Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1928 (1928)
- Issue
- Januar (1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
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zu Der Orden Bne Briss Januar 1928. Ausstellung \jon Werken jüdischer Künstler n der Glückatif-Loge, Essen, Dezember >927 Aber die künstlerisch^ Begabung Ediths Cs islt ganz erstaunlich, welche Fülle von künstlerischem Wollen und Können heute in einem verhältnismäßig engen- Kreise einer lokal begrenzten jüdischen Gemeinschaft zu finden ist — wenn man danach su'dht. Die Aufgabe, die Gestaltungen solcher künstlerischen Kräfte Essens und des Nachbargebietes -zur Schau zu bringen, hat sich die Schwest^rnvereinigung der Glückauf-Loge, Essen, gestellt und, wie gleich bemerkt sei, aufs glücklichst^ gelöst. Unter der tatkräftigen und umsichtigen Leitung der Vorsitzenden des Schwesternbundes, Frau Käte Stern» fand vom 6.-8. Dezember ijn den Räumen der Glückauf-Loge eine Ausstellung jüdischer Künstler und Kunstgewerbetreibender statt, die gut beschickt wurde und das volle Interesse weiter jüdischer Kreise gefunden hat. Derartige Ausstellungen! bergen immer die Gefahr, daß breites Dilettantentum das Erzeugnis ernster Kunst überwuchert. Trotz der naturgemäß sehr ungleichen Arbeiten ist aber dieses Uebel im wesentlichen vermieden worden. Wo die Leistungen noch nichf ganz befriedigten, war dieses weniger auf Mangel an Talent zurück zuführen, als auf das Fehlen des künstlerischen Ausdrudks. junge Künstler-; naturen, die noch hach Stil, nach ihrer Oestaltuhgseigenart ringen, cjie sich noch selbst suchen! * Reicher künstlerischer (Geist und Fülle des Könnens strömt bei Eva {Samuel, der Tochter des hiesigen Rabbiners. Djiese junge Künstlerin' zeigte farbenfrohe und duftige Aquarelle, gute moderne Graphik und feine Kleinplastik. Alles atmet Oeschmack und Kraft; große Hoffnungen können sich hier noch erfüllen. Künstlerisch noch nicht auf gleicher - jHöhe, aber von erquickender Frische, Originalität und reicher. Phantasie sind die Darbietungen der Schwester Eva Samuels, der noch jüngeren Edith Samuel. Ihre Schwarz-Weiß-Kunst! als Illustrationen zu deutschen Märchen ist ganz entzückend, und es bleibt nur zu wünschen] daß sich ein Verlag findet, der diese Kunst inldie breite Masse trägt. liegt auf einem Iganz anderen Oebiet: In ihrer ausgestellten I uppenfamilie wird eine Charakterisierung vor geradezu; schlafender Art erreicht', wobei alles init einfachsten Mitteln und scheinbar höchster Selbstverständlichkeit gearbeitet ‘ist. Hier ist zweifellos die Grenze dessen, wasrfcin wenig verächtlich als jKunstgewerbe bezeichnet wird, schon überschritten; die Freude des Beschauers an diesen liebenswürdigen Erzeugnissen ist der Genuß, wie man ihn eben nüt beim Anblicke wahrer Kunstwerke empfindet. Ganz r;ife Kunst bietet uns. Kurt Lewy, ein Essener Künstler, mit ausgesprochener Begabung für künstlerische Kleingestaltung. Seine Miniaturen in Emaille, £ über und farbigen Olasflüssen, köstlich in Form und Farbe, angewandt in Schmuck und kleinen Gebrauchsgegenständen, geben das Bild eines K instlers vori großem inneren Reichtum und vollen letem technischein Können.' Es ist kein Zufall, daß Arbeiten Lqwys und auch Eva Samuels von der Stadt Esser erworben wurden. - Hier is: noch eines weiteren jungen Essener Künstlers, Werner Saul, zu gedenken^ der in in der Sicherheit4 flotten kolorierten Federzeichnungen die Atmosphäre c es heutigen Paris festzuhalten sucht. Es ist nicht möglich, die vielen weiteren Einzelleistu igen hier; gebührend zu. würdigen: Besonders jemerkenswert s ind noch die graphischen Arbeiten des' Essener Zeichners und Piakatkünst ers A. Nathan, geh. Natten. Von weiteren Ari >eiten seieh genan nt: die sehr schönen Kunstaufna imen von Gertru d Herz, die Zeichnungen urd kunstgewerblichen Arbeiten von Marga Heinemann, Elisabeth Kohn und Grete Rindskopf,f iePorträtzjeichnungen HannaMendel’s. Selbstverständlich war die Zahl der ausgebreitetenj Handarbeiten gre ß, von besonderem Reiz waren lie palästinensischen. Bewährte Handarbeitskuns zeigte uns die bekannte Frankfurter Kunstgewe; bierin Tilli Lorch, ebenso Frau fda Oottschalk, Essen, in ihren Arbeiten. Arbeiten unserer1 Kleinsten, von der jüdischen Volksschule und dem jüdischen Kinderhort ausl — \