Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1928 (1928)
- Issue
- Juni/Juli (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 33 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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reitung für das jüdische Ideal erfolgt nur durch die Tst, däs beweist die Zugehörigkeit zu der Loge. Damit ist aber auch die Forderung aufgestellt, die! auf die Loj;e entfällt: den jüdischen Bestrebungen zur Durchführung zu verhelfen. Es ist also nicht die Aufgabe der Logen, materielle Unterstützung zu leisten, sondern darüber zu wachen, daß jüdische Perspftlichkeiten geschaffen werde n, die an den jüdischen Aufgaben teilnehmen. Diese Aufgabe haben die Logen versucht zu lösen. Wenn die Lösu lg noch nicht vollbracht rst, so sind die schweren Verhältnisse, in denen wir leben, hieran schuld. Im allgemein :n hat das deutsche Judentum in denletzten Jahren einen erheblichen Aufstieg genommen. ' ' * ' Br. O r o ß p r ä s i d e n t: dankt den Rednern, t<- sonders auch denjenigen, die mit ihrer Krijik nicht 2urü<kgehallen haben. Wenn die Forderung richtig wäre: eie die Logen sich anderen Aufgaben zuwetidan, muß ei st für die letzte Witwe und Waise gänz gesorgt sein, würd :n unsere großen Institutionen schweren Slchaden leiden. Es ist gewiß richtig’*,.daß Wohltun zu' Hause beginnt, es darf dort aber nicht enden. Die Anregungen, die gegeb :n worden sind, werden ernster Prüfung unterzogen werden. Br. Baeck stellt sodann fest, daß die Umlage von 2.— M., - gegen die nur von wenigen Brüdern Einwendungen rrhoben worden sind, bewilligt ist. Falls erforderlich, wird .in der nächsten Oroßlogentagung die Erhöhung des Kopfbeitrages j zur Großloje beantragt werden. Die Gelder,die der Grojßloge zufließi n, kommen, den Logen wieder zugute. | Der Auslegung, daß die Beiräte den,Beamtenrät:n mit Sitz und’ Stimme angeboren können,! bittet er zuj ustimmen, um den großen Logen nicht unnötige Schwierigkeiten zu machen. i i. Das geschieht. Um! dep Lögen dfe Arbeit zu erlei<jhternu soll versucht ’ werden, die vierteljährlicHen Berichte halbjährl ch für zwei Vierteljahre auf einmal zu erheben. Er erbitiet und erhält auch hierzu die Zustimmung. Dem Anträge Goldschmidt betr. die Einrichtung gemeinnütziger Eheberatungsstellen wird zugestimmt. Die Anträge Levi-Mainz betr. Richtlinien für Logi inverbände cund Teiluhg der Unterstützungen, sowie Lewkowitz-Bresfau betreffend die Gestaltung der Sitzung en des Generalkömitees werden mit dem Antrag Goldschmidt dem Gesch|ftsausschuß zur' Ausführung übergeben. Für dtp <n der Zwischenzeit geleisteten Ausgaben und Bewilligungen-wird .die Genehmigung ertejlt. Für die Kassenführung wird Entlastung ausgesprochen. * * * » * - .. I 3. Vorbereitung der GroBlogenUgung: a) Festsetzung des Tages, b) Vorschläge 'für die Tagesordnung Br. Cohn, Königsberg, äußert sich! zur Raum- «nd Zeitfrage und regt an, die Großlogentagung tm. Herrenhaus ajxuhalten. ‘ Wahl' des H-a uptthemas: Unter Hinweis nuf die Erwartungen, die an eine Oroßlogehtagung geknüpft werden, befürwortet Br. Rosenfeld, Hannover, ein The na, von dem der größte Impuls für das Logenleben zu erhoffen ist | Bei der Wahl des Themas wjird man an zvei Erscheinungen nicht vorübergehen können, einmal ander völlig veränderten Struktur der Logen in der Zeit n<ch dem Kriege und dann an der Ratlosigkeit und Zjel- Unsicherheit, an der eine Reihe von Logen leidet. Während in früheren Jahren der Unterschied zwischen einer Großlogentagung und der anderen nur ein geringer war, wird die Großiogentagung von 1928, die seit der ' Tagung von 1913 zum ersten Mal’wieder am Beginh eiher einigermaßen gleichmäßigen Zeitreihe, steht, eine wesentlich andere sein. Sie kann nicht wieder da anknüpfen, wo die anderen aufgehört haben. Die Loge hat rein äußerlich keine wesentliche Aenderung erfahren, wohl aber in ihrer inneren Struktur. Der jetzige Zustand ist als Krankheitserscheinung anzusehen. Er ist mit den Worten Unbefriedigtsein, Rat losigkeit und Zielunsicherheit bereits angedeutet. Die Zielunsicherheit’ zeigt sich besonders auch in dem Suchen nach einem Thema für die Großlogentagung. -Es ist ein •Symptom, wenn eine geistige jüdische Elite wie die Großloge nach einem Thema sucht, problemlos dasteht. — Die Erscheinung, daß es in den deutschen Logen in erheblichem Umfang an Präsidenten fehlt, ist eine recht bedenkliche. Sie kann mit dem Hinweis auf die stärkere berufliche Inanspruchnahme und die intensivere Tätigkeit im jüdisch-politischen Leben der in Frage kommenden Persönlichkeiten nicht abgetan werden. Die Präsidenten, die in früheren Zeiten den Logen genügten, genügen heute nicht mehr, und das zeigt die wesentlich veränderte Lage der Logen und die viel kompliziertere Psyche der Menschen von heute. t Eine andere Erscheinung ist die, daß sich die Brüder in unseren Logen, nicht annähernd so wohl und eng miteinander verbunden fühlen, wie das vielfach in den Freimaurer-Logen und den Odd Fellow-Logen der Fall ist. Das kommt daher, daß diese Logen aus einem viel größeren Kreise schöpfen, daß sich also die einzelnen nicht schon von der Zusammenarbeit in anderem Kreise kennen und sich daher unbefangener und ohne Voiurteil entgegentreten, als dies in unseren Logen der Fall ist, die auf einen viel engeren Kreis beschränkt sind. Der Freimaurerorden fängt seine Mitglieder auch mit einem an. Symbolen und eigentümlichen Gebräuchen reichen Ritual ein, während unser Ritual einfach, beinahe nüchtern ist und deshalb nicht geeignet, die Menschen, die sich bereits vorder gekannt haben, enger zu binden. Mit Ideen werden 'nur die gewonnen weiden, die die Ideen erfassen, nicht aber die große Masse. Bei dieser sprechen Gefühlsmomente mit. Auch die {Jntersuchung dieses Gesichtpunktes wird zu bestimmten Forderungen führen müssen.' | Was ist nun als Aufgabe für die Zukunft und damit als Thema festzustellen, das von den Logen erwartet wird? Es ist die Schaffung einer erhöhten einheitlichen Geistigkeit in den deutschen Logen zur Herbeiführung logeneigener Aufgaben und zur Ausgestaltung unseres Rituals,. ' Der Beginn der erhöhten einheitlichen Geistigkeit in unserem Logenleben ist zu sehen in der sehr wertvollen Arbeit des Ausschusses für die geistigen Interessen, insbesondere auch in dem Gedanken des Br. Oroß Präsidenten, Pilichtthemen in allen Logen behandeln zu lassen, und in den Sammeiblättern jüdischen Wissens Eine wichtige Aufgabe für eine' erhöhte vereinheitlichte Geistigkeit haben auch die Mitteilungen der Oroßioge zu vollbringen. Sie haben sich in den letzten Jahren den Forderungen der Gegenwart bereits genähert, müssten aber noch ausgestaltet weiden. Jede Nummer müsste einen Leitartikel enthalten, 'der in den Logen diskutiert 4-34 —