Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1928 (1928)
- Issue
- Januar (1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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gestellt, zeigten, wie heute schon in den jüngsten Lebensjahren künstlerische Triebkräfte hervorgeiockt und gepflegt werden. Br. Hermann Stern zeigte seine schöne Sammlung altjüdischer Leuchter und ein großes Oelbild des jüdischen Malers Gillis >Talmudschüler«. Die Ausstälung war nicht nur ein moralischer, sondern glücklicherweise auch ein wirt- Kompositionsabend Die Bergische Loge veranstaltete am Dienstag, dem 13. Dezember, unter gesanglicher Mitwirkung des Kölner Oberkantors Br. Hermann Fleischmann einen Kompositionsabend, der ausschließlich von Werken des Müncherifer Tondichters Heinrich Schalk bestritten wurde. Ueber seine Kunst zu sprechen, dürfte den Rahmen eines einfachen Konzertberichtes überschreiten; es darf aber angedeutet werden, daß Schalit ganz moderne Wege geht, ohne die tonale Linie zu vernachlässigen oder gar außer acht zu lassen. Seine Harmonien sind geistreich und von angenehmefr Wirkung, und da, wo er instrumental wirken will, sind seine Akkcrde von überzeugender Kraft. Sein ganzes Schaffen steht bereits auf bemerkenswerter Höhe und rechtfertigt den künstlerischen Ruf, den er genießt. In der Empfindung vornehm und gefühlvoll in der Gestaltung, stellt sich Schaiit als ein schaffender Künstler von eigener Art dar. Schalit, augenblicklich Organist an der Hauptsynagoge in München, ist auch ein feinsinniger Pianist, der seine Klavierwerke, ein »Choralvorspiel für Klavier» von großer Innigkeit und von überzeugender Oewalt und seine reizvoll lebendigen »Bilder aus dem Marionettentheater«, meisterlich vermittelt. Die »Seelenlieder« und auch die von Schalit bearbeiteteh schaftlicber Erfolg. Viele Besucher öffneten ihre Oeldbeutel so willig wie ihre Herzen, so -daß die arbeitsfreudigen Damen des Verkaufskomitees den | Ausstellern namhafte Einnahmen übermitteln konnten. Die Veranstaltung solcher Ausstellungen darf auch anderen Logen wärmstens empfohlen werden. Br. J a c o b o v i c s. von Heinrich Schaiit. »Jüdischen Volkslieder und Gesänge« sind so schon, daß sie bereits von den größten Künstlern gesungen .werden. Die Texte sind spezifisch jüdischen Inhaltes, zum Teil Nachdichtungen aus dem Hebräischen von Emil Bernhard (Cohn). Einen hervorragenden Sänger der herrlichen, mitunter ins Orandiose ausgreifenden Lieder und Gesänge fand Schalit in dem ausgezeichneten Kölner Oberkantor Hermann Fleischmann. Sein weicher, in allen Lagen gleichmäßig vornehm klingender Bariton durchflutete wohltuend die weiten Räume des Konzertsaales, und wenn einer berufen ist, in unseren westeuropäischen Gegenden ostjüdische. Lieder zu singen und heimisch zu machen, dann ist es Br. Fleischmann. Mit dieser Veranstaltung hat sich die Bergische Loge unstreitig ein großes Verdienst im Sinne det Förderung schaffender und ringender Künstler erworben, das in dem überaus zahlreichen Besuch des Konzertabends zum Ausdruck kam. Wertvolle Kunstgenüsse wurden dankbar und mit großem Beifall entgegengenommen. Von den »Jüdischen Volksliedern« mußte das Wiegenlied wiederholt werden. Br. Hermann Zivi, Elberfeld. Lögenberichte. Fünfundzwaazig-Jahrfeler der Ostpr. Loge in Allenstein. p-' — Am 27. November v. Js, beging unsere Loge die Feier ihres 75 jährigen Bestehens in Gegenwart de* Br. Großpräsidenten Dr. Baeck, zahlreicher Delegierten I von auswärtigen Logen und Logenverbänden, sowie unter großer Teilnahme der Schwestern und Brüder unserer Logej Eingeleitet wurde die Feier durch einen Weiheakj vor offener Loge ami Vormittag, ln seiner Begrüßungsan» spräche zeichnete Br. Präsident ELF. O i n s b u r g ein] Bild , der wechselvollen Geschichte seit Begründung der Loge und verwies auf die anläßlich des Jubiläums herausgegebene Festschrift, die die Leistungen und Bemühungen unserer Loge zum Wohl« unseres Ordens ausführlicher darlegt. Die Ostpr. Loge ist sich mit Stolz dessen bewußt, daß sie im äußersten Osten auf einen besonders schwierigen Posten gestellt ist und noch große Aufgaben zu erfüllen hat, die nur durch verstärktes Zusammengehörigkeitsgefühl und wachsende Verinnerlichung unseres Ge-, meinsebaftssinnes geleistet werden können. Die hierauf folgende Ansprache von Br. G r o ß p r ä s i - dent Dr. Baeck gab' ehrenvolles Zeugnis für die Verbundenheit zwischen der hochw. Großloge und der Ostpreußischen Loge und ging auf das Problem jüdischen und deutschen Seins und Erlebens in Anknüpfung an die Namensgebung der Ostpreußischen Loge~näher ein. In formvollendeter Weise zeichnet? Br. Dr. Baeck die Vielgestaltigkeit deutschen Erlebens und den sich hieraus ergebenden großen kulturellen Reichtum der deutschen Volkes. Die Verwurzelung im engere i Heimatgebiet hat im deutschen Juden eine besonder; starke Ausprägung gefunden, so daß man ihn tatsächlich als deutschesten Deutschen in Hinsicht auf die typisch deutsche Höherschätzung des Teils gegenüber dem Oanzen bezeichnen darf. Die w ech s e I sei t ige Ve rbu n de n h e i t vorn Heimatsinn und Judentum, von ostpreußischir und jüdischer Art, verdeutlichen sich in den Namen der vi< r ostpreußischen Logen und beweisen, daß die Kräfte di r Heimat im Zusammenwirken mit der Kraft unseres Ola tbens unsere Stärke?rhöht haben. Die beiden differenri :- renden Kräfte spornen uns zu, beständigem Fortschreiti n auf immer neuen Wegen zu neuen Ufern an und sind auch der innere Grund für die wesentlich verschiedene Entwicklung des Bne Briß-Ordens gegenüber anderen deutsch n Logenorganisationen gewesen. Die Erkenntnis der Ei nzigartigkeit unseres deutschen und jüdischen Seins hat dem Logengedanken in unserem Orden seine besondere jüdische Ausprägung gegeben. - Anerkennende Worte fand Br. Großpräsident Dr. Ba< ck für das von uns mit Selbstvertrauen geschaffene Logenheim und die Heranziehung der Sch Western zur Mitarbeit, die die Ostpr. Loge als eine der erst en erfolgreich durchgeführt hat. Besondere Bedeutung verdient, wie der Redner ausführte, die von der Ostpr. Loge angeregte neue Aufgabe hinsichtlich der Kulturarbeit in Klein- 2