschränkte Kollektivität, die auf der Abstammung beruhe. Die Nation werde vorn Staate geschaffien und umfasse eine Vielheit von Völkern! Die Begriffe Volk und Nation korrespondieren nach Moses Hess mit den Begriffen Gesellschaft und Staat. Noch im Jahre 1839 habe Hess die Meinung vertreten, daß Nationalität Und ^Rasse im Laufe der, Entwicklung Hindernisse ejes Fortschrittes der Menschhe’t geworden seieln. Die Blutanklage von Damaskus i. J. 1840 und die sich daran anknüpfenden antisemitischen Angriffe hätten eine Handlung in den Anschauungen von Hess herbeigeführt.'In seinem Büche l»Rom und Jerusalem« erklärte er die Rasse als die Grundlage alles dessen, was bestehe. Im Gegensatz.) zti Oobineau (»Die Ungleichheit der Menschenrissen«) gehe aber Hess von der Gleichwjerti jkeit aller Rassen aus, Rom erscheine ihm alsjdk: Grundlage des Gedankens der Autorität und des Zwanges, Jerusalem als,die Vertreterin des Gedankens der sozialen Gerechtigkeit Die Natjon sei ein Produkt des Staates, könne also kühstli:h geschaffen .werden, insbesondere bei Menschen mit gemeinsamer Abstammung. Hess eijstrcbe die Schaffung eines Juderistaattes in Jerusalem, der das Beispiel eitles sozi^listischen Gemein Wes jns geben solle. Als Kind | seiner Zeit habe Moses Hess freilich den Begriff der Rasse als etwas Unveränderliches, Abgeschlossenes angesehen und verkannt, daß-auch die' Rasse etwas Entwicklungsfähiges', Wandelbares sei. Aber bei allen seinen Irftömern, denen jeder Forscher unterworfen sei, müßten ‘wir bewundernd aneikennen, daß Moses Hess, ein Vojläuler* Theodor Herzls, ein Ringender, ein Bahnbrecher gewesen ' sei, der für seine Ideale iin .eben der Verfolgung auf sich genommen habe. F.O.! Leon Kellner, der Schöpfer def Jüdischen Toynbee-hallen. Ii Der vor kurzem im Alfer von 72 fahren heimgegangene Hof rat Prof. Dr. Leon Kellner in Wien verdient: es, daß sein Andenken auch in unserem Logenorgan festgeh;ilten wird, denn er war eine Persönlichkeit von j besonderem Format In Tarnjow (Galizien) geboren, piat er sich — wie es in jener Qegercd i Sitte |st — zuerst im Cheder und auf der Jeschiwaß umfassende Kenntnisse im jüdischen Schrifttum erworben. Dann ferst wandte er sich derj weltlichen Bildung feu und brachte es durch Begabung und Fleiß zum a. 6. Professor an den Universitäten Czernowitz und Wien. — Zu seinem Spezialfach gehörten I die englische Sprachforschung und die englische Literatur. Seine Werke auf diesem Gebiete, wie »Die englische Literatur iity Zeitalter der Königin Viktoria«, Seine »Shakespeare-Studien«, sein »Shakespeare- Wörterbuch«, seine englische »Grammatik« und »Syntax« haben große Anerkennung in Fachirr den Er wai Forscher auch an Volksbildung Problemen Als alhr C Auftreten wegung art Herzl iegri wurde iiudi Schriften« In un sondert von j( disc|h< seinen vei hätte sich richtunjgen Volksunter! Jahre 1884 Assodition du f ) Preisen und Verbreitung in ■amerikanischen Schulen gefunden. I englischen und im Jalire Toynbse-H — li — aber nicht nur ein Gelehrter und stjllen Kämmerlein, sondern nahm Bestrebungen zur Verbreitung der sowie auch an den Fragen und des . jüdischen Lebens regsten Anteil. iowew-Zion schloß er sich nach dem Iheodor Herzls der zionistischen Be- Vedigierte eine Zeitlang das von ndete Zentralorgan »Die Welt« und mit der Herausgabe der »Zionistischen lerzls betraut. em Bne Br iss-Kreise ist Kellner berch die Anregung zur Begründung len Toynhee-Hallen bekannt. Auf r^chiedenen Studienreisen in England (ellner auch eingehend mit den Einfreiwilliger Wohlfahrtspflege und des Nichts beschäftigt und dabei das im durch die »Universität Settlements erbaute Heim, das hach seinem verstorbenem geistigen Urheber Ihlle genannt wurde, kennengelernt. ssr 1683