Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1928-11-01 · Nr. 11 - November (11.1928) · p. Seite 217

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 11 - November (11.1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 217 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6727475-6029143-6074778--1888-4868507
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

gefährdet' ist Es fehlen noch 1000 Subskribent :rt, um es in geplanter Weise zu Ende fühten zu können, überzeugt, daß alle Freunde und Verehrer um Bibel diese Mitteilung ebenso Wie wir schmerr finden werden. Es handelt sich umi unse _ Schrift und um das Lebenswerk zweier hamhafteJ jüdischer Qelebfter, die sich von allen Arbeiten zuruckgezo;en haben, um ihre Geisteskraft ganz diesem Buche j widmen; u können. Unsere Logen und unsere Brüder, deren Liebe; u unserer Heiligen Schrift uns bekannt ist) werden — de? sind wir Von Martin Von dem rühmlichst bekannten Bibelwerk deutschung von Buber und Rosenzweig, das und Nichtjuden mit enthusiastischer Freiide begr _ J_J kl« ««Ut DamiI* _ I li'i J b sind bis jetzt acht Bände erschienen. Bande wuchs die Begeisterung , und di die Uebersetzer. Nun geht uns von maßgebender Seite die Nachricht zu, daß die Fortsetzung dieses stai ih der Ver-; on Juden i ßt wurde, Mit jed :m neuen Anerkeinqng für b etrübliche nrfard work bes )i Besp •' Bei der Bedeutung des int folgenden Werkes und seines Autors bringen wir 2 — unter ihnen eine von theologischer Seite: Der Menschensohn — Geschichte pheten, von Emil L u 4 w i g. i Dieses mit großem Reklatheaufwand ai neue Werk des geschickten Journalisten! bringt wissenschaftliche Einsicht; es übersieht sogar was eine hundertjährige gelehrte Forschung von und Historikern festgesiellt hat. Der Verfaski seine! Vorgänger nicht, aber er scheint sie auch zu kennen. Offensichtlich ist daäj grundlegende werk) des jetzt in anderem Zusammenhang nannten Albert Schweitzer »Die Oeschichte Jesuf Forschung« gar nicht benutzt. Der Stolz, an dien Tag legt, weil er »Jesus den Mi machen dem unternimmt und von aller päter i intstand ologie absieht, nimmt sich genau 150 Jalire nacb merkwürdig aus. Hier haben wir ein liberal gisierendes Leben-Jesu, das auf dem Stand schaft in der Mitte des vorigen lahrhur derts ist ein sanfter Lehrer. Eine »holde Weise« seinen Lippen. Die Wunderges diichter Art des platten Rationalismus beibehilten deutet; Bei den Totenerweckun;en handelte Schieintote. Das Weinwulnder bef der H ochzeit beruhe auf Suggestion. Die Geschieht« von Geistern, die aus dem Dämonischen in die und diese in den See jagen, erkläre sicli daraus, der Heilung des Besessenen zufällig »ein Schweinen ins Wasser fallen, denn dir Hirt auf sie, nur auf die Fremden acht gegeben weiß, daß die Wissenschaft die Unb rauch' Fvangelium Johannis als Oeschifchtsqu« Ile er Er kann aber doch nicht der. Versuch ing w diese oder jene Oeschichte aus inm zu t ringen, rochenen dorthin, wo er sie gebrauchen kann, Jesus fst nicht ge* echungen flohen, weil er verfolgt worden wäre. . Uef>i rall hat er nur die Pharisäer, nirgends »das Voäk« gegen sich. Daß eihes: Pro* gerade der Tod Johanni? des Täufers ihm cie Ahnung Gewißheit ihm gerade paßL Hier gibt es al Oder —. Vollkommen fehlt die sc in c igt daß wir Jesus nuf verstehen, wenn v ir sehqn, ganz und gar von eschatologischen Vorstei lungen ‘ •var, 0. h. daß er in dem aus Zeit vorbei ungen esten Olaubeu lebte, daß die »Letzten l'age« bevorständen. Nur hieraus entwickelt sich .isches Selbstbewußtsein. Nur [hieraus sind - spannten ethischest Forderungen | der B;rgprei lären. Nur deshalb ging er nach Jerusalem, i'i, sterben und so das »Himmelreicn« herbei est überzeugt, daß er bald aut des limmefs wiederkommen werde, (Markus 14, 62), und endlich das »Reich Oottes« anbrecne. Nicits lag als' »Weltfreudigkeit«, ihm, der so vi:le wi weltverachtende Worte gesprochen hat. auch, daß nur wenige für das Gottesreich ausery daher die Selbstbeschränkung in| seiner Lehr; gewollte »Verhüllung der Rede« Ludwig - den Qeschichtsablauf. Willkürlich versetzt eil er nur ein Ei bedeui same Jes ts ie Schrift« 1 uber und Franz Rosetfzweig. < n Wir sind erer alten lieh empe Heilige gewiß — durch diesen Hinweis allles aufbiet Bibel werk zu fördern. Wir! erinnern an ein Wort unseres Qroßpräsidenten Br. Baeck:] Anschaffung "eines Buches /zeigt der Mensen - furcht vor dem Oeiste, seinen Respekt vordfciji Das Qesamtwerk von Buber - Rosenzweiri Bandes berechnet; der Subskriptionspreis betragt je 4 Mk., * in Leinen je 6 /Mk., in Pergament1 Probebogen stehen zur Verfügung.; Die Logen und die Brüder werden ,geb£ nur das Werk für.ihre Bibliothek anzuschaffle auch, für dasselbe in ihrem) Freundesf und Beldafii zu werben. Wir Juden, die wir seit jeher den Ehrentil am ha - sefer, das Volk des Buches, sollen tu den Respekt vor dem Buche haben und ki f ..scheuen, um die Kenntniis der Thora zu erhalji erhöhen. Um das oft zitiertes durch die seine Ehr- Buche. ist auf 20 in Pappe je 12 Mk. :t|en, nicht sondern htenkreise -I Bücherschau. tu ekühdigte i :ein^ neue fast; alles, ’ Theologen er nennt gar nicht Standardviel ge- 4er Leben- Ludwig zu .schil- :rtenj The- Reimarus psycholo- Wlssen- Jesus römt von iit der urrigesich um zu Kanaa len bösen fahren daß bei von den hat nicht LuÜwig bjukeit des hat. derstehen, Wenn sie' i tweder — I irkeniitnis, daß er beherrscht genährten ijnmittelbar messiadie überzu erum dort uzwingen, Wolken daß dann ihm ferner ’^ltflüchtige, glaubte Seien, und die rgewaltigt Perikopen S3 di n! d<r fi ßt. werdi :n u td S ue paa r \ rlhlt i v :ri Der Menschensohh — Geschichte e ries Propheten, von Emil Ludwig. »Bewundert viel und viel gescholten!«. Dis jüngste, erst kürzlich erschienene Werk femil Lud vigs »Der Menschensohn« hat sich schon jetzt als ein vielt mstrittenes Buch erwiesen. Dabei ist der Versuch, das .eben Jesu rein historisch zu beschreiben, wie Ludwig tervorhebt, so alt wie die Aufklärung und älter. Obern bbiner Dr. Carlebach erblickt in dem Werk Ludwigs Ile einzige Tendenz, die Menschlichkeit seines Helden auf < en: Fehlern und Verderbtheiten seines Stammes aufzubaue i. Daß L. nicht die Absicht batte, die jüdische Gemei ischaft, zu der er sich trotz seiner im frühesten Kindesalti r erfolgten Taufe stolz bekennt, herabzusetzen, gebt für-je ien hervor, der das Werk unbefangen liest, und wird woll auch von Carlebach nicht behauptet. Dieser] Kritiker nacht ihm aber den Vorwurf, daß er .die Ergebnisse cer Wissenschaft des Judentums, insbesondere Guttim nris Werk «Däs Judentum und seine Umwelt« nicht b rächtet und dem alten Vorurteil geg^n das jüdische Priestertum und den treuen Oottesgehorsam der Pharisäer net e Nahrung "gegeben hsbe. iC. V. Zeit v. 7. 9. 1928 S. 4)1/92). Dagegen wendet Julius Bab (ebenda Sl492) wob mit Recht ein, daß Jesus nach der Schilderung Ludwig» i icht gegen Oe»etz und Lehre der Pharisäer, sondern gegen die Schwächen und Unzulärtglichkeiten .der sich i uf das Oesetz berufenden Menschen eifert Er gleicht darin manchem anderen jüdischen Propheter, der die gewaltigen sozialen und religiösen Oedanken des Judentums den Fehlern und Gebrechen der zeitgenössischen luden h eit gegenübergestellt hat. i; Bei der Lückenhaftigkeit der Evangelier, die noch dazu in vielen Punkten einander 'widerspre:hen, kann man starke Zweifel hegen, ob es überhaupt möglich ist, das Bildnis des »historischen« Jesu|i zu mäh n. Ob tat- — 217 — . j führen: müssen ne Opfer en und zu ef. von seiner messianischen. Sendung zu sicherer _ erhoben hätte, ist. eine Behauptung, die in 4 :n Quellen gar keinen Boden hat Vom jüdischen Standpu ikt werden wir Ludwig, abgesehen von seiner Wiederhol zng längst widerlegter Anschuldigungen gegen die Phf isaer zum besonderen Vorwurf machen müssen, daß er i i der Dar-, Stellung des Prozesses Jesu die Angaben der Evangelien als historisch übernimmt, die-- wie längst! von christlicher.Seite nachgewiesen — erst der. aus den Streitigkeiten der Urkirche entstandene Judenhaß des Christentums in die Lebensgeschichte Jesus hineingezeichnet h it. In den Evangelien wächst nämlich die Tendenz hnme mehr an, die Römer möglichst zu entschuldigen und. die Juden möglichst zu belasten. Die Lesbarkeit und D irstelfungskunst des Buches können über seine Fehler nicht hinwegtäuschen. \ Ernst Jacob, Saa b/ücken.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.