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Der Orden Bne Briss · 1928-12-01 · Nr. 12 - Dezember (12.1928) · p. Seite 247

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 12 - Dezember (12.1928)
Date
1928-12-01
Page
Seite 247 (sequence 27)
Language
German
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are. Kennzeichnend für rte, sterbende Welt ist'das fteOebot: Du sollst dich gleichsam zusamment als Titel dient. Ist es eit oder ist es die Kunst Skizzen vor. Es ist die Welt des Ostens, des jüdischen •heltos, in dem noch immer! wenn man dem Dichter utauben darf — und einem Dichter soll man immer glauben, sofern er das Unglaubliche uns glaubhaft zu machen versteht — das Wunder lebt, das Wunderliche nicht mihder wie das Wun<de diese anheimelnde, bemitleiden* m ihr geltende und herrschende nicht freuen, das diese ,Skizzi findet und ihnen darum mit Re die'se nahe und doch so ferne des Verfassers, die uns diese Sdilderungen so interessant, o spannend macht? Wahrscheinlich beides. Hier hat ein begabter Erzähler einen Stoff gefunden und bearbeitet, der seiner dem Elegisch-Sentimentalen wie dem Humoristischen gleich zugewandten Kunst besonders liegt und angepaßt ist. Er nimmit mit seiner seelischen Stimmung und Einstellung sichtlich teil an dieser!Welt, an ihrem Leben , und an ihren^.Sterben. Das ist jes, was diesen Skizzen besonderen Reiz verleiht und sie (lesenswert macht, j i Dr. H. ’ I! ' Kurl Holl: Friedrich Gernsheim, Leben, Erscheinung und Werk! Mit 10 Abbildungen und 1 Faksimile. Breitkopf u. Hprtel, Leipzig 1928. Hojls mit Begeisterung und Liebe geschriebene Studie wird nicht nur der Musiker mit Freuden .lesen. Jeder, der fUr ein harmonisches (Unstlerleben Interesse hat, muß dem Verfasser danken, «aß er uns'so plastisch die Erscheinung und das Werk Friedrich Gernsheims vor Augen führt Gernsheim, eiji Kind Rheinhessens, geb. 1839 in Wörme, gehört zu den wenigen Musikern jüdischer Abstimmung, dje de^ Religion ihrer Väter treu geblieben ^ind; in seinem hebräisHien Oesang lür Cello Elohenu« sowie in seiner »Mirjira-Symphonie« hat er unserer Glaubeinggemeinschaft ein! dauerndes Denkmal gesetzt . ' j Holls Buch gibt uns als Folia für G.’s Leben eine li-sselnde Schilderung der hochinteressanten Kulturperiode des vorigen Jahrhunderts;! wir lernen das rege musikalische Leblen in Leipzig keimen, werden in die eigenartige Atmosphäre des Pariser Lebens. eingeführt, in dem die musikalischen Orößerj der damaligen Zeit, ie- Hector Berlioz,' Camille Sainjt-Saens, Franz Liszt, hubinstein, Richard Wagner, Rosnni, Stockhausen etc. iuem jungen Gernsheim die Wege? ebnen, wir begleiten orrnsheim über| Saarbrücken, Köln nach Holland und Td schließlich Zeugen seines Aufstiegs und seiner V.ei&terachaft in Berlin (1890—1916). Holl zeichnet mit .! cundestreue die äußere Erscheinung und den Charakter rs sympathischen Künstlers, schildart seine künstlerische j: ’twicklung, die durch Brahms den stärksten Impuls : -alten, würdigt seine Bedeutung als Pianist, Ditigent ji.i.d Lehrer und gibt eine sehr instruktive Erläuterung t Werke G.’s.! Das Buch gehört nicht nur in jiede Logenbibliothek, > sollte vor allen Dingen auch! von denen gelesen ::den, die für lie musikalische Ausgestaltung unserer gensitzungen Interesse haben, dehn unter Gernsheims trken befindet sich vielerlei, dal bei festlichen Verwaltungen der Logen zu Oehör gebracht werden sollte. Dr. Wil heim Karo (JeHuda Halevy-Loge).! *; Im Oktoberh dt der Monatsschrift für Oeachichte i.-ttd Wiaaenachi ift des Judentum i bespricht J. Berg- I. mann, Berlin, dir Entstehung einer Anzahl religiöser. Gebräuche, die m in, schwerlich mit Recht, auf" religiöse Verfolgungen zui ückzuführ^n glaubt. ( Die Untersuchungen Friedmanns übe' die Judtnfragl imgalizischen Landtag von 1861/1863 gelangen zum (Abschluß. Dje Untersuchungen von F . Horowiti: überj die Familie Lwow dürfen deswegen auf besonderes Interesse (rechnen,-weil durch sie Karl Marx" Stammbaum ein« genauere Bestimmung erfährt. Währen! die Uniersuclungjen des greisen Gelehrten Michael Holzman über UebCrsetzungsfehler, die aus der Septuagir ta in spätere Uf berietzungen eibgedrungen sind, sich orwfegend an |gefehrte Kreise wenden, sind eine Reihe von Berichten; übfr Neuerscheinungen durchaus gemeinirerständliih gehalten; so die Arbeit von B. feiler über nichtige Midrasphtofschungen und von I. Heinemanu über die beiden iEnzyklopädien des jüdischen Wissens«, on denen numehi die braten Zwei Bände, erschienen sind. Es bietet auch diejs Heft jedem Gebildeten Wertvolles der sicii für die Vergangenheit seiner Gemeinschaft int« ressiert. i , Vorträge und Ansprachen yop Maximilian Stein, Verlag I. Kauffmann, 1928, Frankfurt a. M. von der Großlog« für Deutschland VIII Aus der reithen Zahl der Vorträge, milian Stein, Vizepräsident der Oroßlbge im Laufe seines langjährigen {jim^tes über * den ersten Zionistenlcongreß fa dem Jahre 1898 qerrührt, nichts an — 247 — herausgegeben U-. O. B. B. die Br. Maxitür Deutschland, für .den Orden gehalten hat, ist eine Auiwahl 'geboten] die in keiner Logenbibliothek fehlen sollte. Däs Buch gliedert sich in Vorträge, Ajispra :hen und Trauerreden. Man könnte'den' ersten Teil als üdische Miniatoren bezeichnen. Den Reigen eröffnet ein Bild der jüdischen Seele in der Oestalt Ahasvers Erst wenn die Menschheit in allgemeiner Mensel emiersöhuung e|rlöft sein wird, findet Ahasver Ruhe, b s' dahin muß $r bleiben,! was er war.. Lebendig ist eine. Schilderung der Berliner-Salons auf dem Umwege über Paul Heysts Memoiren. Ein Referat at, obschon es aus A^ktualptät eingebüßL Aus den Tagen des Kri« gsbegibns rührt der Vortrag »Der Krieg«. Er läßt die vaterländische Einstellungd«* deutschen Juden n jenen Tagen qer Erhebung"erkennen, aber der Satz »Ei muß d :r. letzte Krieg Europas sein«, spiegelt das jüdische Frieilensideal, und io dem fetzten der Vorträge über »Beethoven« (erklingt das Ziel des Ordens mit den Schlußworten »Alle Menschen werden Brüder, wo dein lanfter Fl igel w« ilt « Es sind Vorträge, . die zum Teil geeignet sind, weit?ib£r die Stunde hinaus anzuregen. Den größten .Teil dei Buches nehmen eigentliche Logenreden ein, lie bilden eine Fi ndgrube für Logenpräsidenten. Stif ungsfeste, Einfthiuhgen, Weibereden, Logenverbandstagingen ziemen im hinten Reigen an uns vorüber. Stets weiß der Redner enen besbnderen Gedanken zu finden. In vollendeter Ferm, eindringlich und geschmeidig, weif er die Ziele den Ordens klar zu legen, nie wjrkt er lehrh ift ermüdend Den Schluß b Iden Trauerreder, ius jeder ersteht das Bild der Persönlichkeit; wundeivbll groß gezeichnet das Bild von Charles Hallgarten, denn großen Frankfurter Philanthropen, aoe r vielleicht am s«|hö asten die Trauerrede für Max Stein, di« mit den Anfangs«'orten des Kaddisch- Oebetes die Samn ilung schließt. T Ein vielseitiger Wissen, eine [Persönlichkeit, die viel an sich gearbeitet bat, spribtit an dem Buch, ein Aus- . rl-

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