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Der Orden Bne Briss · 1928-12-01 · Nr. 12 - Dezember (12.1928) · p. Seite 226

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 12 - Dezember (12.1928)
Date
1928-12-01
Page
Seite 226 (sequence 6)
Language
German
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die jüdische Familie schaffen.. Damit ist auch unser Standpunkt gegenüber1 den Anträgen bestimmt, durch welche einige unserer Logen, in denen diese Sorge, der hier Ausdruck gegeben worden ist, sich besonders tief . regte, eine gesetzliche Regelung, unserer Stellung zur Mischehenfrage forderten. Wir danken diesen Logrn, daß diese Sorge zu ihnen sprach, aber wir wollen nicht als Frage für sich nehmen, was jiur Teil einer Frage ist,, wir wollen nicht Satzungen festlegen, wo. Erziehung begonnen werden soll. ..Darum hat der!Geschäftsführende Ausschuß, und das Generalkomitee' ist dem beigetreten, sich' dahin entschieden, Ihnen eine Entschließung vorzulegen, nicht als einen schönen Satz, als Andenken an diese Tagung, sondern als eine ernste Aufgabe, die der Logenarbeit gestellt ist: Die Großloge eik’ärtDie Mischehe ist eine Gefahr, die den Fortbestand des Judentums bedroht. Die Großjoge fordert deshalb von Jeder Loge, die Kräfte der Erziehung lebendig zu machen, durch welche'diese Gefahr überwunden wird.,. Die Großioge erkort gleichzeitig nochmals:1 Für Brüder, diejhre Kinder in einer anderen als der jüdischen Religion erziehen, ist kein Platz im Orden. Nur weil besondere Anträge auf sie hinzielten, ist die Frage der Mischehe besonders in diesem Bericht hervorgehoben worden. Die vorgeschlagene Entschließung will ihr den Platz in einem größeren Ganzen zuweisen und ihre Lösung als ein Stück der neuen Aufgabe dartun, zu 'der unsere Zeit unsere Logen' hinführen will. Der Weg zu ihr. ist heute, mehr als-früher, ein deutlicher und sicherer. Denn unsere Stellung im Staat, unsere Beziehung zu ihm ist eine andere .geworden. Im alten Staate konnte nur zu leicht der Gedanke aüfkommen, daß der Staat von uns das Opfer fordere, daß w r Juden unseren eigentümlichen Wert, unsere Besonderheit aufgeben, und manche hatten gemeint, sie müßten dem Staate dieses Opfer bringen. Der alte Staat war ein Militärstaat auch in dem Sinne, daß er den Geist' uniformieren wollte, daß.jede Eigenart ihm unbehaglich war, ja gefährlich dünkte; alle sollten in eine gleiche Tracht der pedanken und der Empfindung hineingefügt werden. Der neue Staat hat ein besseres Verständnis für die Besonderheiten gewonnen, er will eine Demokratie auch dadurch sein, daß er jeder eigenen Art ihr Recht gibt, wenn sil nur bereit ist, dem großen Ganzen zu dienen, durch sich selbst ihm zu nützen. Es ist nicht immer leicht über die Stimmung, die man einst hatte, und die, welche man jetzt hat, Rechnung abzulegen. Aber wenn wir versuchen, Idem Empfinden nachzugehen, das der Staat vor zwei oder drei Jahrzehnten in uns wachrief, und dann an das jetzige denken, so möchten wfr glauben, daß in detn Gefühl, das wir dem Staate gegenüber hegen, eine gewisse Wandlung vor sich gegangen ist; man könnte sagen, wir sind innerlich freier im Staate geworden. i Es war eine bedeutungsvolle' Arbeit, die ein Jahrhunder| hindurch geleistet werden mußte, im Kampfe ums Recht die äußere Freiheit für uns zu erringen. Wir blicken in Dankbarkeit zu den Männern hin, die darin unsere Vorkämpfer gewesen sind. Jetzt, wo in dem Fortschritt der Geschichte ein Wesentliches erreicht worden ist, jetzt können wir ganz der neuen , Aufgabe bewußt werden, die innere Freiheit auch im Staate zu bewähren, dadurch, daß wir den Wert erkennen, den unsere Besonderheit für Heimat und Volk darzubieten vermag. Wir wissen, was, wir ihnen geben können und geben sollen; der innerlichen Freiheit ist der seelische Raum für das gleiche führten, hatte, gewährt. Noch ein weiteres spricht hier: Der Kampf Recht, den wir im alten Staat weil er vorerst ein Kampf für die äußeren Rechte und Freiheiten sein mußte, bisweilen, man möchte sagen, ein gewisses plutQkratisches Gepräge. Es war oft, ein Kampf, wenn in dieser ernsten Stunde das triviale Wort gestattet ist, um den Reserveleutnant, um den Oberlandesgerichtsrat, um den Regierungsrat, ein Kampf um1 Ziele einer besitzenden Oberschicht. Oewiß, in den Besten hatte auch das seine starke sittliche Kraft und seine sittliche Glut. Er war der Kampf ums Recht, den sie die einzelnen Ziele waren .die Kreises. Der Kampf unserer Zeit,' der um die innere Freiheit und die daraus erwachsende Pflicht, mit unserer Besonderheit für die Oesamtheit zu leben, ist in allem ein Kampf eines jeden und für einen jeden, für den letzten wie für den ersten. Innere Freiheit bedeutet Aufrichtigkeit, diese ganze Einheit zwischen Wort und Eitipfinden. Unsere Vaterlandsliebe, und diese Liebe spricht durch die Tat vor allem, ist immer, im alten Staate so wie jetzt im neuen, wahrhaft und echt gewesen. Aber, wenn sie im Worte sich führten. Aber eines engeren 22b —

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