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Der Orden Bne Briss · 1928-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1928) · p. Seite 194

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1928)
Date
1928-10-01
Page
Seite 194 (sequence 56)
Language
German
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fassen, um dem dauernden Rückgang Einhalt zu tun. Kleine, leistungsschwache Gemeinden werden zur Aufrechterhaltur.g ihres religiösen Lebens unterstüzt, Bezirkslehrersteljen und Bezirksrabbinate werden in besonders gefährdeten Gegenden geschaffen, um das jüdische Leben neu zu erwecken.. Die bevölkerungspolitischen Ausschüsse der Landesverbände planen verschiedene Einrichtungen, wie z. B. die Frühehekässen, die Aussetzung von Stillprämien usw. Der Universitäts-Professor Hanauer in Frankfurt a. M. ist mit'der Ausgestaltung einer gemeinnützigen jüdischen Ehevermittlung, die sich über ganz Deutschland erstrecken soll, beschäftigt. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten projektiert jü* ^dische Ländbesiedelungen in großem Ausmaße urfd die Ueberführung der jüdischen . Jugend in~produktive Berufe Die Logen des Ordens Bne Briss, ' der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der Zionismus — sie alle haben zur Stärkung des jüdischen Selbstbewußtseins beigetragen und das Zusammengehörigkeits- und Verantwortungsgefühl zweifellos gekräftigt. Viele Gemeinden gründen Gemeindevereine und führen .Gemeindeabende ein, um Interesse für jüdische Angelegenheiten zu erwecken. Ein wesentliches Moment der,jüdischen Regenerationsbewegung bedeutet die^ zum Teil recht Orden und Gemeinde. Von Alfred Goldsdimidt. Mit der Regelmäßigkeit eines Naturgesetzes stellte sich in früheren Jahrzehnten bei der Gründung fast einer jeden Löge eine Lage ein, die eine Stockung der Vorbereitungen, in einzelnen Fällen eine Planaufgabe für lange Zeit oder dauernd bedeutete : man befürchtete Störungen in der Gemeinde, gelegentlich auch einen Zerfall. Selbst in einer Stadt von der Größe und Bedeutung von Frankfurta. M. war man bei der..Gründung der efrsten Loge — im Jahre 1888 — nicht frei von solcheb Bedenken*). Man nahm Loge für nichts weiter als einen neuen Wohltätigkeitsverein in der Stadt, ein Konkurrenzunternehmen für gut geleitete jüdische Anstalten zur Linderung menschlichen Elends. Die Strenggläubigen fürchteten Schaden für ihre religiösen Auffassungen, die fortschrittlichen eitje Absonderung von der allgemeinen Wohlfahrtspflege, eine bedenkliche Gefaßt für die paritätische Behandlung. Die Freimaurer nahmen Anstoß an den Worten Loge* und Orden, die in ihren Beziehungen zu U. O. B. B. plötzlich ein geheimbündlerisches Aussehen erhielten. *> Verjl. »Geschichte deir Fr ankfurt-Loge von 1888 — 1928«, von E. Gut. erfolgreiche Arbeit der verschiedene^ Jugenlverbände. Sie erzieht die Jugend zur körper ichen Tüchtigkeit und leistet eine nicht unbeträchtlidje jü* dis he Bildungsarbeit. sch 'I b :n Die Schaffung eines Juden steht bevor. Reichsverbandes der Jeut Ihm wird u. a. die Aufgal ie obliegen, Mittelpunkt aller Bestrebungen zu werden, die auf Erhaltung und Erneuerung des Jucentums hinzielen. Gelingt es ihm; dann wird er über den Rahmen seiner jüdischen Aufgaben hinaus der menschlichen Gesamtkultur Dienste leisten. Denn ein Aufgehen der Juden würde ein Verarmen der Menschheit bedeuten. Schon Sonbart, der sicher kein besonderer Judenfreund ist, sprach davon, daß es ein Unglück wäre, [wenn man den jüdischen Ton im europäischen Konzert missen müßte. — Die welthistorischen Aufgaben des Judentums sind noch nicht erfüllt! Ein Verschwinden der Juden wäre für die Allgemeinheit zweifelsohne ein Verlust. Ob der allgemeine Verfall des Judentums auf' zt halten ist, tfird die jetzt lebende Generation zu ertscheiden haben! — An das. Verantworjungsg« fühl keiner anderen sind so weitgehende Anforderungen gestellt worden! Möge sie sich dessen be wußt sein und dana& handeln! — Insbesondere waren die jüdischen Freimaurer vonsolchen Sorgen erfüllt. / i In kleineren Ortein gab es gelegentlich starke Differenzen, weil die Gemeinde sich plötzlich geteilt sah in die Ordensfähigen und die Nicht-Aufgefojrdeten. Da, wo diese Besorgnis am stärksten in der Person j es Rabbiners lag, wurde die Gründung oft jahrelang inausgezögert. Es kam auch vor, daß einflußreiche, ereits gewonnene Persönlichkeiten, von deijien diel eitere Ausdehnung des Ordensgedankens |abhing,| letzten Augenblick für ihre eigene Stellung besorgt! aren. So wurde die Ausführung bei scheinbar ge» onnener Position stellenweise um zehn, Zwanzig! ahre hinausgezögert. Noch heute.gibt es Ojrte, die! der Erfüllung harren. Nicht nur die Geschichte der Frankfurt-Logej lie Geschichte des gesamten Ordens ist eine glänzende Widerlegung der Sorgen um Störung oder Zerfall der Gemeinden. * j Der Orden und die Logen haben siefj in de^ Gemeinschaftsarbeit bewährt. Sie waren sich dejsgroßet| Gedankens bewußt, der im Verbindenden lieget. Die unbestrittene Notwendigkeit der Parteien mit

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