Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/6727475-6029145-6074785--2002-4868612- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Dieses Heim mit seinem humanitären Zweck gefiei Prof. Kellner so Sehr, daß er beschloß, in Wien nach dem Londoner Vorbilde etwas Aehnliches zu schaffen. Nach gründlichen Vorarbeiten begründete er im Dezetnber 1000 im Vereine mit Heinrich York-Steiner im XX. Bezirke die erste jüdische Toynbee-Halie. Die Oründe, die ihn veranfaßten, nicht eine allgemeine Volkshalle, sondern eine jüdische einzurichten, hat Kellner in seiner Broschüre »Eine jüdische Toynbee-Halle« ausführlich dargelegt. Um diese t Einrichtung lebensfähig zu erhalten, hat sie unsere »Eintracht-Loge« in Wien unter ihre Patronanz genommen, der sich die andern Wiener Logen anschlossen.; Und als später im Jahre 1003 die Berliner Logen mit dem Oedanken sich beschäftigten, auch hier eine Toynbee-Halle zu begründen, stellte sich Kellner mit seinen Erfahrungen und seinem Rate den,Berliner Brüdern zur Verfügung. Sein fesselnder Vortrag am 20. März 1003 vor den drei Berliner Logen hat die Zuhörer und Zuhörerinnen für die Idee begeistert und die neue Aufgabe wurde nach den Vorschlägen Kellners in Angriff genommen. Der Name Professor Kellner wird wie in seinen wissenschaftlichen Werken auch fti unseren jüdischen Toynbee- Hallen zum Segen fortleben. . ef. Briefe an Ein Appell an die Brüder zur Aktivierung im Logenleben! Bruder Dr. Julius Winter, Mendelssphn-Loge, Magdeburg, hat in seiner Loge einen warmherzigen Appell an die Brüder gerichtet, der auf eine Aktivierung jedes einzelnen im Sinne der Betätigung des Logengedankens hmausläuft Er verlangt, daß jede|_ Bruder persönliche Betätigung in irgend einer Form —■ sei es durch seine Anwesenheit bei der Besprechung von Fragen, sei es durch Fürsorge fär Menschen und Dinge, sei es evtl, durch Hergabe von verfügbaren Mittelif, erweist, wenn schon das persönliche In-den-Dienststellen für den einzelnen vielleicht infolge zeitlicher Ueberiastung Schwierigkeiten bereiten sollte. r Der schlichte und dabei doch packende Ton, den j Br. Winter dabet anschlug, veranlaßte den Präsidenten seiner Loge, den Appell des Bruders, den er unter dem Titel »der Sinn der Loge« herausgeben ließ, zu vervielfältigen und allen Brüdern zugehen zu lassen. Wir stellen auf Wunsch die uns freundlichst übersandten Ausführungen von Br. Winter den Logenpräsidenten zur Verfügung. * „ * * Radio und . . . Bruder Siegnsund Reis regt an, dahin zu wirken, - daß, wie es auch die beiden christlichen. Konfessionen tun. von jüdischer Sehe aus gottesdienstähnliche .Veranstaltungen, Bekundungen apologetischer Art, auf kläre'de Mitteilungen über jüdische Religion, . Judenheit und Judentum, durch Radio verbreitet werden. Er weist bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß kürzlich unser Bruder 1 den O.B.B. Rabbiner Dr. Rosenthal, Köln, in einer jüdischen Morgenfeier durch den Kölner Sender in sehr günstig aufgenommener Form über die ,Ethik des Talmuds“ gesprochen hat. * ft Titelwesen. Br. Alfred Wiener (J.H.L.) äußert sich in einer Zuschrift zu den in Deutschland über das Titelw-eseit noch herrschenden Anschauungen, die nach seiner Meinung auch von jüdischen Kreisen geteilt werden. Im Gegensatz zu dem englischen und amerikanischen Brauch, demzufolge auch der Gelehrte und Titelträger mit seinem Namen unter Voransetzung von »Mr « genannt wird, verknüpft sich in Deutschland mit gesellschaftlichen Formen immer noch zu sehr die Neigung, dem Titel die übergroße Würdigung Deizumessen] Gerechtfertigt wird dies weder durch den Dr.-Titel noch durch sonst irgendeinen anderen Titel. : Wir haben in Deutschland ausgezeichnete Beweise daf^r, daß*Menschen aus einfachsten Verhäl'nissen ohne Titel und abgestempelte Prüfungen zu großen Kenntnissen, Stellungen und Leistungen gelangt sind. Es kann nur als wünschenswert bezeichnet werden, daß der Mensch an sich, nicht als der Mensch mit dem Titef gewürdigt wird. ' 1 Wenngleich wir der Meinung sind, daß erfreulicherweise die Ueberwertung des Ktels, des Dr.-Titels wie der anderen 'Atel, allgemein erheblich nachgelassen hat, so möchten wir doch durch den Abdruck dieser Zeilen mit . Br. Wiener dazu beitragen, daß unberechtigte Anschaltungen — soweit sie noch bestehen sollten '— mit der Wurzel -ausgerottet werden. Aus dem Büro: der Großloge. Ein Vermächtnis. Der kürzlich verstorbene Bruder Simon Hamburger (Leopold Zunz-Loge, Braunschweig) hat zum Andenken an sein! beiden in Kriege gefallenen Söhne - seine einzigen Kinder — sowie an seine - schon lange vor ihm verstorbene Gattin und auch zum Andenken an sich selbst seit^e' Loge testamentarisch eine Stiftung von M 40.000,— mit der Maßgabe vermacht, daß der Beamtenrat über die Verw mdung der Zinsen zu verfügen hat Bruder Hamburger hat fsrner der jüdischen Oemeinde Braunschweig den 12